Nationale Minderheiten

Kirgisistan. Jugendlager mit Sprachkurs am Issyk-Kul-See. © GIZ

Bereits seit 1993 setzt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH das Programm zur Förderung der deutschen Minderheit in den Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Bundesverwaltungsamts (BVA) um.

Die Bundesregierung bekennt sich so zu ihrer historischen Verantwortung für Deutsche in dieser Region. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Angehörige der deutschen Minderheit in der Sowjetunion aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit massiv verfolgt und noch Jahrzehnte nach Kriegsende erheblich benachteiligt. Die Bundesregierung ist um Wiedergutmachung der Folgen des Zweiten Weltkriegs bemüht und setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der deutschen Minderheit in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu verbessern.

Das Programm unterstützt die deutsche Minderheit ihre eigene ethno-kulturelle Identität weiterzuentwickeln, ihre Interessen in der Gesellschaft des Herkunftslandes zu vertreten und aktiv ihre Brückenfunktion zwischen Deutschland und dem Herkunftsland zu gestalten.

Die deutsche Minderheit ist in Dachverbänden mit Begegnungsstätten organisiert. Das Bildungs- und Informationszentrum im Deutsch-Russischen Haus Moskau und 18 Knotenpunkten in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ist für die Bildungs- und Informationsarbeit im Programm zuständig. Die GIZ berät die Dachverbände der deutschen Minderheit und führt das inhaltliche und finanzielle Monitoring im Programm durch.

Mit den Partnern vor Ort hat die GIZ ein Netzwerk von mehr als 600 Begegnungsstätten in der Förderregion aufgebaut. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben in ihrer Region, fördern die Beziehungen zu deutschen Einrichtungen und tragen wesentlich dazu bei, dass Russlanddeutsche ihre Belange in einem multikulturellen Umfeld selbst organisieren und vertreten.