Verhandeln nach Plan

Das Ziel heißt Europäische Union: Anfang 2014 begannen die offiziellen EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens in Brüssel. Hinter den Kulissen arbeitet die Regierung des Westbalkanstaates schon lange daran, sich fit für Europa zu machen. Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist die GIZ in Serbien aktiv, um die demokratischen Strukturen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes zu stärken und seine Annäherung an die Europäische Union (EU) vorzubereiten. Derzeit unterstützt die GIZ in Zusammenarbeit mit dem serbischen EU-Integrationsbüro die Verhandlungen Serbiens zum EU-Beitritt. Dabei setzt die GIZ Berater und Mitarbeiter ein, die selbst aus noch jungen EU-Mitgliedsländern wie Slowenien, Ungarn und Kroatien stammen. Sie wissen aus Erfahrung, wie die Beitrittsverhandlungen am besten zu führen sind.

Die Verhandlungen dauern Jahre

Einer EU-Mitgliedschaft gehen langjährige Vorbereitungen voraus: Serbien will im Jahr 2018 bereit für den EU-Beitritt sein. Bis dahin gibt es noch viel zu tun, denn der Balkanstaat muss nachweisen, dass er EU-Recht, den sogenannten Acquis communautaire, in nationales Recht umgesetzt hat. Ob Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz oder Zollvorschriften: Der EU-Acquis ist nicht verhandelbar. Verhandeln können Kandidatenländer aber darüber, wie schnell sie die Reformen umsetzen.


Serbien muss deshalb gegenüber den EU-Mitgliedern erklären, wie es sich auf die Europäische Union vorbereitet und EU-Auflagen erfüllen.

Das ist die Aufgabe der Verhandlungsteams der serbischen Regierung. In diesen Teams sind die Ministerien ebenso vertreten wie andere staatliche, aber auch nichtstaatliche Einrichtungen. Wichtig für den Verhandlungserfolg ist eine gute Zusammenarbeit, damit alle an einem Strang ziehen und die Interessen Serbiens geschlossen gegenüber der EU vertreten. Das geht nicht ohne feste Regeln der Zusammenarbeit, die mit Unterstützung der GIZ zuerst aufgestellt werden mussten. Immerhin 35 Verhandlungsgruppen – eine für jedes Kapitel des Acquis communautaire – müssen bei den unterschiedlichsten Themen einen Konsens finden.

Lob von der EU

Bisher laufen die serbischen Verhandlungen nach Plan. Die Verhandlungsgruppen der serbischen Regierung geben dem Projekt unter der Regie der GIZ beste Noten für die Verbesserung der internen Koordination. Fast 90 Prozent der an den Verhandlungsvorbereitungen beteiligten Mitarbeiter bestätigten in einer Umfrage, dass sie heute ihre Aufgaben effizienter und kompetenter erledigen. Dieser Erfolg wirkt auch nach außen: Die EU lobte das Balkanland für seine Verhandlungsstruktur auf dem Weg in ein gemeinsames Europa.