Stärkung der Verwaltungen in Badakhshan beim Katastrophenrisikomanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Verwaltungen zum Katastrophenrisikomanagement, Badakhshan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Provinzgouverneur von Badakhshan
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013

Afghanistan. Erste-Hilfe-Übung, Robotak Village. © GIZ

 

Ausgangssituation

Extreme Naturereignisse können im Norden Afghanistans die Lebensgrundlagen der Bevölkerung bedrohen. So sind in der besonders katastrophengefährdeten Provinz Badakhshan jährlich zahlreiche Häuser und Ackerflächen von Erdrutschen, Schlammströmen und Überschwemmungen betroffen. Hinzu kommen Erdbeben, denen die Lehmhäuser oft nicht standhalten. Fähigkeiten zur Selbsthilfe sind kaum entwickelt und externe, staatliche Hilfe erreicht die Bedürftigen, wenn überhaupt, oft erst Tage oder Wochen nach einer Katastrophe. Das staatliche Katastrophenmanagement beschränkt sich hauptsächlich auf die punktuelle Bewältigung von Schäden, zum Beispiel humanitäre Soforthilfemaßnahmen und den Wiederaufbau von Infrastruktureinrichtungen. Für die Vorbereitung auf den Katastrophenfall fehlen Mittel, Fachwissen und starke Institutionen.

Ziel

Staatliche und nichtstaatliche Akteure auf Provinz- und Distriktebene sowie zivilgesellschaftliche Gruppen in den Gemeinden setzen wirkungsvolle, mit der nationalen Ebene abgestimmte Maßnahmen zur Reduzierung des Katastrophenrisikos um.

Vorgehensweise

In den Gemeinden, Distrikten und auf Provinzebene entstehen Arbeitsgruppen oder Komitees, die eine effektive Katastrophenvorsorge zunehmend selbstständig organisieren und sich gegenseitig unterstützen. In den ausgewählten Gemeinden erstellt das Vorhaben gemeinsam mit der Bevölkerung Risikoanalysen und Kartierungen gefährdeter Gebiete und führt erste Trainingsmaßnahmen durch. Daran ist auch die staatliche Katastrophenmanagement-Behörde beteiligt. Diese ist dafür zuständig, die Zusammenarbeit der Behörden auf den verschiedenen Ebenen zur Vorbeugung und Bewältigung von Katastrophen zu fördern und eng mit der Arbeit in den Gemeinden zu verknüpfen.

Im Bedarfsfall lässt sich so schnell Hilfe mobilisieren und zielgerichtete Unterstützung durch die staatliche Stelle und das vom Provinzgouverneur geführte Komitee anfordern.

In den Gemeinden werden einfache Rettungsausrüstungen, Erste-Hilfe- und Nothilfegüter wie Zelte bereitgestellt. Katastrophensimulationen sollen die Abläufe und das nahtlose Zusammenspiel zwischen den Beteiligten auf lokaler Ebene und den Distrikt- und Provinzbehörden festigen. Mithilfe des Vorhabens sollen sich die Verluste und Schadensanfälligkeit in den Gemeinden verringern, sodass sich die Provinz Badakhshan – trotz häufiger Naturkatastrophen – nachhaltig entwickeln kann.

Ein besonderes Augenmerk legt das Vorhaben darauf, Frauen in alle Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge einzubinden.

 

Afghanistan. GIZ-Mitarbeiter und lokale Bevölkerung bei der Vermessung und Probennahme von Landslides. © GIZ

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im April 2012 konnten Maßnahmen zu Katastrophenvorsorge und -schutz für rund 16.500 Personen durchgeführt werden. In 17 ausgewählten Gemeinden wurden stehende Notfall-Teams etabliert, die auch umliegenden Gemeinden helfen können. Parallel zu Männerteams wurden auch Frauenteams aufgestellt. Die Teams wurden in partizipativer Risikoanalyse, Techniken des Suchens und Bergens, medizinischer Erstversorgung, sowie in erdbebensicherem Bauen mit lokalen Materialien ausgebildet. Des Weiteren wurden dörferübergreifende Notfallsimulationen durchgeführt. Im Rahmen des Projekts fanden Fortbildungsmaßnahmen statt, unter anderem Studienreisen nach Tadschikistan und Indien, in deren Verlauf die Teilnehmer tadschikische und indische Organisationen und Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge kennenlernten.