Themenservice Arbeitsplatz: Die Welt

Die GIZ ist im Auftrag der Bundesregierung weltweit in mehr als 130 Ländern mit über 17.000 Mitarbeitern aktiv, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Über 80 Prozent der Mitarbeiter, Deutsche und Einheimische, arbeiten im Ausland. Dazu kommen knapp 1000 Entwicklungshelfer und weitere 1000 Fachkräfte, die über das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), eine Arbeitsgemeinschaft aus GIZ und Bundesagentur für Arbeit, an lokale Arbeitgeber im Ausland oder Inland vermittelt wurden.

Matthias Wagner auf einem Markt in Phnom Penh

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Der Themenservice für Journalisten informiert zu einem aktuellen Thema oder Ereignis mit Bezug zur internationalen Zusammenarbeit. Er umfasst Bilder, Hintergründe und Interviews, stellt Projekte vor und liefert weiterführende Links. Zu jedem Thema vermitteln wir gerne Interviewpartner.

Die Texte und Fotos aus diesem Themenservice stehen Redaktionen zum honorarfreien Abdruck zur Verfügung.

Costa Rica: Michael Schlönvoigt - Engagiert beim Schutz von Schildkröten und Küstenzonen

Engagiert beim Schutz von Schildkröten und Küstenzonen

Bei seinem Job kommt Michael Schlönvoigt auch mal nachts ins Schwitzen. Eigentlich wollte der Schwabe nie weg aus seiner Heimat. Nun ist er wieder in Costa Rica, wo er früher schon einige Jahre zur Schule ging und heute für den Küstenschutz und die Anpassung an den Klimawandel arbeitet.

Ein dunkler Koloss verschwindet gerade im Pazifik. Das Mondlicht flackert durch die Wolken, erhellt den Rest des mächtigen Panzers der Lederrücken-Schildkröte. Michael Schlönvoigt, geboren in Aalen in Baden-Württemberg, ist ein bisschen enttäuscht, dass er zu spät kommt, und etwas außer Atem, weil er den letzten Kilometer sehr schnell über den Sand lief. Mit Rodney Piedra, Chef des Meeresnationalparks Las Baulas in der Provinz Guanacaste, verfolgt er die breite Spur der „Tortuga Baula“ strandeinwärts. Die Tiere können bis zu 800 Kilo schwer, ihre Panzer bis über zwei Meter lang sein. Die Schaufel- und Kriechspuren über dem Nest sind gewaltig, als wenn hier ein Traktor kreuz und quer gefahren wäre.

Der Parkchef und sein Berater aus Deutschland knien wenig später etwa 200 Meter weiter im Sand. Señor Piedra erhellt mit dem rötlichen, sanften Licht seiner Taschenlampe eine Kuhle und das Hinterteil einer Oliv-Bastardschildkröte. Die legt ihre etwa 50 Eier, halb so groß wie Tischtennisbälle, im Minuten-Takt. „Die Tortuga Lora ist Stammgast hier am Strand, sie hat einen gut 60 Zentimeter langen Panzer“, erläutert der Parkchef. Auch die Lederrücken-Schildkröte komme regelmäßig, aber seltener, sie sei inzwischen weltweit gefährdet. Dafür sorgen nicht nur Fischernetze im Meer und Plastikabfälle, die die Tiere womöglich für leckere Quallen halten, sondern auch tierische und menschliche Eierdiebe.

„Auch der Klimawandel mit ansteigenden Temperaturen und höherem Meeresspiegel, Küstenerosion und Zersiedlung der Nistflächen macht den Tieren zu schaffen“, erläutert Schlönvoigt. Der promovierte Forstwissenschaftler und Diplom-Agraringenieur arbeitet für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Er befasst sich seit Dezember 2010 mit der Anpassung an den Klimawandel im Bereich der marinen Küstenbiodiversität. Hier kooperiert die GIZ im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) mit einheimischen Partnern wie zum Beispiel Costa Ricas Schutzgebietsbehörde.

Auf dem Rückweg zum Haus der Parkverwaltung unweit des Touristendorfs Tamarindo erzählt der Deutsche von früheren Jahren: „Ich war verwurzelt im Schwäbischen, bin aufgewachsen in Oberkochen. Ich war 13, hatte in der Oberschule meine erste ‚2‘ in Englisch, war im Fußballverein in Oberkochen Spielführer und auf dem Weg nach oben“, erzählt Schlönvoigt. „Da sagte mir mein Vater, ‚wir ziehen um nach Costa Rica‘. Ich war geschockt. So schnell wollte ich dann doch nicht ins Ausland, und wenn, eigentlich nur zu Real Madrid!“ Der Vater war Ende der sechziger Jahre als Mitarbeiter der Firma Carl Zeiss für eine Vorgängerorganisation der GIZ im Einsatz.

