Beratung des costa-ricanischen Verkehrsministeriums bei der Rehabilitierung und Unterhaltung des kantonalen Wegenetzes

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Rehabilitierung des kantonalen Wegenetzes PRVC-MOPT/BID
Auftraggeber: Ministerio de Obras Públicas y Transportes (MOPT)
Finanzier: Regierung der Republik Costa Rica / Interamerikanische Entwicklungsbank
Land: Costa Rica
Politischer Träger: Ministerio de Obras Públicas y Transportes (MOPT)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2016

Ausgangssituation

Costa Rica hat in den letzten Jahrzehnten ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum erlebt. Der Ausbau der Infrastruktur wurde in den vergangenen Jahren stetig vorangetrieben. Als wesentlicher Bestandteil wurde das ländliche Wegenetz teilweise erneuert und ausgebaut. Noch immer sind jedoch große Teile der ländlichen Straßen und Wege mangelhaft, was den Zugang der Bevölkerung zu Waren und Dienstleistungen erschwert und damit die allgemeine Wirtschaftsentwicklung hemmt.

Die Regierung hat daher umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um öffentliche und private Investitionen zu stimulieren. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Modernisierung der Infrastruktur und des nationalen und ländlichen Straßennetzes.

Die Interamerikanische Entwicklungsbank finanziert in diesem Zusammenhang den Ausbau des Straßennetzes mit insgesamt 850 Millionen US-Dollar. Hiervon sind 200 Millionen US-Dollar Kreditmittel für die Erneuerung von 1.500 Kilometern ländlicher Wege in insgesamt 89 Kommunen des Landes vorgesehen. Dabei wird das partizipative Durchführungs- und Betriebskonzept weiterentwickelt, das im Rahmen eines von GIZ International Services (GIZ IS) durchgeführten Vorhabens erprobt wurde. GIZ IS ist an dem aktuellen Projekt als Consultant beteiligt.

Ziel

Bis zu 1.500 Kilometer ländlicher Verkehrswege in 89 Munizipien Costa Ricas sind erneuert und die hierfür notwendigen Brücken sind gebaut. Die ganzjährige Nutzbarkeit der Straßen fördert die Wirtschaftsentwicklung in der Region. Durch die Stärkung der Kompetenzen in den Munizipien wird unter Einbeziehung der Zivilbevölkerung eine effizientere Planung und Durchführung von Straßenbauprojekten auf lokaler Ebene ermöglicht.

Vorgehensweise

Das Projekt entwickelt das Modell der partizipativen Straßenerhaltung weiter. Die Munizipien werden dabei beraten, die Hauptwege in ihren Kommunen zu identifizieren und den Rehabilitierungsbedarf zu priorisieren. Die dazu notwendigen Untersuchungen und Studien werden im Auftrag der Munizipien durchgeführt und die lokalen Entwicklungsorganisationen (Wegekomitees) werden in den Planungsprozess einbezogen. Unter Beteiligung der Bevölkerung wird nach sozialen und technischen Gesichtspunkten entschieden, welche Wege wiederhergestellt werden. Im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibungs- und Vergabeprozesses werden lokale Bauunternehmen mit der Ausführung der Bauleistungen beauftragt.

In jeder Region des Landes stellt die GIZ einen Bauingenieur als Regionalexperten, der die Munizipien bei den Identifizierungs- und Planungsprozessen berät. Unterstützt wird er hierbei von einem Experten für Dezentralisierung, der den Dialog zwischen Wegekomitees und Munizipien in Hinblick auf eine nachhaltige Rehabilitierung und Erhaltung fördert. Auf nationaler Ebene werden diese Aktivitäten vom Projektteam von GIZ IS im Ministerio de Obras Públicas y Transportes (MOPT) in San José koordiniert.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch die ganzjährige Nutzbarkeit der ausgebauten Straßen hat sich der Zugang der Bevölkerung zu öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern verbessert. Der schnellere Transport von Personen und Waren fördert die Wirtschaftsentwicklung in der Region. Durch bessere Straßen mit bituminösem Belag sind die Betriebskosten der Fahrzeuge gesunken und es werden wertvolle Beiträge zur Verringerung der CO2-Emissionen geleistet. Die beteiligten Personen und Institutionen haben neue Kompetenzen im Bereich Priorisierung, Planung und Durchführung unter Anwendung neuer Techniken im Straßenbau erworben. Schließlich hat die Förderung der Organisationsfähigkeit der Zivilgesellschaft positive Auswirkungen auf das Demokratieverständnis der Bevölkerung, womit das Programm auch Vorbildcharakter in der Region entwickelt.

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