Die Zukunft der Energieversorgung

25.11.2015

Erste Ergebnisse der Studie Delphi Energy Future 2040 vorgestellt

Wie verändern sich die Energiesysteme in Deutschland, Europa und der Welt bis zum Jahr 2040? Dieser umfassenden Frage widmet sich erstmals die internationale Zukunftsstudie Delphi Energy Future 2040, ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und PricewaterhouseCoopers (PwC).

Welche Entwicklungen in Technologie und Gesellschaft werden die Energiemärkte grundlegend verändern? Wird Deutschland langfristig von seiner Rolle als Energiewende-Pionier wirtschaftlich und politisch profitieren können? Mit diesen und anderen Fragen setzt sich die Delphi-Energie-Studie auseinander, für die über 350 Energieexperten aus mehr als 40 Ländern aus allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik befragt wurden. Die ersten Ergebnisse liegen jetzt vor und wurden heute von Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der GIZ und Dr. Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC, in Berlin vorgestellt.

Die Mehrheit der befragten Experten (über 60 Prozent) glaubt, dass sich die internationale Gemeinschaft bis 2040 auf verbindliche Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen geeinigt hat – und diese auch umsetzt. Zu den Treibern für einen effektiven Klimaschutz zählt laut Studie der globale Ausbau Erneuerbarer Energien. 80 Prozent sehen in Zukunft Erneuerbare Energien als die günstigste Alternative zur Stromerzeugung.

In einem weiteren Punkt sind sich die befragten Experten weitgehend einig: Europa wird in den nächsten beiden Jahrzehnten eine harmonisierte Energie-Innenpolitik und einen leistungsfähigen Energie-Binnenmarkt aufbauen, basierend auf einer hochleistungsfähigen grenzüberschreitenden Infrastruktur. Darüber hinaus hält es die Mehrheit der Experten für wahrscheinlich, dass Deutschland die internationale Systemführerschaft für das Management und die Technik eines vor allem auf Erneuerbare Energien aufgebauten Energiesystems haben wird. Zugleich sehen viele von ihnen China im Jahr 2040 als den weltgrößten Entwickler von Erneuerbaren-Technologien. Demnach könnte sich zukünftig ein Wettbewerb um die Technologieführerschaft abzeichnen, auf den es sich heute schon vorzubereiten gilt.

Weitere Studien-Ergebnisse: Konventionelle Kraftwerke werden kleiner und flexibler; ebenso werden die Verbraucher ihre Nachfrage flexibilisieren – zum Beispiel durch Demand Side Management. Ob Verbraucher Versorgungssicherheit in Zukunft separat als Dienstleistung kaufen müssen, Versorgungssicherheit damit einen Preis bekommt – darüber gehen die Meinungen der befragten Experten auseinander. Fest steht: Die Unternehmen werden ihre Geschäftsmodelle neu aufstellen müssen – mit starkem Fokus auf den Kunden. Bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen soll der Delphi Orientierung bieten – sowohl den Unternehmen als auch Politik und Gesellschaft.

Die abschließenden Ergebnisse der Studie werden zu Beginn des Jahres 2016 veröffentlicht.

Kontakt

Anja Tomic (Stellv. Pressesprecherin GIZ)
anja.tomic@giz.de
Telefon: 06196/79-2668

Jan Ulland (Pressesprecher BDEW)
jan.ulland@bdew.de
Telefon: 030/300 199-1162

Stefanie Nürnberger (PwC Pressestelle)
stefanie.nuernberger@de.pwc.com
Telefon: 069/9585-5539