„In meinen ersten fünf Jahren Costa Rica hatte ich mich allerdings schnell eingelebt und sofort sehr wohl gefühlt. Diese Zeit war für mich sehr prägend“, betont Schlönvoigt. Nach dem Studium in Darmstadt und Göttingen und Jobs in Afrika, Asien und Lateinamerika arbeitet der Schwabe – mit einigen Unterbrechungen – nun schon zehn Jahre in Costa Rica. Seine Frau Andrea aus Schüttorf in der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen ist ebenfalls Agrar- und Forstexpertin und in ähnlichen internationalen Projekten tätig. Das Paar lebt zwischen Palmen und Bananen am Stadtrand von San José. Der Schwabe hat noch gute Kontakte in seine deutsche Heimat: „Denn meine Eltern leben in Heidenheim.“ Die 21 Jahre alten Zwillingstöchter studieren in Braunschweig und Göttingen.

Am Morgen verteilt Schlönvoigt zum Abschluss eines Seminars Urkunden im Tagungsraum eines Hotels. Es geht um Folgen des Tourismus, Ressourcenschutz, Klimawandel und die ökonomische Bewertung von Umweltdienstleistungen. „Der Erhalt der Ökosysteme im Meer und der Küstenregionen ist auch für die Küstenbewohner immens wichtig, weil sie Schutz gegen Sturmfluten, Überschwemmungen und Versalzung von Böden und Grundwasser bieten.“ GIZ-Kollegin Patricia Ruiz Madariaga aus Chile, selbst seit 20 Jahren in Costa Rica, bekräftigt zwischen Mangroven und Brandung: „Auch der Tourismus in Costa Rica muss sich mit der Klimaproblematik auseinandersetzen, sonst nimmt die Umwelt Schaden.“ Nur so werde Costa Rica weltweit im Naturtourismus führend und weiter ein Hotspot der Biodiversität und Lebensraum einer hohen Anzahl endemischer Pflanzen- und Tierarten bleiben.

Michael Meyer

Kambodscha: Matthias Wagner - Parlamentsberater in Phnom Penh

Parlamentsberater in Phnom Penh

Zu DDR-Zeiten schipperte Matthias Wagner über die Ostsee, durfte aber nie Kapitän werden. Heute berät er das Parlament in Phnom Penh. Der Diplom-Ingenieur, der auch einen Master in Politik hat, kann dabei auf seine Erfahrungen im Landwirtschafts- und Umweltministerium in Thüringen zurückgreifen.

Das Parlamentsgebäude in Kambodschas Hauptstadt ist von außen fast so prunkvoll wie der Königspalast: Giebeldächer, Buddhaskulpturen, gemeißelte religiöse Motive, hohe Türme in goldener und roter Farbe. Äußerlich erinnert hier nichts mehr an Kriege und die Gräueltaten des Pol Pot Regimes, dem etwa zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. „Aber das Land hat weiter eine große Bildungslücke, auch in der Politik. Die meisten Abgeordneten sind sehr lernbegierig“, betont Wagner. „Partnerschaft ist gefragt. Große Geduld ist nötig. Wer als Berater oberlehrerhaft auftritt, hat kaum Chancen.“

Im Büro des 49-Jährigen bestätigt Assistentin Mith Chan-Linda später: „Unsere Politiker freuen sich über deutsche Beratung in Sachen Parlamentarismus, Rechtsstaatlichkeit und guter Regierungsführung.“ Die 29-Jährige fügt schmunzelnd hinzu: „Seitdem ich mit meinem deutschen Chef arbeite, habe ich oft Kopfschmerzen. Ich muss nun so viel denken.“ Wagner mag solche Komplimente.

Rückblickend ist er heute sogar ein bisschen froh, dass ihm in der DDR die Kapitäns-Laufbahn verweigert wurde. „So habe ich auch Zeit für meine Familie.“ Er wohnt mit seiner Frau Sophea (32), die in Erfurt und Weimar Deutsch studiert hat, und den Söhnen Ry Sothias (4) und Steve Vichea (2) in einem schmucken Haus im Stadtzentrum.

Ausgestopfte Fische, Haifischköpfe, Taue und Steuerräder gehören zum Inventar von Wagners Heimathaus aus dem Jahr 1898 in Erfurts Süden, wo seine Eltern heute noch leben. Sein Vater war in der DDR einige Jahre Seemann. Der Junior ging nach dem Abitur in Erfurt vier Jahre zur Marine in Rostock, weil er später Navigation studieren und Kapitän auf großer Fahrt werden wollte. „Doch das durfte ich nicht – aus politischen Gründen.“ Die SED genehmigte jedoch ein Studium der Schiffbautechnologie in Rostock.

