Reisbäuerinnen @ GIZ 2016

Innovative Satelliten-Technologie für effizienten Reisanbau in Asien

16.09.2016 – Die GIZ unterstützt Reisbauern und Länder in Südostasien dabei, die Reisproduktion mithilfe von Satelliten-Daten besser überwachen und steuern zu können.

Wie kann man die Globalisierung gerecht und fair gestalten? Um diese Frage drehte sich der Zukunftskongress „Unsere Welt 2030 – Aus der Zukunft lernen!“, der gestern in München stattfand. Veranstalter waren das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Deutsche Museum. Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH stellte dort unter anderem ein Projekt zum Satelliten-Monitoring von Reisanbaugebieten in Asien vor.

Reis ist eines der meistangebauten und konsumierten Lebensmittel der Welt. Für viele Menschen in Asien ist Reis nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch Haupteinnahmequelle – immerhin werden dort 90 Prozent des weltweit konsumierten Reises angebaut. Doch gerade diese Region ist durch Überflutungen, Taifune und Dürreperioden bedroht.

Eine Partnerschaft aus öffentlichen und privaten Organisationen unterstützt seit 2013 Reisbauern und Regierungen in Südostasien dabei, die Reisproduktion zu überwachen und im Falle von drohenden Ernteausfällen schnell reagieren zu können. Mitglieder dieser Partnerschaft sind neben der GIZ die Allianz Rückversicherung, das International Rice Research Institute, Sarmap SA und die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Mithilfe von Satelliten-Daten der Europäischen Weltraumbehörde werden mittlerweile jährlich 17 Millionen Hektar Reisfelder vom Projekt und seinen lokalen Partnern überwacht. So können Reisanbauflächen, Anbauzyklen und Erträge ermittelt werden. Auch Dürren können frühzeitig erkannt oder das Ausmaß von Überflutungen festgestellt werden. Das Ergebnis: die jeweiligen Behörden können Ernteerträge vorhersagen und effizient und transparent auf Schäden reagieren.

Werden diese Daten für Versicherungen genutzt, können Bauern von einer Schadenbemessung und finanziellen Kompensation noch innerhalb der Saison profitieren. Falls genügend Zeit bis zum Saisonende bleibt, kann der Bauer nun ein zweites Mal während derselben Saison anbauen, Einnahmeausfälle werden minimiert. Bisher dauert die Wartezeit bis zur Versicherungsauszahlung üblicherweise viele Monate.

Das Satelliten-Monitoring in Südostasien hat sich schon mehrfach bewährt: Während der Regenflut im indischen Bundesstaat Tamil Nadu im Jahr 2015 beispielsweise konnten schon wenige Tage nach Beginn der Regenfälle zuerst die am schwersten betroffenen Regionen versorgt werden: Reisbauern der Stadt Cuddalore erhielten 50 Tonnen Reissamen und 30.000 Gemüse-Setzlinge, um nach den Regenfällen erneut anbauen zu können.