Sicher und konfliktsensibel arbeiten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Gemeinsames Sicherheitssystem für die deutsche EZ in Afghanistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2013

Ausgangssituation

Die Internationale Zusammenarbeit in Afghanistan steht vor besonderen Herausforderungen: Konflikte werden zunehmend gewaltsam ausgetragen, Interessengeflechte sind wegen der großen Anzahl unterschiedlichster Akteure schwer zu durchschauen, vormalige Konfliktparteien sind inzwischen Teil der neuen Eliten und gestalten somit den Entwicklungsprozess entscheidend mit. Ein solches Umfeld erfordert ein besonders hohes Maß an Sensibilität sowie flexible Maßnahmen, um die Sicherheit der Mitarbeiter und die Durchführung der Projekte zu gewährleisten.

Ziel

Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sowie eine konfliktsensible Projektdurchführung sind auch unter erschwerten Bedingungen gewährleistet.

Vorgehensweise

Seit November 2008 führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Auswärtigen Amtes (AA) ein Projekt im Bereich Risikomanagement durch. Neben der GIZ sind auch die KfW Entwicklungsbank, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) sowie die Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) und andere in das Projekt mit einbezogen.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Risikomanagements beruht auf der Anwendung der Akzeptanzstrategie. Diese Strategie dient zur Erhöhung der gesellschaftlichen Anerkennung der Organisation durch Maßnahmen im operativ relevanten Umfeld, die das Risiko von Angriffen vermindern sollen. Besonders wichtig ist es, gute Beziehungen zur lokalen Bevölkerung aufzubauen, Sinn und Zweck der Vorhaben zu erläutern sowie die Bevölkerung einzubeziehen.

Konfliktsensibles Handeln ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Projekte in Afghanistan und trägt maßgeblich zur Akzeptanzstrategie und damit letztlich auch zur Sicherheit des Personals bei. Aufgrund dieser engen Verknüpfung ist die Beratung zur konfliktsensiblen Implementierung der Vorhaben auch ein Angebot des Risikomanagements.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Anwendung verschiedener Strategien und Instrumente gewährleistet eine konfliktsensible Umsetzung der Projekte sowie die Sicherheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Basierend auf der Einführung eines proaktiven Risikomanagementsystems wird in der lokalen Bevölkerung die Arbeit der Durchführungsorganisationen erläutert, wodurch eine verbesserte Vertrauens- und Akzeptanzbildung sichergestellt wird.

Das Projekt hat verschiedene Analyseprodukte sowie ein verbessertes Internetportal entwickelt, die umfassende und stets aktuelle Informationen bereitstellen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Trainings regelmäßig zu Fragen des Konfliktmanagements und in kulturell angepasstem Verhalten geschult, wodurch mehr Sicherheitsbewusstsein und Kulturverständnis erreicht wird. Durch die Entwicklung generischer Evakuierungspläne und individuelle Projektberatung wurde ein effektives Evakuierungsmanagement eingeführt, das kontinuierlich an neue Gegebenheiten angepasst wird.

Kontinuierliches Monitoring- und Evaluierung gewährleistet die andauernde Serviceoptimierung des Projektes; es führt dazu, dass das Risikomanagement flexibel auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reagieren kann.