Dann lächelt der schlanke, hochgewachsene Mann: „Immerhin, ich habe noch ein Segelboot in Stralsund“, sagt er. Kontakt zu Kambodscha, früher „Bruderland“ der DDR, hat Wagner schon lange. Er ist Gründer der Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft und war mit Hilfe der Thüringer Landesregierung schon in den 1990-er Jahren in Sachen Recycling und Kompostierung organischer Abfälle in Phnom Penh.

Wagner: „Als CIM die Beraterstelle ausschrieb, habe ich mich sofort beworben und arbeite seit Anfang 2008 in Kambodscha.“ CIM ist das „Centrum für internationale Migration und Entwicklung“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Arbeitsgemeinschaft aus Deutscher Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt Fach- und Führungskräfte an Arbeitgeber in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der Deutsche betont: „Ich baue keine Brunnen, Fortschritte in der Parlamentsberatung sind also nicht direkt sichtbar.“ Langer Atem sei nötig. Zwischen Regierung und Opposition gibt es längst keine Prügeleien mehr. Die Wunden schließen sich langsam. Parlamentsdebatten sind laut Wagner „zunehmend qualifizierter“. Der Prozess der Wiederversöhnung und Vergangenheitsbewältigung sei auf einem guten Weg. Wagner: „Es wird oft gelächelt. So bleibt vieles hinter der Fassade. Das gehört hier zum Alltag.“ Die Opposition hat weniger Rechte als im Bundestag, könnte „ihren Spielraum aber besser ausschöpfen.“ Es fehle ihr häufig an Strategien.

Wagners Seminare für internationale Beziehungen, Kommunikation und effiziente Parlamentsarbeit zielen auf alle der 123 Abgeordneten ab und die Fähigsten der etwa 1.200 Mitarbeiter des Parlaments. Weil die Oppositionsparteien kaum etwas über Lobbyarbeit wissen, steht auch Wagner hier mit Tipps zur Verfügung: „Wenn es sein muss auch in der Mittagspause, am Abend oder Wochenende.“ Der Deutsche betont: „Ich bin hier mit meiner Familie glücklich. Das Land hat noch viele große Probleme. Aber es geht allmählich aufwärts. Die Menschen sind freundlich. Und mein Job ist sehr spannend.“

Michael Meyer

Thailand: Martina Kolb - Eine junge Schwäbin kämpft für reine Luft

Eine junge Schwäbin kämpft für reine Luft

Martina Kolb weiß aus Kindheit und Jugend im Schwarzwald und in Bayerisch-Schwaben, wie gesund und kostbar reine Luft ist. Heute hilft sie in sieben Ländern Südostasiens, Umweltsünden zu bekämpfen, um gesünder zu leben und wieder sorgenfreier zu atmen.

„Papa, was sprechen die denn hier“, fragte Martina Kolb, als sie sechs und mit ihrem Vater das erste Mal in den USA war. „Englisch.“ „Na gut, dann lerne ich das.“ Gesagt – getan. Martina Kolb erinnert sich noch gut an diesen Dialog vor 27 Jahren, wie sie in Bangkok auf einer Bank im Lumpini Park zwischen See und Uhrenturm erzählt. Hier demonstriert sie ihr vielseitiges Sprachtalent und plaudert in Thailändisch mit Studenten über dies und das, natürlich noch etwas holperig. Die sind verblüfft und voller Lob, als sie erfahren, dass die 33-Jährige erst seit Mai 2010 in Bangkok lebt. Auch Französisch, Spanisch, Rumänisch und natürlich Englisch spricht sie. Bei Bedarf kann sie auch Schwäbeln.

„Ich bin viel auf Achse“, sagt Martina Kolb, die von Thailands Metropole oft auch nach Indonesien, Malaysia und auf die Philippinen fliegt. Sie ist Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Die GIZ engagiert sich im Auftrag der Bundesregierung in Thailand und ist einer der Partner, die mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) für Luftreinhaltung und Klimaschutz arbeiten.

