Good Governance Cluster – Kapazitätsentwicklung für Governance-Reformen im Jemen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Good Governance Cluster – Förderung von Rechenschaftspflicht und Inklusion im Jemen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Politischer Träger: Ministerium für Planung und internationale Zusammenarbeit
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Advocacy campaign to promote women's skills of leadership and management...

Ausgangssituation

Der Jemen ist eines der am wenigsten entwickelten arabischen Länder. Es leidet unter einer Mangelversorgung mit grundlegenden Gütern, Strom und Kraftstoff und steht vor einer humanitären Katastrophe. Die Institutionen sind ineffizient, Zuständigkeiten sind nicht klar geregelt und Verwaltungsstrategien und -pläne sind nicht mehr relevant. Die Bevölkerung leidet unter den Folgen schlechter Verwaltungspraxis und Korruption. Selbst vor 2011 wurden grundlegende Governance-Prinzipien wie Gewaltenteilung nicht beachtet. Durch das rasante Bevölkerungswachstum und den Ressourcenmangel wird die unsichere sozioökonomische Lage weiter destabilisiert. Die Folgen: Die Wirtschaft wird ausgebremst und es entstehen Anreize, die für den Aufbau eines stabilen Staates notwendigen Ressourcen zu missbrauchen.

Ziel

Das Vertrauen der Bürger in formelle staatliche Mechanismen und Institutionen wurde gestärkt, womit die Grundlage für eine friedliche und nachhaltige Entwicklung geschaffen ist. Rechenschaftspflicht und Inklusion unter den Akteuren an der Schnittstelle zwischen Staat und Gesellschaft konnten durch verstärkte Zusammenarbeit verbessert werden.

Workshop for Improving the Competencies of National Institute for Admini...

Vorgehensweise

Der strategische Ansatz des Projekts ist der einer nachfrageorientierten Hilfseinrichtung für staatliche und nichtstaatliche Organisationen, in deren Rahmen Projekte in den Bereichen Rechenschaftspflicht und Inklusion unterstützt werden. Ziel ist es, die Kapazitäten der Partnerorganisationen zu stärken und die Beziehungen zwischen ihnen (sowohl innerhalb des staatlichen als auch zwischen dem staatlichen und dem nichtstaatlichen Sektor) zu verbessern. Außerdem soll ein größerer Kreis von Begünstigten von den Ergebnissen individueller Projekte profitieren. Die Projekte werden anhand einer Reihe im Voraus festgelegter Kriterien wie Relevanz, Nachhaltigkeit und Replizierbarkeit ausgewählt und im Mittelpunkt steht der direkte Nutzen für die jemenitische Bevölkerung.

Staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen schlagen, möglichst gemeinsam, Reformvorhaben vor. Der Cluster unterstützt und berät bei der Projektplanung und -umsetzung. Die Verantwortung für die einzelnen Projekte verbleibt nach Möglichkeit bei den jeweiligen Partnern. Schwerpunkt sind Kapazitätsentwicklung und Schulung. Wir fördern gute Beziehungen zwischen den Mitarbeitern staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Das hilft ihnen, Netzwerke zu knüpfen und so das Konfliktpotenzial zwischen Staat und Zivilgesellschaft zu reduzieren.

Workshop on developing mechanisms to enhance transparency and accountabi...

Wirkung

Nach dem Train-the-Trainer-Prinzip nahmen 110 Dozenten (darunter 38 Frauen) des Nationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften NIAS an sechs Schulungen zu verschiedenen Themen im Bereich Gute Governance teil und sind jetzt in der Lage, dieses Wissen an Studenten weiterzugeben. Das Lehrbuch „Einführung in gute Governance“ wurde aktualisiert und es wurden sechs Schulungshandbücher ausgearbeitet.

97 Frauen, die im öffentlichen Sektor der Gouvernements Ibb und Hodeidah arbeiten, nahmen an einem Projekt teil, durch das sie ihre Führungs- und Managementkompetenzen ausbauen konnten. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Political Development Forum (PDF) und dem Ministerium für Kommunalverwaltung (MoLA) durchgeführt.

In Zusammenarbeit mit dem Yemeni Observatory for Human Rights (YOHR) wurde eine Arbeitsgruppe zur Korruptionsbekämpfung (ACWG) eingerichtet, in der sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Partner vertreten sind – eine Premiere. Die Arbeitsgruppe entwickelte Mechanismen zur Verbesserung von Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Entwicklungshilfe. Diese Mechanismen wurden lokalen und internationalen NRO sowie nationalen Fachkräften vorgestellt, in Schulungen an 90 Entwicklungshelfer weitergegeben und für andere Organisationen in einem Best-Practices-Handbuch festgehalten.