Mehr Einkommen für Reisbauern in Nigeria

Eine internationale Initiative unterstützt rund 76.000 Kleinbauern dabei, ihre Reisernte zu erhöhen und die Qualität zu verbessern. Damit erzielen sie höhere Einkommen. Durch Kooperationen mit weiterverarbeitenden Betrieben profitieren sie zusätzlich.

Egal, ob zur Gemüsesoße, mit Gewürzen vermischt oder zu traditionellen Kuchen verarbeitet: Reis ist in ganz Nigeria ein beliebtes Grundnahrungsmittel. Doch für die stark wachsende Einwohnerzahl wird davon längst nicht ausreichend angebaut – und Nigeria ist jetzt schon das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die Erträge der Reisbauern sind niedrig, außerdem können die Ernten qualitativ nicht mit importiertem Reis aus Asien mithalten. Das Land ist auf Importe angewiesen und damit von den Weltmarktpreisen für Reis abhängig.

Die Initiative zur Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette – Competitive African Rice Initiative (CARI) – will diese Abhängigkeit senken und gleichzeitig einkommensschwache Reisbäuerinnen und -bauern fördern. Das Programm unterstützt einerseits den kleinbäuerlichen Anbau. Andererseits werden Kooperationen zwischen CARI-Bauern und der Privatwirtschaft gefördert.

Zusammengeschlossen haben sich dafür das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Bill and Melinda Gates-Stiftung, die Walmart-Stiftung sowie öffentliche und nichtstaatliche lokale Organisationen und Privatfirmen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzt das Projekt vor Ort um und kann dabei auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreifen: Mit Unterstützung des Unternehmens konnten zum Beispiel weltweit zwischen 2010 und 2015 mehr als vier Millionen Bauern ihr Einkommen erhöhen, für mehr als elf Millionen Menschen wurde ein Beitrag zur Überwindung von Hunger und Unterernährung geleistet.

Kooperationen und neue Anbautechniken

Umgesetzt wird das Projekt außer in Nigeria in Burkina Faso, Ghana und Tansania. In Nigeria arbeitet die Initiative bereits mit rund 76.000 Bauern und Reisverarbeitern zusammen, bis Mitte 2018 sollen es in allen vier Ländern rund 150.000 sein.

Um die Erträge und die Qualität zu erhöhen, werden die Kleinbäuerinnen und -bauern in angepassten Anbautechniken geschult, etwa der Nutzung von Anzuchtbeeten. Da sie ihre Ernte auch selbst weiterverarbeiten, werden sie zum Beispiel im Parboiled-Verfahren ausgebildet. Die Kleinbauern liefern Paddy – Rohreis – an kommerzielle Reismühlen. Diese verkaufen den verarbeiteten und fertig abgepackten Reis an vornehmlich städtische Konsumenten. Die Kleinbauern sind feste Lieferanten der Mühlen und bekommen Unterstützung bei den Betriebsmitteln. Mehrere Unternehmen kooperieren mit CARI. So arbeitet etwa Labana Rice Mills, eine der größten Reismühlen im Nordwesten Nigerias, zusammen mit der Kebbi Agricultural Development Authority. Dort werden 10.000 Kleinbauern darin ausgebildet, qualitativ höherwertigen Reis zu produzieren. Die Abnahme der Ernten durch die Mühle ist garantiert. Dadurch erzielen die Kleinbauern ein höheres und verlässliches Einkommen.

Steigende Erträge und Einkommen

Seit Projektbeginn im Jahr 2013 ist die Ernte von etwa zwei Tonnen Reis pro Hektar auf durchschnittlich über vier Tonnen angestiegen – und in Zukunft sollen es bis zu sechs Tonnen werden. Klar ist, dass die Ergebnisse regional stark schwanken können und sich langjährige Erfahrung in Kombination mit traditionellen Anbaugebieten auszahlt. So wurden von Bauern bereits sieben Tonnen pro Hektar geerntet. Die höheren Erträge schlagen sich auch im Verdienst nieder: Das Einkommen der nigerianischen CARI-Bauern hat sich zwischen 2013 und 2016 durchschnittlich nahezu verdreifacht.

Aber auch die Bevölkerung in Nigeria profitiert: Die höheren Reisernten tragen zur dauerhaften Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung bei. Sie machen unabhängiger vom Weltmarkt und das Grundnahrungsmittel Reis erschwinglich.

Stand: März 2017

 

Im Auftrag des
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sowie der Bill & Melinda Gates Foundation
und der Walmart Foundation

Kontakt


Stefan Kachelriess-Matthess
stefan.kachelriess@giz.de