„Ich war schon viel früher hier“, sagt Diplom-Betriebswirtin und Fremdsprachenkorrespondentin Kolb schmunzelnd. „Das war in Günzburg, als ich als Kind mit dem Finger durch den Atlas gereist bin. Mich hat alles interessiert – Sprachen, Religionen, ferne Kulturen und Länder.“ Die junge Frau mit blonden Haaren fügt hinzu: „Vielleicht liegt es auch daran, dass ein Teil meiner Verwandtschaft aus Madrid, Barcelona in Spanien sowie der Türkei stammt.“

Sie fügt hinzu: „Ich bin jedoch echte Schwäbin, in Villingen am Rande des Schwarzwalds geboren, in Günzburg in Bayerisch-Schwaben zur Schule gegangen.“ Abitur hat Kolb im nahen Krumbach gemacht, Ausbildung und Prüfungen zur Fremdsprachenkorrespondentin in Augsburg, studiert hat sie in Würzburg. Eines ihrer vielen Praktika führte sie auch nach Brüssel ins Europäische Parlament. „Rumänien stand damals kurz vor dem EU-Beitritt. In reizvoller Landschaft – in den Karpaten – schrieb sie 2004 ihre Diplomarbeit zur Abfallwirtschaft.“ In Ramnicu Valcea machte ich dazu Umfragen, gab Empfehlungen zur Verbesserung der Situation. Dafür habe ich Rumänisch gelernt.“ Auch eine Weltreise durfte zwischendurch nicht fehlen. Kolb: „Allein mit dem Rucksack war ich auch in Australien, Neuseeland und Südafrika.“ Direkt danach begann sie für die GIZ in Eschborn zu arbeiten.

Auf der riesigen Kreuzung vor dem Lumpini Park stauen sich die Autos, darunter viele Taxen. In der Nähe rollen die Stadtbahn auf Stelzen und die Metro im Untergrund und entlasten seit einigen Jahren die vollen Straßen. Die Fußgängerampel zeigt lange Rot. „Schau, hinter uns ist gerade alles Grün“, sagt GIZ-Mitarbeiterin Napaporn Yuberk zu ihrer deutschen Kollegin. Damit meint die 36-Jährige nicht den Park, sondern die riesige Tafel davor. Auch bei Kohlenmonoxid (CO), Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffdioxid (NO2) blinkt es grün. Wenn nicht gerade Rush Hour ist, liegen die Werte mittlerweile unter dem kritischen Grenzwert. „Es gibt noch viel zu tun in Bangkok, aber auch Fortschritte“, betont die Thailänderin.

Und Martina Kolb erläutert: „Praktisch kein Taxi fährt mehr mit Benzin. Sie benutzen Compressed Natural Gas und Liquified Natural Gas, da beides billiger ist und vom Staat gefördert wird.“ Thailand hat viele Messstationen, darunter 54 große, allein 24 im Großraum Bangkok, der viele Industriebetriebe hat. Das Programm zu Luftreinhaltung und Klimaschutz in der ASEAN-Region kümmert sich vor allem um „mittelgroße Städte“. Dazu zählen auch Chiang Mai und Nakhon Ratchasima (Korat) in Thailand, Palembang mit über einer Million Einwohner in Indonesien sowie die Hauptstädte Phnom Penh in Kambodscha und Vientiane in Laos.

Überall wachsen Verkehrsbelastung und Industrie – alles auf Kosten der Luftqualität. Das ASEAN-Programm kümmert sich um Schadstoffmessungen, Luftreinhaltepläne, bessere Stadtplanung und Aufklärung, damit das Bewusstsein der Bürger geschärft wird. „Viel muss noch für Fußgänger und Radfahrer getan werden, auch in Bangkok“, sagt Martina Kolb. Vielerorts blockieren fliegende Händler Straßenabschnitte und Bürgersteige. Auch Löcher und Absperrungen machen das Laufen schwer. Radeln ist wegen fehlender Radwege und verstopfter Straßen in vielen Städten fast unmöglich. Wie wichtig eine flotte, funktionierende Stadtbahn ist, zeigt Bangkok. Auch viele Beschäftigte der Deutschen Botschaft verzichten inzwischen auf ihr Auto. „Die Bahnen sind schneller und umweltfreundlicher“, sagt ein Mitarbeiter.

Michael Meyer

Libanon: Wolfgang Altenburg - Eine Ausbildung im Holzhandwerk öffnet Horizonte

Eine Ausbildung im Holzhandwerk öffnet Horizonte

Wolfgang Altenburg lebt seinen Jugendtraum. Da stört es nicht, dass die Holzverarbeitung ein anstrengendes und staubiges Handwerk ist. Immer wieder ist der Schreinermeister als Entwicklungshelfer im Einsatz, derzeit für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Libanon.

„Lange bevor ich Schreinermeister wurde, wusste ich schon, dass ich Entwicklungshelfer werden will“, blickt Wolfgang Altenburg zurück. Und er wusste noch mehr mit damals 18 Jahren: Dass er Lehrer werden und mit Holz arbeiten möchte. Diese drei Jugendträume haben sich alle erfüllt. 1983 hatte er seinen ersten Entwicklungshilfe-Einsatz als Ausbilder und Berater für Holzverarbeitung in Burkina Faso.

