Dürreresilientes Saatgut: Unnötiger Forschungsaufwand oder wichtiger Faktor in der Dürrebekämpfung?

11.05.2017 | Bonn

Veranstaltungsreihe „Forschung trifft Entwicklung: Dürreresilienz in Sub-Sahara Afrika“ vom 06.04.2017 bis zum 13.07.2017

Der für Westafrika prognostizierte Temperaturanstieg infolge der globalen Erwärmung (1,5 bis 6,5 °C) wird wahrscheinlich zu kürzeren Regenzeiten, ausgeprägteren ariden und semiariden Bedingungen, längeren Trockenperioden und Extremwetterereignissen wie Dürren führen. Eine Verbesserung der Ernährungs- und Trinkwassersicherheit und die Minderung der Armut sind nicht zu erwarten, solange politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler nichts unternehmen, um die Erträge landwirtschaftlich geprägter Volkswirtschaften in Westafrika zu steigern. Eine Analyse des International Institute of Tropical Agricultures (IITA) zeigt, dass Landwirte in beispielsweise Nordghana Dürren und Überschwemmungen als größte Probleme bei der Erreichung von Einkommens- und Nahrungssicherheit sehen. In Bezug auf Mais, der neben Hirse, Sorghum u. a. eine der Hauptnahrungspflanzen in Westafrika ist, wurden bereits viele Forschungsprojekte z. B. zur Entwicklung dürreresilienter Maissorten durchgeführt. Zu den neuen Sorten gehören z. B. frei abblühende Sorten und Hybridsorten, die über die nationalen Saatsysteme, u. a. in Ghana, verteilt wurden. Ferner arbeitet die Wissenschaft an ertragsstarken Sorten, die dürreresilient und tolerant gegenüber den wichtigsten Schädlingen und Krankheiten sind. Dazu gehört u.a. die Entwicklung von GVO, die jedoch kritisch gesehen wird.

Es müssen nationale Strategien berücksichtigt und Zulassungsprozesse für neue Sorten beachtet werden. Mit dem Projekt „Drought Tolerant Maize for Africa“ als Beispiel werden in der Podiumsdiskussion Best Practices, Erkenntnisse und Kontroversen angesprochen und diskutiert. So sollen Handlungsvorschläge für Forschung und Praxis entstehen.

Dabei ist das Publikum einzubeziehen.

Diskussionsteilnehmer:
Tahirou Abdoulaye (IITA)
David Millar (Landwirt, Dozent an der Universität in Tamale, Ghana)
Ernst Mill (GIZ)

Die Reihe findet in englischer Sprache statt.


Die Termine im Einzelnen:

06.04.2017 – Auftaktveranstaltung: Dürreresilienz in Subsahara Afrika und ihre Bedeutung für Ernährungssicherung, Konflikte und Migration

24.04.2017 – Dürreresilienz durch umfassende Frühwarnsysteme verbessern

11.05.2017 – Dürreresilientes Saatgut: Unnötiger Forschungsaufwand oder wichtiger Faktor in der Dürrebekämpfung?

31.05.2017 – Sozialschutz – Ein wichtiger Aspekt der Dürreresilienz? Praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aus Subsahara Afrika

27.06.2017 – Dürreresilienz der subsaharischen Landwirtschaft verbessern: Möglichkeiten und Herausforderungen von Bewässerung und Wassermanagement

06.07.2017 – Eingriffe in ländliche Systeme – Forschungs- und Entwicklungsarbeit in pastoralen Gemeinschaften in Afar, Äthiopien

13.07.2017 – Abschlussveranstaltung: Dürreresilienz in Subsahara-Afrika – Lernerfahrungen für gemeinsames Handeln



Veranstaltungsort und -zeit
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Walter-Flex-Straße 3
53113 Bonn

Donnerstag, 11. Mai 2017, 18:00 bis 20:00 Uhr

Kontakt

Ina Klemke (DIE)
socioeconomic@die-gdi.de

Weitere Informationen

Das Programm finden Sie auch auf der Website des DIE.

Anmeldung

Um Voranmeldung wird gebeten bis 7. Mai 2017 bei Amir Housseinpour: hosseinpour​@uni-bonn.de.