1000 Dächer-Projekt Brasilien – Verbreitung solarthermischer Warmwassererzeugung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: 1000 Dächer-Projekt Brasilien – Verbreitung solarthermischer Warmwassererzeugung
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Brasilianische Entwicklungsbank CAIXA
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2013

Ausgangssituation

Brauchwasser wird in Brasilien größtenteils mit elektrischem Strom oder Erdgas erwärmt. Der weit verbreitete Einsatz von Durchlauferhitzern führt zu Leistungsspitzen beim Stromverbrauch. Die für diese Kapazitäten notwendigen Kraftwerke werden in der Regel mit fossilen Brennstoffen betrieben. Trotz der sehr guten Einstrahlungsbedingungen, über fünf Kilowattstunden pro Quadratmeter Kollektorfläche, und steigender Gas- und Strompreise wird Sonnenenergie in Brasilien zur Warmwassererzeugung kaum genutzt. Zu den Vorreitern gehört der Bundesstaat São Paulo, in dem die Nutzung von Solarthermie für die Warmwassererzeugung vorgeschrieben ist.

Ziel

In ausgewählten Regionen Brasiliens sowie in unterschiedlichen Anwendungsbereichen und Branchen werden solarthermische Anlagen als ressourcenschonende Alternative der Warmwassererzeugung genutzt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Einführung solarthermischer Anlagen zur Warmwassererzeugung im Rahmen bestehender Förder- und Finanzierungsprogramme, zum Beispiel im sozialen Wohnungsbau. Es werden nationale Qualitätsstandards eingeführt. Techniker erhalten Schulungen zur Planung, Installation, Wartung und Unterhaltung solarthermischer Anlagen. Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft setzen Impulse für die Einführung innovativer Konzepte und Technologien.

Das brasilianische Umweltministerium (MMA) wird bei der Koordinierung einer Arbeitsgruppe zum Thema Solarthermie unterstützt. Die Arbeitsgruppe, bestehend aus verschiedenen Ministerien und relevanten Stakeholdern, erarbeitet nationale Umsetzungsstrategien und steuert deren Umsetzung.

Zielgruppen und Partner des Vorhabens sind der öffentliche Sektor, Unternehmen und Verbände.

Wirkung – Was erreicht wurde

Das 1000-Dächer-Projekt ist abgeschlossen; aufgrund seiner Breitenwirksamkeit und Nachhaltigkeit soll es als Referenz für vergleichbare Vorhaben dienen.

In Rio de Janeiro sind die ersten 500 sozialen Wohneinheiten mit solarthermischer Warmwasserversorgung entstanden. Das Demonstrationsprojekt Mangueira finanziert die brasilianische Entwicklungsbank CAIXA.

Die Erfahrungen nutzend, hat die brasilianische Regierung den Einsatz von Solarthermie im nationalen Sozialwohnungsbauprogramm vorgeschrieben. So werden in den nächsten Jahren bis zu 800.000 von zwei Millionen geplanten Wohnungseinheiten mit Solaranlagen ausgestattet.

Das Demonstrationsprojekt Mangueira ist Vorbild für die Stadt Rio de Janeiro bei der Einführung von Solaranlagen in einem breit angelegten Sanierungsprogramm für benachteiligte Stadtteile, die Favelas.

Das Energieeffizienzprogramm der brasilianischen Regierung (PROCEL) hat eine feste Arbeitsgruppe eingerichtet. Zusammen mit dem nationalen Qualitäts- und Normierungsinstitut INMETRO erstellt sie die technischen Standards und Qualitätsnormen für solarthermische Anlagen. Das 1000-Dächer-Vorhaben hat somit dazu beigetragen, dass im nationalen Sozialwohnungsbauprogramm hohe Qualitätsstandards gelten.

Eine vom Umweltministerium (MMA) geleitete Arbeitsgruppe hat 2010 eine Strategie zur Verbreitung von Solarthermie als Beitrag zur nationalen Klimapolitik erarbeitet. Bis 2015 soll die installierte Solarkollektorfläche auf 15 Millionen Quadratmeter verdoppelt werden.

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