Seit Januar 2012 arbeitet der Niederbayer nun im Libanon. Hier berät die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das libanesische Bildungsministerium und die Industrie- und Handelskammern bei Berufsbildung und Unterstützung der Entwicklung kleiner Unternehmen. Der Schwerpunkt der Arbeit von Altenburg liegt auf der Aus- und Fortbildung von Lehrern und Ausbildern, um eine adäquate kooperative Ausbildung Schule/Betrieb im Libanon anbieten zu können. Dabei werden von Anfang an private Betriebe einbezogen, das sind oftmals kleine Schreinerwerkstätten nur so groß wie eine Garage. „Wir schaffen es sogar manchmal, einige Inhaber davon zu überzeugen, dass sie selbst als Praxis-Ausbilder für unsere Azubis fungieren oder zumindest Praktikanten aufnehmen.“ Des Weiteren kümmert sich der Entwicklungshelfer darum, die kooperative Erstausbildung in den Technischen Schulen und Instituten einzuführen.

Für Wolfgang Altenburg könnte das alles Routine sein, denn nach Einsätzen in der ganzen Welt hat er viel Erfahrung gesammelt. Der 52-Jährige weiß aber, dass jedes Land anders ist. Im Libanon ist es nicht immer einfach, junge Leute von einer handwerklichen Ausbildung zu überzeugen. „Noch dazu in einem Beruf, der mit viel Staub und Maschinenlärm verbunden ist und in dem man anfangs nicht viel verdienen kann“, sagt Altenburg nachdenklich. Darum trifft man den Schreinermeister auch fast nie in seinem Büro in Eddé. Er ist jeden Tag im Land unterwegs, oft in Hitze und Staub, um Lehrer fortzubilden und junge Leute zu besuchen. „Ich versuche dann, ihnen und ihren Eltern die Vorteile zu zeigen, die eine moderne Ausbildung bietet: ein sicherer Arbeitsplatz und weitere Entwicklungsmöglichkeiten.“

Die längste Zeit, von 2001 bis 2010, hat der Niederbayer in Ägypten verbracht. Dort in Kairo traf er junge Menschen wie Abdel Hamid, der als unerfahrener Restaurator zum On-the-job-Training von Wolfgang Altenburg kam. „Er hat sich im Laufe der Zeit so für die Arbeit mit Holz begeistern können wie ich selbst. Zuletzt hat er meine Aufgaben in dem Projekt in Kairo übernommen und bildet nun selbst junge Leute weiter“, sagt Altenburg strahlend. Solche Geschichten motivieren ihn und machen ihn stolz. Das gilt auch für ein Erlebnis in diesen Tagen im Libanon: Dort hat sich gerade zum ersten Mal eine junge Frau für eine Ausbildung als Schreinerin eingeschrieben – in einem männerdominierten Land wahrlich nicht selbstverständlich.

Wolfgang Altenburg geht noch mit genauso viel Enthusiasmus an seine Arbeit wie vor 30 Jahren. Das steckt die jungen Leute an. Und der Entwicklungshelfer freut sich, dass er ihnen die Chancen, die er selbst hatte, auch für ihren Lebensweg aufzeigen kann. „Ich kann die jungen Leute dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen, und gestalte dadurch ein Stück Wandel mit. Das bedeutet mir sehr viel.“

Angela Beckmann

USA: Derya Dönmez - „Man lernt sich selbst neu kennen“

„Man lernt sich selbst neu kennen“

Auslandsaufenthalte verändern die Sicht auf die Welt und auf sich selbst. Mit Stipendien-Programmen bietet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH jungen Menschen aus Deutschland Chancen für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung: weltweit Arbeitserfahrung sammeln, Sprachkenntnisse vertiefen, fremde Kulturen hautnah erleben.

Ein Stipendien-Programm konzentriert sich ganz auf die USA: Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP). Finanziert wird es vom Deutschen Bundestag und dem US-amerikanischen Kongress. Derya Dönmez hat teilgenommen und ein Jahr in den USA verbracht.

„Das Bewerbungsverfahren war nicht ohne“, sagt Derya Dönmez. Am Anfang stand die schriftliche Bewerbung mit einer Checkliste von 18 Punkten. Dann kam ein Assessment-Center mit Wissenstest, Präsentation, Gruppenarbeit und Englischtest. Und schließlich gab es noch ein Vorstellungsgespräch bei einem Bundestagsabgeordneten. Der entschied darüber, welcher Bewerber aus seinem Wahlkreis am Schluss ein Ticket für die USA in seinen Händen hält.

