Zukunft für die Jugend – mehr dauerhafte Jobs in Tunesien

Ein Mann errichtet eine Mauer © GIZ

15.08.2017 – Ob Trockenbau-Ausbildung oder Star Wars-Tourguide: Ein Beschäftigungsfonds verbessert mit verschiedensten Projekten die Startchancen für tunesische Jugendliche.

Die Zahl der jungen Menschen in Tunesien, die keinen Job finden, ist hoch: In besonders benachteiligten Regionen liegt sie bei fast 50 Prozent. Gleichzeitig suchen aber auch zahlreiche tunesische Unternehmen erfolglos nach gut ausgebildeten Arbeitskräften.

Diesen strukturellen Schwierigkeiten begegnet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit einem Beschäftigungsfonds. Der Fonds fördert die Qualifizierung und Beschäftigung von Jugendlichen in Tunesien, vor allem in benachteiligten Regionen. Verwaltet und koordiniert wird er von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Sie setzt derzeit 30 Projekte um, dabei kooperiert sie vor allem mit Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die erfolgreichsten Aktivitäten werden anschließend auf andere Bereiche ausgeweitet.

Zum Beispiel hat die deutsche Firma Knauf gemeinsam mit der GIZ ein Ausbildungszentrum für Trockenbau in Meknessy aufgebaut. Diese Bautechnik bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Mehr als 700 junge Tunesier haben ihre Ausbildung bei Knauf bereits abgeschlossen, über die Hälfte hat direkt im Anschluss einen Job gefunden.

Außerdem sollen innovative und nachhaltige Tourismusprodukte im Landesinneren gemeinsam mit der Bevölkerung, lokalen Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Institutionen entwickelt werden. Dadurch sollen Arbeitsplätze, insbesondere für junge Tunesier, entstehen. Etwa in der Region der Salzseen bei Tozeur: Hier wurde vor 40 Jahren der erste Film der Kultreihe „Star Wars“ gedreht. Rund um die Original-Drehorte, an denen die Kulissen bis heute erhalten geblieben sind, fördert ein Projekt die Weiterbildung von 80 lokalen Tourguides und Kunsthandwerkern, außerdem wird die Infrastruktur – zum Beispiel gastronomische Angebote oder Parkplätze – verbessert.

Diese und weitere Projekte des Beschäftigungsfonds zeigen Wirkung: Bereits rund 3.000 junge Menschen haben eine Arbeit gefunden, fast 5.000 haben eine Aus- oder Weiterbildung erhalten. Tunesien ist eines von vielen Ländern, in denen die GIZ dazu beiträgt, die Jobchancen von Menschen zu verbessern: Durch den Beitrag der GIZ und ihrer Partner sind zwischen 2010 und 2015 weltweit 1,3 Millionen Menschen aus- und fortgebildet worden.