"Den Tätern auf der Spur"

Spurensicherung am Tatort

Die Polizei als Helfer in der Not: ln vielen afrikanischen Ländern nehmen die Menschen ihre Ordnungshüter so nicht wahr. Oft sind die Beamten schlecht ausgebildet und ihnen fehlt zudem grundlegende Ausstattung wie Labortechnik. Seit 2009 hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Auswärtigen Amts deshalb in 13 Ländern Reformen der nationalen Polizeistrukturen unterstützt.

Ein Beispiel ist Cote d´Ivoire. Jeder Krimifan weiß: Werden Spuren am Tatort nicht gesichert, wird es schwer, die Täter dingfest zu machen. Bislang setzten die Ermittler in Cote d´Ivoire wie in vielen anderen afrikanischen Ländern einzig und allein auf Zeugenaussagen, die oft nicht gerichtsfest sind. Kriminaltechnik spielte bislang keine Rolle, da zum Beispiel Labore, aber auch Fachleute fehlten. Mittlerweile sieht das anders aus. Dank Aus- und Fortbildungen in Forensik und 100 neuen Spurensicherungskoffern sind 300 Polizeikräfte nun erprobt in der Anwendung moderner Kriminaltechnik. Die Fingerabdrücke von Verdächtigen werden nun mit der landesweiten Kriminaldatenbank abgeglichen und mit Hilfe von Spuren, die am Tatort gefunden wurden, kommt es immer häufiger zu Anklagen vor Gericht.

Mittlerweile bestehen Pläne der ivorischen Polizei, das mit Unterstützung der GIZ aufgebaute kriminaltechnische Labor in der Metropole Abidjan zu einem regionalen Zentrum für Westafrika auszubauen. Von dort könnte dann ein mobiles Einsatzteam zu den Tatorten von Gewaltverbrechen in der gesamten Region reisen und Kriminaltechniker aus Nachbarländern könnten dort Fortbildungen absolvieren.

Der Text erschien zuerst im Integrierten Unternehmensbericht 2015 der GIZ (veröffentlicht im Juli 2016) und wurde an dieser Stelle zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert.