Wiederherstellung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen in Nordost-Afghanistan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wiederherstellung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen in Nordost-Afghanistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Ministerium für ländlichen Wiederaufbau und Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013

Afghanistan. Im Sommer 2011 beendet eine größere Gruppe Aufständischer den bewaffneten Kampf im Distrkt Darayim. In Abstimmung mit der lokalen Verwaltung werden sechs Kleinmaßnahmen mit schnell sichtbaren Wirkungen umgesetzt. © GIZ

 

Ausgangssituation

In Nordost-Afghanistan ist der afghanische Staat trotz der zum Teil auch mit deutscher Unterstützung erreichten beachtlichen Fortschritte insgesamt noch nicht in der Lage, seinen Bürgern Sicherheit sowie eine Mindestversorgung mit infrastrukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Basisdienstleistungen zu garantieren.

Annähernd 30 Jahre Krieg und Bürgerkrieg haben die Lebensgrundlagen der Bevölkerung in Afghanistan weitgehend zerstört und deren Entwicklung verhindert. 80 Prozent der Menschen leben auf dem Land unter schwierigen Bedingungen – es fehlen Schulen, Gesundheitsstationen und befestigte Straßen. Über die Hälfte der afghanischen Haushalte bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft nach traditionellen Anbaumethoden. Dafür eignen sich gerade einmal 15 Prozent der Landfläche.

Ziel

Die Bevölkerung ausgewählter Gebiete in den Provinzen Kunduz, Takhar und Badakhshan verfügt über einen gleichberechtigteren Zugang zu einer verbesserten Infrastruktur und sozialen Basisdienstleistungen, innerhalb von gestärkten staatlichen Verwaltungs- und zivilgesellschaftlichen Strukturen auf Provinz-, Distrikt- und Gemeindeebene.

Vorgehensweise

Durch die Schaffung oder Verbesserung von Formen der Selbsthilfe und leistungsfähigeren lokalen staatlichen Strukturen soll die politische Teilhabe der Bevölkerung und ihr Zugang zu Infrastruktur und sozialen Basisdienstleistungen verbessert werden. Insbesondere die stärkere ökonomische und soziale Einbindung von Frauen in die Gesellschaft wird gefördert.

Die Schwerpunkte der Maßnahmen sind:

 

  • Wiederherstellung der sozialen Basisinfrastruktur
  • Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Produktionsinfrastruktur
  • Capacity Development, insbesondere Fortbildungsmaßnahmen und Stärkung der Verwaltungsstrukturen, auf der Lokal-, Distrikt- und Provinzebene

 

Diese Maßnahmen sind in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Förderung der landwirtschaftlichen Produktion schnell sichtbar. Sie werden in ausgewählten Schwerpunktdistrikten umgesetzt, die eine hohe Signalwirkung versprechen.

 

Afghanistan. Im unruhigen Distrikt Darayim gibt im Sommer 2011 eine größere Gruppe Aufständischer den bewaffneten Kampf auf. Die afghanische Regierung bittet daraufhin um erhöhte Aktivitäten vor Ort. © GIZ

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Bis April 2012 konnte das Projekt konnte etwa 50 Kleinstmaßnahmen umsetzten, die fast 174.000 Personen in den Distrikten Badakhshan, Takhar und Kunduz unterstützen. Es wurden 53.200 Personenarbeitstage für Cash-for-Work-Maßnahmen geschaffen, beispielsweise für eine Kanalreinigung in Kunduz. Von diesen Maßnahmen profitierten rund 3.750 Haushalte, das sind rund 37.500 Personen, denn im Schnitt arbeitet ein Arbeiter 14 Tage an einem Projekt mit. Danach erfolgt eine Rotation, um eine größtmögliche Anzahl von Personen zu erreichen. Bei allen Maßnahmen sollen auch Frauen gefördert werden. Insgesamt haben daher bisher 5.750 Frauen an Schulungsmaßnahmen, zum Beispiel zur Einkommensförderung in der Landwirtschaft, teilgenommen.