Was Derya Dönmez letzten Endes in seinen Händen hielt, war jedoch mehr als nur ein Ticket. „Wenn ich mir im Nachhinein anschaue, was im Stipendium alles enthalten ist, dann ist das schon ein beeindruckendes Paket“, sagt er.

Zunächst ging es zum Vorbereitungsseminar nach Berlin. Auf dem Plan dort standen Landeskunde, interkulturelles Training und Szenario-Übungen für das Verhalten in schwierigen Situationen. „Das alles war wichtig, weil wir das ganze Jahr in Gastfamilien untergebracht waren“, urteilt Dönmez. Als Voraussetzung musste Dönmez eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen und durfte nicht älter als 24 Jahre sein.

In den USA angekommen, fanden sich die 75 Teilnehmer aus Deutschland zunächst in einem weiteren Seminar in New York. „Dort bekamen wir zusätzliche Tipps für das Leben in den USA und erfuhren Details über unsere Aufenthaltsorte“, so Dönmez.

Generell gliedert sich das Jahr in den USA in zwei Phasen. Die ersten sechs Monate verbringen die Teilnehmer an Hochschulen. „Ich war am Parkland College in Champaign, Illinois“, sagt Dönmez, der vor seiner Ausreise eine Banklehre abgeschlossen und ein BWL-Studium begonnen hatte. „Dort belegte ich Kurse zu allgemeiner Betriebswirtschaftslehre, Finanzwesen und Buchhaltung.“ Die zweiten sechs Monate eines PPP-Aufenthalts sind für Praktika bei Unternehmen vorgesehen. „Und die muss man selbst eintüten“, erinnert sich Dönmez. Er fand einen Platz in Chicago bei Robert Bosch Power Tools, der Sparte für Werkzeuge und Haushaltsgeräte. „Dort war ich im Controlling eingesetzt. Es war spannend – weil wir auch für Mexiko und Kanada zuständig waren und ich mit einem eigenen, kleinen Projekt gleich Verantwortung übernehmen durfte. Außerdem haben die ein relativ gutes Gehalt gezahlt“.

Am Ende ihres Aufenthalts treffen sich alle Teilnehmer wieder, für ein Abschlussseminar in Washington D.C. – mit einer Menge Erfahrung im Gepäck. „Ich habe so viel gelernt“, sagt Dönmez. „Fachliche Dinge an der Uni, Arbeitsabläufe in einem Unternehmen, englische Sprache, amerikanische Kultur.“ Doch das ist nur die eine Seite, findet er. „Ich habe vor allem gelernt, zunächst einmal alleine zu sein und ein soziales Netzwerk von Null aufzubauen. Außerdem steht man gerade in einer Gastfamilie täglich in Kontakt mit einer fremden Kultur. Und mit den Gasteltern geht es natürlich auch darum, Grenzen zu erkennen, zu setzen und zu respektieren. Und das ist faszinierend. Man lernt sich selbst neu kennen.“

Hans-Joachim Rabe

Bewerbungsunterlagen für die nächste Runde des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms können bis 14. September angefordert werden bei: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, F110 Nordamerika, Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn, Tel.: 0228 / 4460 -1172 oder -1339. Informationen über weitere Auslandsaufenthalte erhalten Sie bei der Informations- und Beratungsstelle (IBS) in Bonn, Tel. 0228 / 4460 1123, http://www3.giz.de/ibs/. Die IBS arbeitet dabei im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Nicaragua: Karin von Loebenstein - Grzimek als Ideengeber

Grzimek als Ideengeber

Als Schülerin verschlang sie die TV-Folgen von Bernhard Grzimek und wollte nach Afrika. Später arbeitete sie dort 16 Jahre – fasziniert und bedrückt zugleich. Heute unterstützt Karin von Loebenstein unter anderem Ureinwohner in Nicaragua. Ein Thermalbad soll Touristen locken.

Rivas – Octavio Guerrero breitet eine seiner großen Karten auf einem Steintisch unter Schatten spendenden Bäumen aus. „Hier bauen wir einen größeren Pool. Dort hinten kommen ein Schmetterlingshaus hin und ein Pavillon.“ Karin von Loebenstein, Leiterin des Umweltprogramms, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt, hört dem Ingenieur aus der Hauptstadt Managua aufmerksam zu. Der 33-Jährige zeigt in den „Termales Salinas de Nagualapa“ mal auf die Projektkarte, dann auf Palmen und Buschwerk sowie auf zwei kleine Warmwasserpools, Picknicktische und hölzerne Umkleidekabinen.

