Konkreter Klimaschutz: Mexiko zeigt wie es geht

Mexiko tut viel für den Klimaschutz: Wohngebäude, Klein- und Mittelunternehmen sowie der Frachtverkehr sollen energieeffizienter werden.

Als eines der ersten Schwellenländer hat Mexiko konkrete Klimaschutzziele formuliert. Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen des Landes um die Hälfte geringer sein als im Jahr 2000. Unter anderem will Mexiko durch freiwillige Klimaschutzmaßnahmen, so genannte „national angemessene Minderungsmaßnahmen“, seinen Treibhausgasausstoß senken.

Vom Plan bis zum Pilotprojekt

Noch fehlt ein verbindlicher Rahmen. Diesen zu schaffen, ist eines der Ziele der mexikanisch-deutschen Klimaschutzallianz: Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUB) werden die GIZ und ihre mexikanischen Partner bis Ende 2015 in drei Bereichen klimaentlastende Maßnahmen vorbereiten, Finanzierungsmöglichkeiten suchen, Verfahren für die Messung der Emissionsminderung entwickeln und Pilotprojekte starten. Diese Bereiche sind: Wohnungsneubau und -sanierung, Klein- und Mittelunternehmen sowie der Frachtverkehr. Alle Sparten bieten großes CO2-Einsparpotential. Allein der Transportsektor ist für mehr als 30 Prozent des CO2-Ausstoßes in Mexiko verantwortlich. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich dieser Anteil in den kommenden Jahren noch deutlich erhöhen.

Da die Bevölkerung Mexikos weiter wächst und die Ansprüche an die Lebensqualität steigen, nimmt auch der Bedarf an neuen Wohnungen zu. Hier besteht die Chance, im großen Stil etwas für den Klimaschutz zu tun. Jährlich sollen bis zu einer halben Million neue Sozialwohnungen nach ökologischen Standards errichtet werden. Die GIZ berät die mexikanische Regierung zu Klimaeffizienz im Wohnungsbau und arbeitet gemeinsam mit ihrem Projektpartner, der staatlichen mexikanischen Wohnbaukommission, Klimaschutzmaßnahmen für den sozialen Wohnungsbau aus.

Praxistest

Parallel dazu wurden die ersten energieeffizienten Häuser schon errichtet. Mittel hierfür stellte neben dem BMUB auch eine deutsch-britische Initiative bereit. Diese gemeinsame Initiative des BMUB und des britischen Ministeriums für Energie und Klimawandel wird von der GIZ und der KfW gesteuert. Sie unterstützt nationale Klimaschutzaktivitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Dank seiner Pilotprojekte gehört das mexikanische Aktionsprogramm für Klimaschutz zu den weltweit am weitesten fortgeschrittenen. Die „schlüsselfertigen“ Pilotprojekte spielen für den Erfolg der Maßnahmen eine wichtige Rolle: Sie liefern belastbare Informationen über CO2-Einsparungen, beweisen, dass der klimaschonende Ansatz in der Praxis funktioniert, verbessern die Lebensqualität, senken die Kosten und steigern die Wettbewerbsfähigkeit.

Eine weitere wichtige Komponente des mexikanisch-deutschen Programms ist die Schaffung einer Koordinierungsstelle. Denn jeder kann ein nationales Klimaschutzprojekt anpacken – Regierungsstellen, Nichtregierungsorganisationen und die Privatwirtschaft. Damit die verschiedenen Projekte zusammen arbeiten, müssen die Fäden an einer Stelle zusammen laufen.