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Ukraine: Energieeffizienz auf kommunaler Ebene

16.12.2016 – Durch Gebäudesanierungen und die Aus- bzw. Weiterbildung von Fachkräften für Energieeffizienz werden bis zu zehn Prozent des jährlichen Energieverbrauchs eingespart.

Die Ukraine steht vor großen Herausforderungen. Der seit 2014 andauernde Konflikt in östlichen Teilen des Landes und um die Halbinsel Krim ist nicht die einzige Herausforderung in Europas größtem Flächenstaat. Um den großen Energiebedarf vor allem in den kalten Wintern zu decken, ist das Land auf Gaslieferungen aus dem Ausland angewiesen. Außerdem gehört die Ukraine im weltweiten Vergleich zu den Schlusslichtern in Sachen Energieeffizienz. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH engagiert sich bereits seit 1992 im Land und berät unter anderem zu einem effizienteren Umgang mit Energie.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ aktuell beispielsweise ukrainische Gemeinden dabei, Fachkräfte weiterzubilden und Sanierungen durchzuführen. Mit Erfolg: Durch erste Maßnahmen konnten Gemeinden bereits bis zu zehn Prozent des jährlichen Energieverbrauchs einsparen – Tendenz steigend. Kindergärten wurden energetisch saniert und mit Solaranlagen ausgestattet, wodurch der Energieverbrauch dort sogar um bis zu 50 Prozent gesenkt wurde. „Das eingesparte Geld kann jetzt da investiert werden, wo es gebraucht wird. Die Kinder haben es im Winter endlich warm und es gibt auch noch Geld für andere wichtige Investitionen. So können wir die Lebens- und Lernbedingungen der Kinder weiter verbessern“, sagte Sabine Müller, Landesdirektorin der GIZ in der Ukraine, auf einer von GIZ und rbb inforadio organisierten Veranstaltung am 6. Dezember in Berlin.

Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) außerdem den Aufbau von Energieagenturen. Die Hafenstadt Odessa profitiert bereits von der ersten kommunalen Energieagentur im Land. Sie sensibilisiert die Bevölkerung für das Energiesparen und hilft der Stadt und ihren Bürgern dabei, Energiekosten zu sparen. Die Agentur hat zum Beispiel ein städtisches Energiemonitoringsystem eingeführt, das den Energieverbrauch von mehr als 500 kommunalen Liegenschaften misst. Die unmittelbaren Energieeinsparungen durch die konsequente Auswertung der Daten und daraus abgeleiteten Maßnahmen betragen rund 5 Prozent.