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Soziale Entwicklung

Hochschulen für Äthiopien

Von der Errichtung 13 neuer Universitäten haben der Bausektor und das Hochschulwesen profitiert.

Äthiopien treibt die akademische und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes voran. Die Errichtung von 13 neuen Hochschulen war ein Gewinn sowohl für den Bau- als auch den Bildungssektor. Die Unis wurden ausschließlich von äthiopischen Firmen errichtet; zahlreiche Weiterbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen für die am Bau Beteiligten haben zu Betriebsgründungen, Arbeitsplätzen und Effizienzgewinnen in Unternehmen geführt.

Ein breites Hochschulangebot ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunft eines Landes. Daher beschloss die äthiopische Regierung im Jahr 2005 eine Initiative, mit der landesweit 13 neue Hochschulen gebaut wurden. Damit wurde nicht nur der Bildungssektor gefördert: Auch die Bauindustrie profitierte von zahlreichen Aufträgen sowie umfassenden Qualifizierungsmaßnahmen, die im Zuge des Programms umgesetzt wurden.

Hochschulstudent mit einer Wasserwaage auf einer Baustelle

Förderung der äthiopischen Baubranche

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat das Programm im Auftrag des äthiopischen Bildungsministeriums durchgeführt und dabei eng mit der äthiopischen Baubranche zusammengearbeitet: Die Universitätsgebäude wurden ausschließlich von äthiopischen Unternehmen geplant und gebaut, insgesamt waren fast 1.000 äthiopische Firmen beteiligt. Sie hatten hierbei Gelegenheit, ihr Know-how und ihre Kompetenzen zu erweitern, um die eigene Wettbewerbsposition auf dem Markt langfristig zu verbessern.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Arbeit der GIZ beinhaltete die berufliche Weiterbildung von Fach- und Führungskräften: Architekten und Ingenieure nahmen an Qualifikationsmaßnahmen teil. Auch mittelständischen Unternehmen erhielten Management-Trainings, um Businesspläne und Marketingkonzepte selbst erstellen zu können. Über 4.000 Mitarbeiter von Handwerksbetrieben und Kooperativen haben das Management-Training erfolgreich abgeschlossen und konnten ihre Betriebskosten um bis zu 30 Prozent senken. Rund 560 Handwerksbetriebe wurden neu gegründet. Mehr als 300.000 Arbeiter wurden zudem bei Pflastersteinarbeiten beschäftigt.

Studenten bei der Arbeit auf einer Baustelle

Universitäten als Bildungsstätten und Wohnraum

Alle Universitätsgebäude wurden standardisiert mit vorgefertigten Elementen und moderner Bautechnik errichtet. Dadurch waren die Bauzeiten kürzer und die Baukosten niedriger. Hiervon profitierte nicht zuletzt das äthiopische Bildungsministerium als Auftraggeber des Programms.

Seit Oktober 2010 können an den 13 neuen Universitäten in Äthiopien 150.000 Menschen nicht nur studieren, sondern auch auf dem Campus wohnen. So ziehen die Hochschulen junge Menschen mit Bildungswunsch und Lehrende an. Die 13 Hochschulen sind so über Äthiopien verteilt, dass alle Regionen langfristig vom Know-how aus dem Bauprojekt profitieren.

 

Stand: April 2017