Wirtschaft und Beschäftigung

Ein Austausch voll unbegrenzter Möglichkeiten

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm ermöglicht ein Austauschjahr für junge Leute aus Deutschland und den USA.

Ein Austausch voll unbegrenzter Möglichkeiten

Der deutsch-amerikanische Jugendaustausch Parlamentarisches Patenschafts-Programm eröffnet jungen Menschen die Chance, für ein Jahr in den Alltag des Gastlandes einzutauchen. Sie sammeln dort Erfahrungen und Freundschaften fürs Leben.

Franziska Strauß kehrte im Sommer 2016 von ihrem USA-Aufenthalt nach Deutschland zurück. Die Verwaltungswirtin nahm am deutsch-amerikanischen Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) teil. Der Austausch ermöglicht deutschen Schülern und jungen Berufstätigen einen einjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig sind junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. Was Franziska Strauß in diesem Jahr gewonnen hat? „Freundschaften, kulturelles Verständnis, Sprachkenntnisse und viel Lebenserfahrung“, zählt Franziska auf. So wie sie, das zeigt eine Umfrage unter Ehemaligen, empfinden die meisten PPP-Teilnehmer.

Das PPP steht Schülern aller Schulformen, aber auch Teilnehmern aus allen Berufen offen. Für junge Berufstätige vor allem aus technischen, handwerklichen oder kaufmännischen Berufen stehen jährlich 75 Plätze zur Verfügung. Das Stipendium umfasst die Reise- und Programmkosten sowie die notwendigen Versicherungskosten und wird vom Deutschen Bundestag und dem Amerikanischen Kongress getragen.

Fünf Teilenhmer des Parlamentarisches Patenschafts-Programms

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Leben, studieren und arbeiten in den USA

Bewerber durchlaufen zunächst eine Art Assessment-Center, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Deutschen Bundestags organisiert. Interesse für gesellschaftliche und politische Themen sollten die Interessenten mitbringen, denn letztlich entscheiden die Abgeordneten als Paten des Programms, wer die Reise über den Atlantik antreten darf: Die GIZ schlägt ihnen geeignete Bewerber vor, anschließend wählt der oder die für den Wahlkreis zuständige Bundestagsabgeordnete einen Kandidaten aus. Er oder sie entscheidet, wer am besten dafür geeignet ist, Deutschland in den USA als Junior-Botschafter zu vertreten. Rund vier- bis fünfhundert Bewerbungen von jungen Berufstätigen gehen auf deutscher Seite pro Jahr ein, auf amerikanischer sind es sogar noch mehr.

Das PPP nimmt seit mehr als 30 Jahren eine herausragende Stellung unter den Austauschprogrammen ein. Wohl kein anderes bietet so viel: Leben in einer Gastfamilie, Hoch- oder Fachhochschulbesuch, ehrenamtliches Engagement und – Highlight und Herausforderung zugleich – ein berufliches Praktikum, um das sich jeder Teilnehmer selbst bemühen muss. Dieses Spektrum stellt sicher, dass die jungen Leute Alltag, Kultur, Mentalität und Arbeitsleben des Gastlandes kennenlernen. Sie gewinnen so ein facettenreiches Bild der Vereinigten Staaten jenseits aller Klischees – und setzen sich zugleich mit ihrer eigenen Nationalität und ihrer Rolle als deutsche „Botschafter“ auseinander.

Erfahrungen fürs Leben

Seit Programmbeginn im Jahr 1983 haben insgesamt 25.000 junge Deutsche und Amerikaner am Austausch teilgenommen, davon 5.000 Berufstätige. Mehr als 90 Prozent der PPP-Teilnehmer nennen ihren USA-Aufenthalt eine der besten und wichtigsten Erfahrungen ihres Lebens. Viele fühlen sich ermutigt, weiter zu lernen und ehrgeizige Karriereziele zu verfolgen. Zahlreiche ehemalige PPP-Teilnehmer bekleiden heute Führungspositionen oder leiten Unternehmen. Viele Ehemalige wollen etwas zurückgeben und engagieren sich beispielsweise im Alumni-Verein, der von der GIZ unterstützt wird und unter anderem Mentoring-Programme für junge Alumni anbietet. Den privaten oder beruflichen Kontakt zu den USA halten die meisten Ehemaligen aufrecht, so dass die PPP-Erfahrungen sie lange durch ihr Leben begleiten. 

 

Stand: Juni 2017