Das Heilquellen-Gelände liegt nahe der Pazifikküste, eine Stunde Sand- und Holperstraße vom Städtchen Rivas und insgesamt drei von Managua entfernt. „Der Anfang ist gemacht, der Ausbau zum Ökotourismusziel soll mehr Gäste, Arbeitsplätze und Einkommen bringen.“ Dies sagt Lehrerin Luzmilda Silva, deren Vorfahren Chorotegas sind. Viele dieser Ureinwohner leben in nahen Dörfern. Vor allem die Frauen hier machen sich für das Projekt stark.

„Es war eine Idee der Einheimischen – auch der strikte Schutz der Natur beim Ausbau. Wir helfen bei der Umsetzung“, sagt von Loebenstein, die ihren Wohnsitz heute in Pöhlde am Rande des Harzes in Niedersachsen hat. Umweltschützerin ist sie seit ihrer Kindheit. „Ich bin auf dem Lande aufgewachsen. Meine Familie hatte eine Teichwirtschaft in Eschede mit Karpfen und Forellen“, erzählt die 55-Jährige. „Wir Nachbarkinder haben aus Bettlaken Segel gemacht und sind im von uns gebauten Floß über die Teiche gefahren.“

Dann kam das Fernweh: „Das Schlüsselerlebnis war die Serie ‚Ein Platz für Tiere‘ mit Bernhard Grzimek“. Die TV-Liveauftritte des Forschers, Filmemachers und Afrikafans mit Affen und anderen Tieren war in den sechziger und siebziger Jahren ein Muss für viele deutsche Familien. „Ich wollte nun unbedingt nach Afrika“, sagt von Loebenstein. Nach dem Abitur in Celle, Landwirtschaftslehre bei Friedland nahe der damaligen DDR-Grenze und Agrarstudium in Göttingen war es bald so weit. Als Entwicklungshelferin ging sie nach Burkina Faso, Togo, in die Demokratische Republik Kongo und nach Kamerun.

Von Loebenstein wird unterbrochen. Ein Ochsenkarren zuckelt an dem kleinen Restaurant am Pazifikstrand vorbei, wo sich die dreiköpfige Crew vor der Heimfahrt nach Managua stärkt. „Wie in Afrika?“, fragt ihre junge Kollegin Alexandra Hernández und zeigt auf das Gespann in sengender Sonne und auf staubiger Straße.

In Nicaragua reist die GIZ-Expertin quer durchs Land. Umweltpolitik sowie Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sind ihre Schwerpunkte. Mit Ureinwohnern arbeitet von Loebenstein auch im Biosphärenreservat Bosawas zusammen. Der Job ist schwieriger als bei den heißen Quellen am Pazifik. Im Reservat kämpfen Einheimische gegen illegale Rodungen und für ihre Landrechte. Die Deutsche: „Wir unterstützen die indigenen Gemeinden unter anderem auch, damit sie ihre Landrechte verbrieft bekommen.“ Und sie hilft Waldbauern bei der Qualitätsverbesserung der Kakaoproduktion und beim Marketing. Ein namhafter deutscher Schokoladen-Hersteller importiert hochwertigen Kakao aus Nicaragua.

Im Urlaub reist die Agrarexpertin gern zu ihrem Bruder nach Pöhlde, wie sie erzählt. Dort wohnt sie in einem Haus im Grünen und zahlt keine Stromrechnung – wie auch viele Jahre in Afrika, wo es keine öffentliche Stromversorgung gab. Doch hier am Rande des Harzes ist der Grund ein anderer. „Wir zapfen in Pöhlde einen Seitenarm der Oder an und gewinnen unsere eigene Energie“, sagt von Loebenstein. Energiegewinnung durch Turbine und Wasserkraft – so wie bei der alten Mühle, die früher auf dem Grundstück Getreide gemahlen hat.

Michael Meyer

Indien: Anna Kalisch - Eine Hessin setzt sich für bessere Ernten ein

Eine Hessin setzt sich für bessere Ernten ein

Anna Kalisch wusste schon als Schülerin: Ich will mich später im Ausland engagieren. Die gebürtige Wiesbadenerin, die in Kronberg im Taunus aufgewachsen ist, unterstützt heute Bauern in Indien, ihre Ernte trotz Klimawandels zu sichern.

Das riesige Land spielt politisch und wirtschaftlich eine immer wichtigere Rolle. Doch Millionen hungern oder sind unterernährt. In etlichen Regionen leidet der Anbau von Reis und anderen Produkten unter dem Klimawandel, der auch unerwartet Regenfälle und Überflutungen bringt. „Viele Familien wissen noch nicht, welche Möglichkeiten der Anpassung es gibt“, sagt die 29-Jährige. Sie arbeitet für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Neu Delhi und den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Rajasthan, Westbengalen und Tamil Nadu.

