Interviewangebot zum „Internationalen Tag des Bodens“ am 05.12.2015

26.11.2015

„Ohne Boden keine Nahrung“ - Immer mehr Ackerflächen werden unfruchtbar. Die GIZ arbeitet weltweit am nachhaltigen Schutz von Böden – zum Beispiel in Äthiopien.

Weltweit werden jedes Jahr große Teile landwirtschaftlich nutzbaren Bodens unfruchtbar – weil Bauern zu aggressiven Dünger einsetzen, zu viele Tiere die Weiden kahl fressen oder Sträucher abgeholzt werden. Der Bodenatlas 2015 belegt es: Jährlich gehen dadurch 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden verloren. Der Bodenatlas wurde in diesem Jahr von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Institute for Advanced Sustainabilty Studies in Potsdam und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erstmals veröffentlicht. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ausgerufen; der 5. Dezember ist der „Internationale Tag des Bodens“. „Dass wir nicht auf Wasser und Luft verzichten können, ist uns allen bewusst“, sagt Johannes Schoeneberger, Experte der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH für nachhaltige Landbewirtschaftung in Äthiopien. „Aber ohne Böden gibt es keine Nahrungsmittel. Deswegen ist der Bodenschutz enorm wichtig.“ Um landwirtschaftliche Flächen nachhaltig zu schützen, setzt die GIZ im Auftrag der Bundesregierung Projekte in Asien, Afrika und Südamerika um.

So zum Beispiel in Äthiopien: Landesweit gehen dort jährlich 30.000 Hektar Fläche durch Erosion für die Landwirtschaft verloren. Das geschieht so: Die Bevölkerung wächst, der Bedarf an Nahrungsmitteln steigt. Die Kleinbauern dehnen ihre Äcker immer weiter in die Hochlagen aus. Sie fällen die Wälder an den Hängen, um dort Felder anzulegen. Ursprünglich wuchsen an den Hängen Sträucher und Bäume. Sie gaben dem Boden Halt. Ohne sie tragen Wind und Regen die Ackerkrume ab. Das ablaufende Wasser verursacht Flutschäden auf den Feldern in den Tälern.

Die wachsende Bevölkerung hält auch mehr Vieh. Rinder und Ziegen überweiden das Land. Die kurzgefressenen Pflanzen können sich nicht mehr regenerieren; Regen und Wind führen auch hier zur Erosion. Auch der Klimawandel ist in Äthiopien bereits zu spüren. Vermehrt auftretender Starkregen und längere Trockenperioden verschärfen die Situation. Das Ergebnis: Die Bodenfruchtbarkeit sinkt. Die Felder bringen weniger Ertrag.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berät die GIZ das äthiopische Landwirtschaftsministerium um Kleinbauern in sechs Regionen Äthiopiens zu unterstützen. „Unser Ziel ist es, die landwirtschaftlichen Erträge der kleinbäuerlichen Betriebe durch nachhaltige Bewirtschaftung zu erhöhen“, sagt Johannes Schoeneberger. Die GIZ erarbeitet durch nationale Experten mit den Dorfgemeinschaften Pläne zur Bodenverbesserung, für Bewässerungsanlagen und Regeln zur Viehhaltung. So halten die Bauern ihr Vieh nun im Stall und bauen das Futter an. Außerdem fassen alle Dorfbewohner mit an, um an den Steilhängen Steinterassen anzulegen, damit die Erde nicht abrutscht. Sie pflanzen Bäume und Gräser, um dem Boden Halt zu geben. Insgesamt haben sich Kleinbauern in über 500 Kooperativen zusammengeschlossen, um die geschützten Hänge gemeinsam nachhaltig zu bewirtschaften.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 200.000 Hektar ehemals degradiertes Land wird mittlerweile nachhaltig bewirtschaftet. Die GIZ unterstützt über 600 Dörfer dabei, die Böden und die Wasserversorgung zu verbessern. Heute sind die grünen Felder sogar auf Satellitenbildern zu erkennen. Die Bauern konnten ihre Erträge um bis zu 85 Prozent steigern; Teile ihrer Ernte bieten sie nun auf den lokalen Märkten an und erzielen so ein höheres Einkommen. Die GIZ erreichte mit den Maßnahmen zur Förderung der nachhaltigen Landbewirtschaftung knapp eine Million Menschen. Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Lange war Unterernährung dort eines der wichtigsten Entwicklungsprobleme.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Sie unterstützt die Bundesregierung in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und in der internationalen Bildungsarbeit. Die GIZ trägt dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.

Herr Schoeneberger steht am Montag, den 30.11., und Dienstag, den 01.12., für telefonische Interviews zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die GIZ Pressestelle. 

Kontakt

GIZ Pressestelle, Lena Hollender
lena.hollender@giz.de
Telefon: +49 6196 79-1285