Anpassung an den Klimawandel und Wiederherstellung der Lebensgrundlagen in Südwest-Bangladesch

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Anpassung an den Klimawandel und Wiederherstellung der Lebensgrundlagen in Südwest-Bangladesch
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Bangladesh Agricultural Research Council (BARC); Ministry of Agriculture (MoA), Regierung von Bangladesch
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2016

Bangladesch. Mit Unterstützung des Projekts verdient die Weberin Kenaching jetzt den Unterhalt für ihre 5-köpfige Familie. © GIZ

Ausgangssituation
Nur wenige Länder sind so durch die Folgen des Klimawandels gefährdet wie Bangladesch. Der globale Temperaturanstieg führt zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen wie tropischen Wirbelstürmen, Überschwemmungen, Starkregen und Dürren. Der Meeresspiegel an den Küsten von Bangladesch steigt; immer mehr Agrarflächen im Binnenland gehen durch Hochwasser und eindringendes Salzwasser verloren. Die Schäden, die der Zyklon Sidr 2007 hauptsächlich entlang der Küste verursachte, werden auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt. Ernteerträge, Lebensgrundlagen und wichtige Infrastruktur wie Zufahrtswege und Schulgebäude, aber auch Wohnhäuser, Teiche und Rohrbrunnen von mehr als zwei Millionen Familien wurden zerstört. Die gleiche Region wurde 2009 vom Zyklon Aila heimgesucht. Große Teile der Dämme wurden weggespült und die Häuser und Äcker mehrerer tausend Menschen überflutet.

Ziel
Einzelne gefährdete Gemeinden in den Distrikten Barguna, Patuakhali und Bhola können sich besser vor Naturkatastrophen schützen und sind stärker an den Klimawandel angepasst. Bauern setzen angemessene landwirtschaftliche Verfahren ein; Gemeinden, Schulen und Haushalte sind besser informiert und vorbereitet.

Vorgehensweise
Das Vorhaben kombiniert verschiedene Bemühungen, die durch die beiden Zyklone von 2007 und 2009 zerstörten Lebensgrundlagen und Produktionsmittel wiederherzustellen, mit mittel- und langfristigen Konzepten für eine Anpassung an den Klimawandel. Sein Schwerpunkt sind gefährdete Haushalte in einzelnen Gemeinden in den Distrikten Barguna, Patuakhali und Bhola (Division Barisal). Das Vorhaben unterstützt eine klimaresistente Agrarproduktion und alternative einkommenschaffende Tätigkeiten und fördert Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel in Gemeinden und Schulen.

Das Vorhaben berücksichtigt Marktnachfrage, Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit und Genderfragen wie auch das Eigentum an Innovationen. Der politische Träger ist der Bangladesh Agricultural Research Council (BARC); darüber hinaus arbeitet das Vorhaben mit verschiedenen staatlichen Behörden und nichtstaatlichen Organisationen (NGO) auf nationaler, lokaler und Distriktebene zusammen. Zu den Partner-NGOs gehören: Resource Development Foundation, Wave Foundation, Gonoshastha Kendra, INCIDIN Bangladesh, Association for Disaster Mitigation and Development.

Landwirtschaftliche Techniken. Das Vorhaben fördert landwirtschaftliche Techniken, die die Anpassung an den Klimawandel erleichtern. Es leistet Kompetenzaufbau und Starthilfe für Bauern, und fördert den Einsatz geeigneten Saatgutes, darunter salztolerante Reissorten und andere salztolerante Kulturpflanzen, sowie die Vieh- und Geflügelzucht. Überdies ermutigt das Vorhaben Landfrauen, mehr Obst und Gemüse zum Verkauf auf dem Markt und zum Eigenbedarf im häuslichen Anbau zu produzieren. Der häusliche Anbau wird so als Möglichkeit hervorgehoben, die Ernährung, vor allem armer Frauen und Kinder, zu verbessern.

Förderung nichtlandwirtschaftlicher Lebensgrundlagen. Zu den nichtlandwirtschaftlichen Lebensgrundlagen gehören Kleinunternehmen wie Lebensmittelläden, Teestuben, Rikscha-Transporter, Schneidereien, Herstellung von Fischernetzen und die Heimweberei der Rakhine-Frauen, den Angehörigen einer ethnischen Minderheit. Das Vorhaben fördert diese Tätigkeiten durch Sachleistungen und finanzielle Starthilfe, durch Ausbildung in bestimmten Fertigkeiten, die Verbesserung von Wertschöpfungsketten und die Bildung von Interessengruppen auf Gemeindeebene. Es unterstützt das CEFE-Konzept (Competency-Based Economies through Formation of Enterprises), eine handlungsorientierte, auf Erfahrungslernen beruhende Methode zur Steigerung der unternehmerischen und persönlichen Fähigkeiten nicht- oder halbalphabetisierter Frauen und Männer. Das CEFE-Trainingsmodul wurde überarbeitet und bezieht jetzt auch Katastrophenvorsorge und -management sowie Möglichkeiten ein, Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Katastrophenvorsorge in Gemeinden und Schulen. In den Gemeinden wurden Aktionsgruppen zur Katastrophenvorsorge gegründet. Sie achten besonders auf von Frauen geführte Haushalte und Mitglieder benachteiligter Minderheiten und erarbeiten im Rahmen des Vorhabens Katastrophenschutzpläne für ihre Gemeinden. Darüber hinaus organisieren sie Informationsveranstaltungen, auf denen Haushaltsvorstände lernen, Katastrophenschutzpläne für ihre Familien zu erstellen. Bei der Durchführung von Schulungen zu Themen wie Katastrophenschutz, gemeindebasierte Erste Hilfe, Such- und Rettungswesen sowie Wasserrettung arbeitet das Vorhaben mit dem Bangladeschischen Roten Halbmond und dem Cyclone Preparedness Programme zusammen. Gleichzeitig erhalten die Gemeindeverwaltung, die Gemeinderäte (Union Parishads) und die Katastrophenmanagement-Komitees an der Gemeindebasis Hilfestellung bei der Erarbeitung von Aktionsplänen.

Auch an den örtlichen Schulen wird über Katastrophenvorsorge und die Anpassung an den Klimawandel informiert. Hier unterstützt das Vorhaben die Sicherung von Schulgebäuden und schult Lehrkräfte und ausgewählte Schüler und Schülerinnen. In diesen Schulungen wird mit den nicht im Lehrplan vorgesehenen Schulbüchern über „Klimawandel und Katastrophenvorsorge“ gearbeitet, die die GIZ in Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) entwickelt hat. Schulen, die an der Ausbildung teilgenommen und einen Notfallplan für Katastrophen erarbeitet haben, stellt das Vorhaben Erste-Hilfe- und Rettungsausrüstung zur Verfügung.

Bangladesch. Produktion von Puffreis als einkommenschaffende Maßnahme © GIZ

Kontakt

Purnima Doris Chattopadhayay-Dutt
purnima.chattopadhayay-dutt@giz.de