GIZ-Brief - Ausgabe 2/2011

Schwerpunktthema: Ernährungssicherung

GIZ-Brief
GIZ-Brief 2/2011

Das Recht auf angemessene Ernährung ist ein international anerkanntes Menschenrecht – und es ist zugleich das am meisten verletzte Menschenrecht. Weltweit ist die absolute Zahl der hungernden Menschen in den letzten Jahren gestiegen, die FAO schätzt, dass 925 Millionen Menschen im Jahre 2010 chronisch unterernährt waren. Dies am stetigen Anwachsen der Weltbevölkerung festzumachen, hieße das Problem zu verkennen. Tatsächlich ist eine Vielzahl von Faktoren zu benennen, wie die Vernachlässigung des ländlichen Raumes, fehlende Investitionen in die lokale Subsistenzwirtschaft, rasant gestiegene Lebensmittelpreise (wobei gerade Entwicklungsländer oft auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind), die Konkurrenz um Anbauflächen mit Agrartreibstoffen, der hohe Futtermittelbedarf zur Fleischproduktion, die Übernutzung von Böden und die teilweise dramatisch veränderten Wetterbedingungen.

Was ist zu tun? Wie kann weltweit die Nahrungsmittelproduktion gesteigert werden? Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des ländlichen Raumes. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, fordert unter anderem, die Länder dabei zu unterstützen, zunehmend Nahrungsmittel im Lande selbst produzieren zu können, die Kleinbauern zu fördern und eine nachhaltige Landwirtschaft voranzubringen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat 2011 sein Konzept „Entwicklung ländlicher Räume und ihr Beitrag zur Ernährungssicherung“ veröffentlicht und damit zum Ausdruck gebracht, dass die Entwicklung ländlicher Räume als Schlüsselbereich und Förderschwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik ausgebaut werden soll. Wie die GIZ zur Verbesserung der Ernährungs- und Einkommenssituation der Menschen in den Partnerländern beiträgt, zeigen Projektbeispiele in dieser Ausgabe.

Doch es muss viel mehr geschehen, um das Menschenrecht auf Nahrung Realität werden zu lassen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die europäische Agrarpolitik, deren Reform zurzeit diskutiert wird. Erste Reformvorschläge enthalten positive Ansätze, sind aber aus entwicklungspolitischer Sicht noch nicht zufriedenstellend. Ein großer Schritt voran wäre die Abschaffung der europäischen Agrarexportsubventionen, die auch Bundesminister Niebel 2011 auf der Frühjahrstagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds forderte.

Wir möchten Ihnen mit den Beiträgen dieser Ausgabe einen Einblick in das sehr komplexe Thema Ernährungssicherung geben.

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