Anpassung an den Klimawandel in ländlichen Gebieten heißt das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Bevölkerung ist aktiv beteiligt. So werden an der Küste schützende Mangrovenhaine aufgeforstet und etliche Dörfer erproben salzverträgliche Reispflanzen. In Tamil Nadu entstehen kleine Wasserreservoirs mit Dämmen, die bei starkem Regen das Wasser stauen, das für Feld und Vieh verwendet wird. In der Trockenzeit sickert es ins Grundwasser und stockt so langsam die Reservoirs wieder auf.

Haushoch stehen die geernteten Jutebinsen, zwischen denen die spielenden Kinder wie Zwerge wirken. Jute ist mit Reis und Weizen wichtiges Agrarprodukt hier nördlich von Kalkutta. Viele Felder werden von schützenden Erddämmen umsäumt, die auch als Straße dienen. Bauern hacken Gräben aus, pflanzen auch Obstbäume mit starken Wurzeln. Wasserbüffel helfen bei der Arbeit. Das sind Eindrücke einer Fahrt durch Dörfer in Westbengalen.

Für Anna Kalisch ist Indien der erste mehrjährige Auslandsjob. Nun erzählt sie von früher: Schon als Kind machte sie gerne Rucksack-Urlaube mit den Eltern, mochte Karl May-Hörspiele und liebte es, mit den Großeltern Stadt-Land-Fluss zu spielen. „In der Schule war ich in Erdkunde, Englisch und Kunst am besten“, erzählt die Hessin. Schon damals hatte sie häufig Blickkontakt auf die Zentrale ihres heutigen Arbeitgebers. Nach wie vor fährt die S-Bahn auf der Strecke von Kronberg nach Frankfurt direkt an der GIZ vorbei.

Nach dem Abitur im nahen Königstein studierte Kalisch Geografie in Frankfurt und Venezuela und machte an der Goethe-Universität am Main ihr Diplom. Schon damals arbeitete sie als Werkstudentin für die GIZ. Für die Landwirtschaftsabteilung ging es dann auch für einige Monate nach Indien. Seit Juni 2011 ist sie feste Projektmitarbeiterin in Neu Delhi. Kalisch: „Der Job ist spannend und abwechslungsreich. Gut arbeiten wir auch mit nichtstaatlichen Organisationen zusammen, die die Sorgen in den Dörfern kennen.“

Das hört Bhawana Luthra aus Neu Delhi gern. Die 36-Jährige trainiert für das deutsch-indische Projekt Bauern und Beamte. „Erst sind manche bei den Kursen etwas zweifelnd, doch bald macht es ‚klick‘ und fast alle ziehen gut mit.“ Viele Dorfbewohner haben vom Klimawandel nur vage Vorstellungen. Bauer Yusuf Ali (43) weiß schon lange: „Wir haben häufiger Wetterkatastrophen und Angst, dass es schlimmer wird.“ Doch das Bewusstsein wächst, dass alle gemeinsam etwas bewirken können.

Das Projekt läuft von 2009 bis 2014. „Erfolge sind sichtbar“, sagt Kalisch. Einige Beispiele: Aktuell werden sieben lokale Initiativen unterstützt. So lernen etwa 700 Bauernfamilien, auch bei extremem Wetter ihre Ernte zu gewährleisten In Rajasthan werden in zwei Dörfern mit 100 Familien Wasserreservoirs errichtet, die auch die Futterproduktion für Kühe und Ziegen in Trockenphasen sichern.

Zwei indische Regierungsprogramme für ländliche Regionen kamen unter die Klimalupe der GIZ. Der Klimawandel kann regional sehr verschiedene Auswirkungen haben. Es wurde geprüft, ob staatliche Fonds für das Management von Wassereinzugsgebieten sowie von Waldregionen unter den veränderten Witterungsbedingungen fit sind und Fischer und Bauern ihre Erträge bewahren können. Das Projekt unterstützt auch 16 indische Bundesstaaten bei abgestimmten Klimaaktionsplänen sowie Versicherungen für Kleinbauern.

Die Hessin wohnt in Neu Delhi, kann am Wochenende beim Reiten in einem Vorort Lärm und Verkehrsstaus entfliehen. Der Reitstall bei einem Farmhaus liegt unweit von Feldern und einem Trockenlager aus Kuhfladen. Ihren Sattel hat die Pferdeliebhaberin im Flugzeug mitgebracht. „Der ist ein Stückchen Heimat für mich“, sagt Kalisch und streicht ihrem Fliegenschimmel „Silver Treasure“ über den Hals.

Michael Meyer

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