Strom für den Senegal

Die Mini-Windkraftanlage in dem senegalesischen Dorf Sine Moussa Abdou produziert wenige Kilowatt; das ist genug, um 70 Familien mit insgesamt 900 Menschen zuverlässig mit Strom zu versorgen. Die Technik und das privatwirtschaftliche Betreibermodell dafür lieferte die deutsche INENSUS GmbH, die zusammen mit einer senegalesischen Firma ein Gemeinschaftsunternehmen gründete und in einer Entwicklungspartnerschaft mit dem „Programm zur Förderung der erneuerbaren Energien und der ländlichen Elektrifizierung“ eine kleine Windkraftanlage baute. Das Programm führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch.

Ländliche Elektrifizierung hat Priorität

Die GIZ unterstützt die Regierung Senegals und lokale Unternehmen seit 2004 dabei, 265 entlegenen Dörfern mit insgesamt 90.000 Menschen bis 2016 einen Zugang zu Energie zu ermöglichen.


Auch die Niederlande finanzieren das Programm mit, in das nur Dorfgemeinschaften aufgenommen werden, die sich selbst organisieren und mindestens eine öffentliche Einrichtung wie beispielsweise eine Schule oder eine Gesundheitsstation haben. Das Programm berät Senegal auch bei der Einspeiseverordnung für erneuerbare Energie. Die Entwicklungspartnerschaft mit INENSUS knüpft an diese Arbeit an. „Die Dorfbewohner müssen das Modell wollen und sich dazu organisieren“, sagt INENSUS-Geschäftsführer Nico Peterschmidt. Damit der Zugang zu Energie die Dorfwirtschaft belebt, kam in Sine Moussa Abdou auch eine Mikrofinanzorganisation mit ins Boot. Der Schneider im Ort macht nun viel mehr Umsatz, weil er eine elektrische Nähmaschine hat. Frauen haben einen Dorfladen mit Kühlschrank eröffnet und bald soll auch das Internet Einzug halten. Andere Geber und Privatinvestoren interessieren sich inzwischen ebenfalls für das Modell. Ein niederländischer Fonds sagte Mittel zu, damit weitere 30 Dörfer mit 30.000 Einwohnern ebenfalls elektrifiziert werden.