Diversifizierung der Landwirtschaft in der Provinz Baghlan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Diversifizierung der Landwirtschaft in der Provinz Baghlan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Ministerium für Landwirtschaft, Bewässerung und Viehwirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

In der im Norden Afghanistans gelegenen Provinz Baghlan ist die Landwirtschaft die wichtigste Komponente der Betriebs- und Haushaltssysteme für annähernd 90 Prozent der Bevölkerung. Der größte Teil der landwirtschaftlichen Erträge wird auf Feldern erwirtschaftet, die bewässert werden müssen.

Für die Mehrzahl der Betriebe ist darüber hinaus die Viehhaltung ein wichtiger Aspekt. Sie ist für die Selbstversorgung, die Erwirtschaftung von Einkommen und den Tauschhandel zwischen den Dörfern unerlässlich.

Die kleinbäuerlichen Betriebe leiden unter einer zunehmenden Fragmentierung der Ackerflächen infolge der Erbteilung zwischen den Söhnen. Mehr als die Hälfte der Betriebe verfügt nur noch über eine Fläche von weniger als zwei Hektar.

Ziel

Die Erträge der kleinbäuerlichen Haushalte in der Provinz Baghlan sind gestiegen. Die Ernährung der Familien hat sich verbessert und landwirtschaftliche Produkte werden auf den lokalen und regionalen Märkten abgesetzt.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH das afghanische Landwirtschaftsministerium beim Aufbau einer Beratungsstelle für Bauern in der Nordprovinz Baghlan.

Durch Diversifizierung sollen die Erträge und das Einkommen der kleinbäuerlichen Haushalte steigen. Die Bäuerinnen und Bauern haben sich zu Gruppen zusammen geschlossen, um gemeinsam an den Beratungs- und Fortbildungsmaßnahmen des Vorhabens teilzunehmen.

Neben der Beratung ist auch der Zugang zu hochwertigen Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln sowie Bewässerung notwendig, um die Erträge zu steigern. Die Förderung landwirtschaftlicher Genossenschaften, die Zusammenarbeit mit dem lokalen Agrarhandel sowie die Verbesserung der Tiergesundheit spielen dabei eine wichtige Rolle. Die GIZ vernetzt daher Akteure aus verschiedenen Sektoren, die Dienstleistungen für ländliche Haushalte erbringen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Das Vorhaben arbeitet in 18 Schwerpunktdörfern, die sich auf insgesamt 97 Siedlungen verteilen. Damit werden rund 10.000 ländliche Haushalte erreicht. Getrennte Gruppen von Männern und Frauen kümmern sich um die Verbesserung der dörflichen Bewässerungsinfrastruktur und des Wassermanagements, den Anbau von Weizen und Kartoffeln, verbesserte Haltung von Rindern, Schafen und Geflügel sowie die Steigerung der Milchproduktion.

Seit 2012 konnten die geförderten landwirtschaftlichen Betriebe ihre Erträge im Bewässerungslandbau um rund ein Drittel steigern. Die Einkommen verdoppelten sich aufgrund günstiger Marktpreise für landwirtschaftliche Produkte. Die Einkünfte aus der Tierproduktion, die hauptsächlich von Frauen erwirtschaftet werden, erhöhten sich im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte. Diese positive Entwicklung bewirkte, dass der Grad der Eigenversorgung der ländlichen Haushalte sich um durchschnittlich 35 Prozent erhöht hat, das heißt, die ländlichen Familien haben mehr Nahrungsmittel für den Eigenverbrauch zur Verfügung.