„Cash for Work“ und Weiterbildungen bieten Zukunftsperspektiven im Nordirak

Cash for Work © GIZ

21.12.2016 – Die GIZ unterstützt Menschen, die aus Syrien und innerhalb des Iraks vertrieben wurden dabei, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Seit Anfang November lernen 15 junge Männer im beruflichen Ausbildungszentrum Jiner im Nordirak Schritt für Schritt, mit dem Schweißgerät umzugehen. Die Mehrzahl der Teilnehmer sind Syrer, die als Flüchtlinge in der Provinz Dohuk leben. Andere sind Jesiden, die vor dem Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ aus dem Sinjar-Gebirge flüchteten. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie leben in Camps und wollen endlich wieder ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen und einer Perspektive für die Zukunft führen.

Im Nordirak, wo seit Ende 2014 mehr als eine Million Binnenvertriebene und etwa 250.000 Syrer Zuflucht gesucht haben, unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die autonome kurdische Region dabei, dass die Menschen zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden. Dabei verbindet die GIZ kurzfristige, schnelle Hilfe mit mittel- und langfristigen strukturbildenden Projekten. Die Maßnahmen kommen dabei auch immer der örtlichen Bevölkerung zugute.

Grafik Cash for Work© GIZ

In Zusammenarbeit mit dem Ausbildungszentrum Jiner bietet die GIZ 15 verschiedene Weiterbildungen an. 300 junge Menschen können sich zwischen November 2016 und März 2017 beruflich qualifizieren. Basiswissen für Klempner, Elektriker oder Schweißer gehört ebenso dazu wie beispielsweise Konditor- oder PC-Techniker-Weiterbildungen. Die Ausbildungen finden nur in vom Arbeitsmarkt nachgefragten Berufen statt, damit die Teilnehmer nach Abschluss auf eigenen beruflichen Füßen stehen können.

Neben diesen längerfristigen Qualifizierungen hat die GIZ im Jahr 2016 im Nordirak schwerpunktmäßig Projekte umgesetzt, von denen die Menschen schnell und unmittelbar profitieren. Durch sogenannte „Cash for Work“-Programme bekommen Binnenvertriebene, syrische Flüchtlinge und die Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden die Möglichkeit, vorübergehend Geld zu verdienen und damit ihre Grundbedürfnisse selbst decken zu können. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind vielfältig: Es werden Straßen gebaut, Schulen renoviert und Abwasserkanäle instand gesetzt. Die Arbeit ist für die Menschen oft ein willkommener Ausweg aus der erzwungenen Passivität. Der Tagelohn beträgt je nach Qualifikation 20 bis 30 Euro am Tag; das Geld wird direkt nach der Arbeit bar ausgezahlt. Bis Jahresende werden durch das Beschäftigungsprogramm des BMZ 57.000 Menschen im Irak, der Türkei, im Libanon und in Jordanien erreicht – 39.000 davon durch Projekte der GIZ.