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Frieden für Mali

Versöhnungs- und Infrastrukturprojekte unterstützen den Friedensprozess in dem westafrikanischen Land.

Deutschland unterstützt die Malier auf dem Weg zu Versöhnung und stabilen politischen Verhältnissen. Für einen dauerhaften Frieden im Land muss aber das Vertrauen der Bürger in staatliche Institutionen wiederhergestellt werden. Informationskampagnen zum Friedensvertrag, eine bessere Trinkwasser- und Gesundheitsversorgung, die Aufarbeitung von Bürgerkriegsverbrechen und weitere Maßnahmen sollen dabei helfen.

Seit der Rebellion der Tuareg im Norden des Landes und dem darauffolgenden Militärputsch im Jahr 2012 ist die Lage in Mali noch nicht wieder stabil. Ein Friedensabkommen, das zwischen der 2013 demokratisch gewählten Regierung und einigen bewaffneten Gruppen ausgehandelt wurde, wird bisher nur schleppend umgesetzt.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt die Regierung Malis, einen dauerhaften Frieden und stabile Lebensverhältnisse für die Bevölkerung zu schaffen. Es geht vor allem darum, das Vertrauen in den Staat wiederherzustellen und das Leben der Menschen zu verbessern – also eine sichtbare „Friedensdividende“ zu schaffen.

Eine Bühne für das Friedensabkommen

Viele Malier kennen den Friedensvertrag noch gar nicht. Deshalb hat das Bundesunternehmen im Auftrag des Auswärtigen Amts (AA) gemeinsam mit dem malischen Versöhnungsministerium eine Informationskampagne gestartet. Dazu wurden unter anderem 600 Lehrer, traditionelle Führer, Gemeinderäte und weitere Akteure der Zivilgesellschaft geschult, die die Menschen landesweit über den Friedensprozess informieren. 55 Theateraufführungen in lokalen Sprachen haben außerdem Zehntausenden Zuschauern – auch Analphabeten – den Friedenspakt näherbringen können.

Ein großer Erfolg sei auch die im Projekt entwickelte Broschüre „20 Fragen & Antworten zum Friedensvertrag“, sagt GIZ-Projektleiterin Anne-Katrin Niemeier: „Die Menschen wollen die Informationen, das ist ein Renner.“ Die 150.000 Exemplare in 13 Sprachen sind das wichtigste Kommunikationsmittel zum Friedensabkommen. Trotz der schwierigen Umstände in Mali ist Anne-Katrin Niemeier zuversichtlich. Die Resonanz auf die Projekte im Land sei sehr positiv.

„Die Wahrheit muss gesagt werden!“

Das zeige auch die Arbeit der staatlichen Wahrheitskommission. „Die Wahrheit muss gesagt werden“, betonten viele Malier auf die Frage, wie wichtig die Aufarbeitung der Gewalttaten während des Bürgerkriegs sei. Deshalb wurden Mitarbeiter der Wahrheitskommission zu Interviewtechniken und Opferbegleitung geschult. Sie konnten bislang mehr als 6.000 Zeugenaussagen über schwere Menschenrechtsverletzungen aufnehmen. Auf dieser Basis können Verbrechen wie Morde, Vergewaltigungen und Diebstähle aufgeklärt, Entschädigungen ausgehandelt und festgelegt werden.

Auch mit anderen Mitteln soll Vertrauen wiederhergestellt werden – einerseits zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen im Norden des Landes und andererseits in staatliche Institutionen. Im dem von der GIZ begleiteten Bürgerdialog einigen sich die Beteiligten in einem demokratischen Prozess auf gemeinsame Projekte, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern und damit den sozialen Zusammenhalt fördern. In der besonders krisenhaften Nordprovinz Gao etwa wird bis Ende 2017 in jeder der 19 Kommunen mindestens ein Projekt umgesetzt – beispielsweise die Sanierung von Sportplätzen. Mehr als 150.000 Menschen profitieren von den Mikroprojekten.

Vertrauen wiederherstellen, Lebensverhältnisse verbessern: Mehr als 150.000 Menschen profitieren in Mali von Mikroprojekten wie zum Beispiel der Sanierung von Sportplätzen.

Gesundheits- und Wasserversorgung für die Bevölkerung

Konkrete Verbesserungen der Lebensverhältnisse helfen dabei, das Vertrauen in staatliche Strukturen wiederherzustellen. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr ist das einzige Krankenhaus in der Nordregion saniert worden, was die Hygienesituation im Krankenhaus und die Gesundheitsversorgung erheblich verbessert hat: Heute können die Toiletten und Waschräume wieder benutzt werden. Neue Regenwasserabläufe sorgen dafür, dass die OP-Säle während der Regenzeit wieder benutzbar sind. Rund 100.000 Menschen profitieren davon.

Ein weiteres Projekt verbessert die Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Seit 2015 haben rund 1,3 Million Malier Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen. Außerdem wurden 20 Ausbilder in Pumpenmechanik, Generatorwartung und spezifischen Reparaturdienstleistungen geschult. Sie geben ihr Wissen weiter: Insgesamt 1.200 Menschen werden darin fortgebildet, die Systeme zu warten und zu reparieren – um eine dauerhafte und stabile Wasserversorgung zu ermöglichen.

Stand: November 2017