Provinzentwicklungsfonds zur Unterstützung des Wiederaufbaus in Nordost-Afghanistan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Provinzentwicklungsfonds zur Unterstützung des Wiederaufbaus in Nordost-Afghanistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Ministerium für ländlichen Wiederaufbau und Entwicklung, Afghanistan
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013

Ausgangssituation

Annähernd 30 Jahre Krieg und Bürgerkrieg haben die Lebensgrundlagen der Bevölkerung in Afghanistan weitgehend zerstört und deren Entwicklung verhindert. 80 Prozent der Menschen leben auf dem Land unter schwierigen Bedingungen – es fehlen Schulen, Gesundheitsstationen und befestigte Straßen. Staatliche Akteure und lokale Selbstverwaltungen können derzeit Basisdienstleistungen wie Schulbildung oder eine medizinische Versorgung stellenweise nicht oder nur unzureichend zur Verfügung stellen.

Ziel

Die Bevölkerung in ausgewählten Gebieten in den Provinzen Kunduz, Takhar und Badakhshan verfügt über einen gleichberechtigten Zugang zu verbesserter Infrastruktur und sozialen Basisdienstleistungen. Dabei wird im Rahmen der Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen darauf geachtet, dass sie ein friedliches Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen ermöglichen und fördern.

Vorgehensweise

Gemeinden im Umkreis von Schwerpunktgebieten anderer Vorhaben können Projektanträge stellen, die aus dem Provinzentwicklungsfonds (PDF) finanziert werden. Nach Genehmigung durch ein deutsch-afghanisches Komitee führen die Gemeinden ihre Projekte mit Unterstützung der GIZ in Eigenregie durch. Damit können auch entlegene Gebiete erreicht werden.

Das PDF-Programm fördert dabei im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe die Eigenverantwortung der lokalen und auf Provinzebene vorhandenen Staatsstrukturen, indem sie in die Planung und Umsetzung der PDF-Projekte als aktive und gleichberechtigte Gestalter miteinbezogen werden. Gleichzeitig werden nur solche Projektbewerbungen im PDF angenommen, die einen wesentlichen Eigenbeitrag der Gemeinde vorsehen.

Die PDF-Projekte reichen von der Wiederherstellung wichtiger Basis- und Produktionsinfrastruktur über den Wiederaufbau von Schulen und Gesundheitsstationen bis hin zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Gemeindeeinrichtungen. Sie tragen so zur Verbesserung der Infrastrukturausstattung, der Einkommenssituation im Bereich Landwirtschaft, Handwerk und Handel sowie zu einem verbesserten Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen bei. Schließlich bestärken sie auch die Gemeindeverwaltungen in ihrer Rolle als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im April 2012 waren 133 Projekte von 155 geplanten Kleinmaßnahmen zur Behebung bestehender Not- und Bedarfssituationen bereits finanziert. Die Kleinmaßnahmen führten zu einem verbessertem Zugang zu sauberen Trinkwasser für rund 62.800 Personen. Circa 12.200 Schüler haben Zugang zu verbesserten Ausbildungsplätzen in rehabilitierten, besser ausgestatteten oder neu erbauten Schulen. Es konnten bereits 9 Versorgungs- und Verbindungswege auch zwischen Gemeinden von bisweilen unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit erneuert oder funktionsfähig gemacht werden.