Uganda © GIZ

App ermöglicht Kaffee-Bauern in Uganda Zugang zu Finanzdienstleistungen

03.11.2016 – Mit einer Smartphone-App wird die Kaffee-Produktion in Uganda transparenter und effizienter gemacht. Davon profitieren vor allem die Kaffee-Bauern.

Uganda ist der zweitgrößte Kaffee-Produzent in Afrika. Obwohl der Anbau und Verkauf von Kaffee meist die einzige Einnahmequelle ist, haben die Kaffeebauern nur selten Zugang zu internationalen Märkten. Um Bargeld zu verdienen, bleibt ihnen daher oft keine andere Wahl, als ihren Kaffee zu Dumpingpreisen an Zwischenhändler zu verkaufen.

2013 hat die Uganda Coffee Farmers Alliance (UCFA) – ein Zusammenschluss von 54.000 Kleinbauern – begonnen, ihre Kaffeelieferungen mit einer Smartphone-App zu erfassen und zu verwalten. Die App wurde gemeinsam mit dem Softwareunternehmen SAP im Rahmen des develoPPP.de - Programms auf den Kaffeesektor zugeschnitten. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt das Programm im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch.

Derzeit profitieren 13.000 UCFA-Bauern vom Einsatz der Software. Auch Ugandas größter Kaffee-Exporteur Ugacof und 11.000 der ihm angeschlossenen Farmer setzen sie inzwischen ein. Jeder gelieferte Kaffeesack wird mit einem registrierten Smartphone bei der Anlieferung von einem Mitarbeiter der UCFA erfasst, den Bauern werden Lieferung und Bezahlung per SMS auf das private Handy bestätigt. Mit der App sind auch bargeldlose Zahlungen möglich, außerdem können Informationen über Transaktionen abgerufen werden. „Die Genauigkeit der Daten kommt einem Quantensprung gleich. Die UCFA kann die Verwaltung vereinfachen, die Daten aber auch exakt analysieren. Daraus entstehen den Mitgliedern weitere Vorteile“, erläutert Carsten Friedland, Produktentwickler bei SAP. Schon in der ersten Erntesaison konnte die UCFA ihre Verwaltungskosten um 14 Prozent senken.

Das Programm hat aber noch einen weiteren Vorteil: Es ermöglicht den Kleinbauern Zugang zu Krediten und damit zu Investitionen. Bisher konnten die meisten Bauern notwendige Sicherheiten wie Einkommen oder Landbesitz nicht belegen – erste Banken nutzen die mit der App erfassten Daten nun als Einkommensnachweis.

Aufgrund der positiven Erfahrungen arbeitet SAP derzeit daran, die Smartphone-Applikation für weitere Produkte und Lieferketten nutzbar zu machen – nicht nur in Uganda.