24.03.2020

Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit: Ein Stromnetz für ganz Lateinamerika: Zukunftsvision oder politische Illusion?

Energiewende in Lateinamerika – ein Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.

Ein Schwerpunkt der deutsch-lateinamerikanischen Zusammenarbeit ist der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel. Ein wichtiger Eckpfeiler ist dabei die Begleitung verschiedener Länder der Region auf ihrem Weg hin zu einer Energiewende, ein Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen und damit zur Erreichung der Agenda 2030. Ob Sonnenenergie in Mexiko oder Windenergie in Chile – das riesige Potenzial lateinamerikanischer Länder in der Nutzung erneuerbarer Energien ist nicht annähernd erschöpft. 

Doch bei der Energie- und Stromversorgung nahezu ausschließlich auf erneuerbare Energien zu setzen, birgt auch einige Risiken, wie das Beispiel Brasilien zeigt: Lange Dürreperioden in den vergangenen Jahren wurden für die Wasserkraft zum Problem. Was tun also, wenn Brasilien eine Dürreperiode durchlebt, Argentinien eine Windflaute oder sich in Mexiko die Sonne seltener zeigt als erwartet? 

Abhilfe schaffen könnte ein Verbundsystem der Region. Ein solcher Zusammenschluss innerhalb verschiedener Stromsysteme einzelner Länder existiert in Europa bereits seit 1951. Es ermöglicht, Erzeugungsdefizite in einer Region durch Überschüsse einer anderen Region auszugleichen. Von den lessons learned im Aufbau des europäischen Verbundsystems könnte Lateinamerika profitieren – ein enger Austausch findet statt. Es gibt dort bereits eine Vielzahl bilateraler Initiativen die Stromsysteme zu integrieren, um neue Märkte zu schaffen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. 

Doch gibt es bereits konkrete Projekte zur Förderung eines flächendeckenden Stromnetzes? Ist ein interkontinentales Verbundsystem in Lateinamerika überhaupt technisch leistbar? Welche speziellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen könnten auftreten? Wird also ein flächendeckendes Stromnetz in Lateinamerika in Zukunft technisch und politisch überhaupt umsetzbar sein? 

Über diese und weitere Fragen diskutieren Ing. Juan Ignacio Sánchez Sanchis, Abteilungsleiter Energy Advisory, Oil & Gas, Spanien, Portugal & LATAM der DNV GL; Ing. Túlio Alves, Geschäftsführer der Lateinamerikanischen Kommission für regionale Energieintegration (CIER), Uruguay sowie Isabel von Griesheim, Projektleiterin Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (4E) und Förderung der Geothermie in Mittelamerika der GIZ, El Salvador. Der Gastbeitrag wird vorgestellt von Prof. Dr. Christian Breyer, Professor für Solarwirtschaft an der Lappeenranta University of Technology, Finnland.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Lateinamerika-Karibik-Woche von BMZ und GIZ statt.

Veranstaltungsort/-zeit

GIZ-Repräsentanz Berlin
Reichpietschufer 20
10785 Berlin

Dienstag, 24.03.2020, 19:00 Uhr – 20:30 Uhr

Anmeldung

Bitte melden Sie sich unter folgendem Link an: 
https://veranstaltung-berlin.giz.de/event.php?vnr=1e-20a

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