Neue Standards für Lehrkräfte und Lehrpläne verbessern die Schulbildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Grund- und Sekundarbildung in Afghanistan (BEPA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Bildungsministerium (Direktorat für Lehrerbildung)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Improving school education_Afghanistan_3

Ausgangssituation

Afghanistan befindet sich in einer Lernkrise. Laut UNICEF besuchen 3,7 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter keine Schule, 60 Prozent von ihnen sind Mädchen. Krieg und bewaffnete Konflikte haben tiefe Spuren hinterlassen. Überfüllte Klassenzimmer in baufälligen Gebäuden und schlecht oder nicht ausgebildete Lehrkräfte sind vielerorts der Alltag. Der daraus resultierende Mangel an Bildung behindert weiterhin die Entwicklung Afghanistans. 70 Prozent der Frauen und etwa die Hälfte der Männer können weder lesen noch schreiben. 

Dennoch wächst die Einschulungsrate in der Grundschule von Jahr zu Jahr. Es besteht ein enormer Bedarf an qualifizierten Lehrkräften, den das afghanische Bildungssystem nicht befriedigen kann. Obwohl der Zugang zu Schulbildung sich in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert hat, lernen afghanische Schüler*innen nicht ausreichend. Der Unterricht ist unzureichend aufbereitet, zu theoretisch und besteht größtenteils aus Auswendiglernen. Insbesondere in der Grundschule erlangen nur wenige Kinder die Kompetenzen, die die Grundlage für weiteres Lernen bilden. Auch Lehrkräften höherer Klassen mangelt es häufig am notwendigen Wissen, um die Lerninhalte angemessen zu vermitteln, da sie entweder schlecht ausgebildet sind oder fachfremd eingesetzt werden.

Ziel

In den Provinzen Kabul, Samangan, Badakhshan, Balkh und Herat verbessert sich die Lehreraus- und -fortbildung. Dies erhöht die Bildungsqualität und die Lernleistungen der Schüler*innen.

Foto 2 Naturwissenschaften

Vorgehensweise

Das Projekt berät die Bildungsministerien dabei, die Lehrerbildungsreform umzusetzen und einen Diplomstudiengang für das Grundschullehramt einzuführen. Im Vordergrund stehen die Verankerung der Grundschulpädagogik und die Modernisierung der Lehrtätigkeit an den Lehrerbildungsinstituten und Pädagogischen Fakultäten der Hochschulen. Dabei geht es vorrangig um fachliche Lehrmethoden, schüler*innenzentrierte Unterrichtsmethoden sowie Klassen- und Unterrichtsführung. Fachübergreifend sollen die Lehrkräfte zudem in den Themen Gender und Menschenrechte stärker geschult werden. 

Das Projekt stärkt das gesamte Bildungssystem, um die Unterrichtsqualität zu sichern. Lehrerbildungsinstitutionen, Bildungsverwaltungen sowie Grund- und Sekundarschulen erhalten Unterstützung, sodass alle Beteiligten die Reformmaßnahmen langfristig in den Institutionen und konkret im Unterricht gewährleisten können. Eine der Maßnahmen definiert Qualitätsmerkmale des Unterrichts und legt einheitliche Kriterien für die Unterrichtsbeobachtung fest. Um die Unterrichtsbeobachtungen qualifiziert durchführen und auswerten zu können, bietet das Vorhaben entsprechende Schulungen an.

Wirkungen

  • 2018 nahmen 20 Mitarbeiter*innen des Direktorats für Lehrerbildung an einem fünftägigen Workshop zur Lehrplanentwicklung teil. 
  • 25 Lektor*innen der Lehrerausbildungsinstitute wurden zu Master-Trainer*innen der lernerzentrierten Unterrichtsmethodik ausgebildet. 
  • 2019 nahmen unter anderem 163 Lektor*innen aus sieben Provinzen an Workshops zur lernerzentrierten Unterrichtsmethodik teil. 
  • Das Bildungsministerium hat mit Unterstützung des Projekts ein verbindliches mehrwöchiges Schulpraktikum im Schlusssemester der Lehrerausbildung eingeführt. 
  • Gemeinsam mit dem Direktorat für Lehrerbildung wurde ein Lehrplan für die spezialisierte Ausbildung von Grundschullehrkräften entwickelt. 
  • Materialien und ein Trainingskonzept für das Fach Friedenserziehung sind nun landesweit in der Lehrerausbildung verbindlich. 
  • Eine Genderstrategie für das Direktorat für Lehrerbildung ist verabschiedet und Genderteams sind eingerichtet.