Wirtschaft und Beschäftigung

Rohstoffreichtum – auch die Bevölkerung soll profitieren

Mit deutscher Unterstützung wird der Rohstoffreichtum der Mongolei nachhaltig genutzt.

Rohstoffreichtum – auch die Bevölkerung soll profitieren

In der Mongolei lagern gewaltige Rohstoffvorkommen, die fast 90 Prozent der Exporteinnahmen ausmachen. Rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts wird vom Bergbausektor erwirtschaftet. Damit der Reichtum im Boden die Lebensbedingungen der Bevölkerung dauerhaft verbessert, müssen qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus- und weitergebildet sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Zulieferindustrie gestärkt werden. Auf staatlicher Seite gilt es die Verhandlungsfähigkeiten zu verbessern sowie Konzepte zur Umsetzung von Governance-, Sozial- und Umweltstandards im Bergbausektor und damit Rahmenbedingungen für Investoren zu fördern. 

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die mongolische Partnerinstitutionen und die Privatwirtschaft dabei, den Rohstoffreichtum nachhaltiger zu nutzen. An der Umsetzung des Programmes sind die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beteiligt.

Fachkräfte für heute und in Zukunft

Zum einen fördert die GIZ Kompetenzen und Qualifikationen von Mitarbeitenden mongolischer Ministerien, Fachbehörden sowie staatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen. In Zusammenarbeit mit deutschen, internationalen und mongolischen Consultingfirmen wurden bereits rund 800 Beschäftigte dieser Institutionen darin geschult, lokale wirtschaftliche Entwicklung in Kooperation mit Bergbauunternehmen voranzutreiben und damit Bergbaugewinne zu lokalisieren. Zum anderen wird die GIZ die mongolische Regierung bei der Vorbereitung und Begutachtung von großvolumigen Verträgen im Rohstoffsektor beraten.

Um den Fachkräftebedarf auch zukünftig zu decken, wurde die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie in Nalaikh gegründet. Seit dem ersten Abschlussjahrgang 2018 haben 25 Student*innen hier ihren Abschluss gemacht. Alle Absolvent*innen arbeiten nun als Fachkräfte in mongolischen Unternehmen oder haben einen weiterführenden Masterstudiengang begonnen. Durch die Hochschule soll die Kooperation zwischen deutschen und mongolischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen vertieft und die praxisorientierte, nach dem deutschen Fachhochschulmodell ausgerichtete Ausbildung im Rohstoffsektor unterstützt werden. 

Um spezialisierte Aus- und Fortbildungen in technischen Berufsfeldern anbieten zu können, werden zudem sieben Kompetenzzentren gefördert. Rund 2100 Auszubildende wurden in den reformierten Ausbildungsgängen bisher erreicht. Zusätzlich steht der Aufbau eines Qualifizierungssystems für Berufsschullehrkräfte im Fokus. Hierfür wurden rund 1000 Teilnehmerplätze in Fortbildungsmaßnahmen zu technischen und pädagogischen Kompetenzen belegt. 

Lokale Zulieferer, moderne Arbeitsschutzstandards

Darüber hinaus werden insbesondere Zulieferer zu Bergbauunternehmen in der Mongolei für Themen wie sozial verantwortliche Unternehmensführung, Arbeitssicherheit, Umweltverträglichkeit sowie Gender- und Menschenrechtsfragen und Integrität sensibilisiert. Mehr als 2000 Beschäftigte von Unternehmen, vor allem Bergbauzulieferern, wurden in den letzten zwei Jahren geschult, ihre Unternehmen mit Gewinnorientierung unter guten Arbeitsbedingungen ökologisch und sozial nachhaltig zu managen. Etwa einhundert mongolische Firmen wurden außerdem dabei unterstützt, Zulieferungsverträge mit Bergbaufirmen abzuschließen. So konnten mehrere hundert Arbeitsplätze stabilisiert oder neu geschaffen und die lokale Fertigung von Produkten unterstützt werden. Aktuelle Reformbemühungen der Regierung auf die Anwerbung ausländischer Investoren durch das ‚Invest in Mongolia‘ Center werden von der GIZ unterstützt.

Zur Reduzierung von Lungenkrankheiten wird die Umsetzung mongolischer Feinstaubnormen zum Schutz von Arbeiter*innen in Kohleminen unterstützt. Hierfür wird gleichermaßen Fachpersonal staatlicher Inspektions- und Arbeitsschutzbehörden und von Bergbauunternehmen selbst weitergebildet, um Feinstaubmessungen nach internationaler guter Praxis zu erheben und Maßnahmen zu einer verringerten Staubbelastung einleiten zu können. 

Bereits seit 2010 erfüllt die Mongolei im Gegensatz zu vielen anderen Schwellen- und Entwicklungsländern alle Anforderungen der internationalen Transparenzinitiative für den Rohstoffsektor (EITI). 2017 bescheinigte die EITI der Mongolei zudem, dass das Land staatliche Einnahmen aus dem Rohstoffabbau und deren Verwendung offenlegt.

Stand: März 2020 

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