Die Entscheidung für das Heimatland

09.12.2016 – Viele Migranten, die nach Deutschland kommen, wollen auf lange Sicht wieder in ihre Heimatländer zurückkehren – dafür brauchen sie Perspektiven.

Wer zurück in seine Heimat will, hat es nicht immer leicht. Wie soll der Start gelingen? Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt schon heute „Rückkehrer“, denn sie tragen zur Entwicklung ihres Landes bei. Und bietet daneben Chancen für Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen.

Um Fuß zu fassen, fehlen den Menschen, die aus Deutschland zurück in ihr Heimatland gekehrt sind, häufig die richtigen Informationen zu ihren Möglichkeiten. Deswegen hat das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), eine Arbeitsgemeinschaft der GIZ und der Bundesagentur für Arbeit, die Deutschen Informationszentren für Migration, Ausbildung und Karriere, kurz DIMAK, ins Leben gerufen. Seit Frühjahr 2015 gibt es das Angebot im Kosovo und seit diesem Herbst in Albanien und Serbien. Die Mitarbeiter informieren die Besucher individuell zu Job- und Ausbildungsmöglichkeiten. Mit ihrem Angebot richten sie sich gezielt auch an Rückkehrer und bieten ihnen Unterstützung beim beruflichen Neuanfang im Heimatland.

Das kosovarische DIMAK hat heute schon über 10.000 Menschen beraten. Auch Job- und Karrieremessen werden von den DIMAK organisiert. Zum Beispiel im Mai 2016 in Priŝtina, wo sich rund 5.000 Besucher bei der Messe über kosovarische und internationale Arbeitgeber informierten. Für mehr als 430 von ihnen war der Tag ein Erfolg – sie haben durch die Messe einen Job gefunden. So auch Arlind Hajredinaj, der über die sozialen Medien auf die Messe aufmerksam wurde und eine neue Stelle im IT-Sektor gefunden hat: „Meine Heimat bedeutet mir viel“, sagt der junge Kosovare, „und ich denke, unsere Jugend hat ein großes Potenzial, um einen bedeutenden Beitrag für die Entwicklung unseres Landes zu leisten. Mein neuer Arbeitgeber fördert auch, dass ich mich als Mitarbeiter weiterentwickle.“

Aicha Touijer © GIZ

Perspektivlosigkeit ist häufig Grund für Menschen zu migrieren. Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die GIZ weltweit Menschen dabei, in ihrem Heimatland die Lebensbedingungen zu verbessern und Perspektiven zu schaffen. Jährlich erhalten 100.000 junge Menschen mit Hilfe der GIZ eine Ausbildung. Tausende, kleine Unternehmen wurden gegründet. Aicha Touijer aus Tunesien ist eine der Gründerinnen: die Schneiderin arbeitete für einen mageren Lohn in einer Kleiderfabrik, träumte aber seit langem davon, ein eigenes Modeatelier zu führen. Ein von der GIZ unterstützter Gründerwettbewerb ermöglichte ihr eine professionelle Beratung und den Kauf einer Stickereimaschine. „Die Unterstützung der GIZ war sehr wertvoll, da sie mir einen Berater zur Seite stellte, um mit mir die Schritte zur Umsetzung meines Projekts zu planen. Ich akquiriere nun selbst neue Kunden und bewerbe meine Kollektion. Vor dem Erwerb der Maschine erhielt ich 200 Aufträge pro Jahr – heute hat sich diese Zahl verfünffacht“, sagt Frau Toujier. Sie hat heute vier Angestellte und kann es sich leisten, einen Teil ihrer Einnahmen in die Erweiterung ihrer kleinen Firma zu stecken.