Wirtschaft und Beschäftigung

Rohstoffreichtum – auch die Bevölkerung soll profitieren

Mit deutscher Unterstützung wird der Rohstoffreichtum der Mongolei nachhaltig genutzt.

In vielen Regionen der Mongolei schlummern gigantische Rohstoffreserven – vor allem an Gold und Kupfer. Eine deutsche Initiative führt gemeinsam mit mongolischen Partnern Governance-, Sozial- und Umweltstandards im Bergbausektor ein. Außerdem werden Fachkräfte für einen nachhaltigen Bergbau ausgebildet. So kann der Reichtum im Boden die Lebensbedingungen der Bevölkerung dauerhaft verbessern.

In der Mongolei lagern gewaltige Rohstoffvorkommen, darunter Kupfer, Gold und Kohle. Das zentralasiatische Land bezieht schon heute 80 Prozent der Exporteinnahmen aus Rohstoffen, rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden vom Bergbausektor erwirtschaftet. Dennoch kämpft das Land mit Problemen, die typisch für rohstoffreiche Entwicklungsländer sind: Es fehlen qualifizierte Fach- und Führungskräfte, verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren sowie Konzepte zur Umsetzung von Governance-, Sozial- und Umweltstandards im Bergbausektor.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeiten drei Bundesministerien – das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) – im Rahmen der „Integrierten Rohstoffinitiative“ partnerschaftlich zusammen. Im Rahmen des Vorhabens unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mongolische Partnerinstitutionen dabei, den Rohstoffreichtum nachhaltiger zu nutzen. Daneben beteiligen sich Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie die Privatwirtschaft.

Fachkräfte für heute und in Zukunft

Zum einen fördert die GIZ Kompetenzen und Qualifikationen von Mitarbeitern mongolischer Ministerien, Fachbehörden und staatlicher Institutionen. In Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Consultingfirmen wurden bereits rund 400 Beschäftigte geschult, damit sie technische Möglichkeiten und wirtschaftliche Auswirkungen von Investitionsentscheidungen im Bergbau noch besser beurteilen können. Außerdem lernen sie, Rohstoffvorkommen genauer zu bewerten sowie Rahmenbedingungen, Gesetzesvorlagen und Abbauverträge auszuarbeiten und zu verhandeln.

Um den Fachkräftebedarf auch zukünftig zu decken, wurde 2013 die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie in Ulan Bator gegründet; die ersten Absolventen werden im Sommer 2018 fertig. Damit soll die Kooperation zwischen deutschen und mongolischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen vertieft und die praxisorientierte, duale Hochschulausbildung im Rohstoffsektor unterstützt werden.

Lokale Zulieferer, moderne Arbeitsschutzstandards

Darüber hinaus werden insbesondere mongolische Bergbauunternehmen für Themen wie sozial verantwortliche Unternehmensführung, Arbeitssicherheit sowie Gender- und Menschenrechtsfragen sensibilisiert; in rund 40 Prozent der 150 größeren Firmen sind diese nun betrieblich verankert. Auch haben nationale und internationale Experten im Auftrag der GIZ rund 100 kleinere und mittlere Unternehmen intensiv beraten und qualifiziert: 30 Prozent von ihnen fungieren nun als lokale bzw. regionale Zulieferer für den Bergbau. Dadurch wurden vor Ort mehrere Hundert neue Arbeitsplätze geschaffen und die lokale Fertigung von Produkten unterstützt.

Einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem nachhaltigen Bergbau hat die Mongolei im Jahr 2010 erreicht: Seitdem erfüllt sie im Gegensatz zu vielen anderen Schwellen- und Entwicklungsländern alle Anforderungen der internationalen Transparenzinitiative für den Rohstoffsektor (EITI). Das Land wirkt damit Korruption und Missmanagement entgegen, indem es staatliche Einnahmen aus dem Rohstoffabbau und deren Verwendung offenlegt.

Großes Augenmerk wird auch auf die Modernisierung und Entwicklung der Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsstandards gelegt. In enger Kooperation mit Institutionen wie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung entwickelt das mongolische Arbeitsministerium moderne Arbeitsschutzstandards für die Bergbauindustrie. Das zentrale Arbeitsmedizinische Labor wurde modernisiert, deutsche Standards für die Belastung mit Staub, Lärm und Vibration an Arbeitsplätzen im Bergbau wurden für die Mongolei übernommen.

 

Stand: August 2017