Lokale und ländliche Entwicklung in Guatemala

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Lokale und ländliche Entwicklung in Guatemala
Auftraggeber: Europäische Union
Finanzier: Europäische Union
Land: Guatemala
Politischer Träger: Instituto de Fomento Municipal, Guatemala
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2012

Ausgangssituation

Guatemala weist eine traditionell hohe Armutsquote auf. Besonders betroffen sind die ländliche, die indigene und die weibliche Bevölkerung des Landes. In den ländlichen Gebieten stellt die Nahrungsunsicherheit eines der größten Probleme dar. Dort sind der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und die Deckung der Grundbedürfnisse größtenteils nicht gewährleistet. Die mangelhaften Leistungen öffentlicher Einrichtungen sind die Folge eines politischen Vakuums und unzureichender staatlicher Präsenz vor Ort. Insbesondere in den nördlichen Grenzregionen, im Bezirk Huehuetenango, hat die Bevölkerung nur eingeschränkten Zugang zu den staatlichen Einrichtungen.

Ziel

Die Lebensbedingungen der Bevölkerung in den 22 Gemeinden des Bezirks Huehuetenango sind verbessert. Dies wird durch eine nachhaltige Steigerung der Leistungsfähigkeit der Gemeindeverwaltungen sowie eine Erhöhung der Investitionen in die soziale und produktive Infrastruktur erreicht.

Vorgehensweise

GIZ International Services (GIZ IS) berät unter Federführung des Konsortialpartners PROATEC die Projektleitung. Die Experten vor Ort sind in den folgenden Bereichen tätig, um die Projektziele zu verwirklichen:

  • Förderung und Beratung der politischen Institutionen und der Gemeindeverbände HUISTA und MOMSOHUE im Verwaltungsdistrikt Huehuetenango
  • Ausstattung der öffentlichen Einrichtungen
  • Durchführung von Fort- und Weiterbildungsprogrammen für die Gemeindeverwaltungen und die lokale Leitungsebene
  • Unterstützung beim Prozess der Gemeinde- und Territorialplanung sowie beim Umweltmanagement der Partnergemeinden
  • Beratung im Bereich Nahrungssicherheit auf Bezirks- und Gemeindeebene
  • Durchführung von Machbarkeitsstudien zu den Themen „Tourismusförderung“ und „Kulturelle Wiederbelebung der Region“
  • Einführung von Entwicklungsstrategien und Programmen in den Bereichen Bildung und Kommunikation
  • Unterstützung bei der Einrichtung bzw. Stärkung der Infrastruktur für öffentliche Dienstleistungen (Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung)
  • Einführung eines Systems zur alternativen Energiegewinnung
  • Unterstützung bei der Durchführung leistungsfähiger Projekte, die die wirtschaftliche Entwicklung der Region vorantreiben und die Ernährung der Bevölkerung sichern
  • Unterstützung beim Aufbau einer örtlichen Beratungsagentur für wirtschaftliche Entwicklung

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Neun Gemeinden des Gemeindeverbands Huista und dreizehn des Gemeindeverbands Mamsohue haben Kommunikationswege und -strategien entwickelt, um ihre Interessen zu artikulieren. Sie sind in der Lage, gemeinsam Alternativen zur ländlichen Entwicklung zu schaffen und damit ihre lokale Wettbewerbsfähigkeit und die soziale Entwicklung zu verbessern.

  • Der Zugang der Bevölkerung des Verwaltungsdistrikts zur Grundversorgung hat sich verbessert. Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) hat sich erhöht.
  • Das Einkommen der Bevölkerung, die in Produktionsgenossenschaften organisiert ist, ist im Vergleich zum Projektbeginn gestiegen.
  • 29 Gemeinden sind in Gemeindeverbänden organisiert. Sie haben durch partizipative Planung eine Strategie zur Verbesserung der Dienstleistungen für die Bevölkerung entwickelt. Jeder Gemeindeverband hat Entwicklungsstrategien definiert und koordiniert die Prozesse der ländlichen Entwicklung.
  • 30 Prozent der Gemeinden haben Mechanismen zum intersektoralen Austausch entwickelt und koordinieren untereinander Strategien zur nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.
  • In 35 Prozent der Gemeinden ist die Beteiligung der Bevölkerung an politischen Entscheidungsprozessen gestiegen. Das gilt insbesondere für die indigene Bevölkerung, junge Menschen und Frauen.
  • Die Gemeindeverwaltungen haben die Prozesse der Steuererhebung verbessert. Damit können Investitionen in die soziale und produktive Infrastruktur getätigt werden.
  • Eine Kommerzialisierungs- und Kommunikationsstrategie für den produktiven Sektor des Verwaltungsdistrikts wurde entwickelt. Dadurch haben sich die Gewinne der wichtigsten produktiven Sektoren des Distrikts erhöht.
  • Ein größerer Teil der Bevölkerung des Verwaltungsdistrikts hat Zugang zu Sanitärversorgung.
    Pläne für die Gemeinden zur Nutzung des Bodens auf Grundlage von Territorialplanung wurden entwickelt.
  • Die Gemeinden des Distrikts haben eine Kommission zur Nahrungssicherheit eingerichtet.

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