Steigerung der Energieeffizienz der jordanischen Wasserbehörde

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Steigerung der Energieeffizienz der jordanischen Wasserbehörde (IEE)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Wasserbehörde
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2014

Ausgangssituation

In Jordanien sind die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wasser sowie der Kampf gegen den Klimawandel eng miteinander verwoben. So ist die jordanische Wasserbehörde (Water Authority of Jordan, WAJ) der größte Stromverbraucher des Landes und benötigt etwa 15 Prozent der gesamten Stromproduktion. Das ist nicht nur kostspielig, sondern verursacht auch große Mengen Treibhausgase, denn nahezu die gesamte Stromversorgung des Landes beruht auf fossilen Brennstoffen.

Ziel

Die Energieeffizienz von Wasserpumpstationen ist verbessert. Neue Betreibermodelle wurden entwickelt und realisiert, durch die der Betrieb der Pumpstationen ausgelagert werden konnte. Mithilfe von privatem Kapital sowie Gebermitteln wurden Investitionen in Pumpstationen und Druckerhöhungsanlagen getätigt.

Vorgehensweise

In den drei Regierungsbezirken Balqa, Madaba und Zarqa wurden Energieaudits zur Identifizierung des Energieverbrauchs im Wassersektor durchgeführt und Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs entwickelt. Um die Umsetzung dieser Maßnahmen sicherzustellen, hat die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Entwicklung innovativer Betreibermodelle unterstützt und die Realisierung begleitet.

Diese beispielhafte Vorgehensweise soll in großem Maßstab, also landesweit, eingeführt werden. So weit wie möglich wird dabei auf betriebliche Erfahrungen der Privatwirtschaft und auf privates Kapital zurückgegriffen – zum Beispiel bei der Modernisierung und beim Betrieb von Pumpstationen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

In den Pilot-Pumpstationen konnte der Energieverbrauch um mehr als 30 Prozent gesenkt werden. Daraus ergeben sich für die Wasserbehörde Kosteneinsparungen in Höhe von jährlich 150.000 Euro. Auch der Treibhausgasausstoß wurde damit um mehr als 30 Prozent verringert. Dies entspricht, bezogen auf die gesamte Nutzungsdauer der Pumpstationen, einer Einsparung von 27.000 Tonnen CO2 insgesamt. Zudem wurden Energieeffizienz-Standards bei der Neuanschaffung von Pumpen angehoben, was eine langfristige Kosten- und CO2-Reduktion bedeutet. Mitarbeiter der Wasserbehörde sind nun für den energieeffizienten Betrieb von Pumpstationen geschult und sensibilisiert.

Im Wassersektor wurden Konzepte und Vertragsunterlagen erstellt, die die Einbeziehung der Privatwirtschaft in die Finanzierung und den Betrieb der Pumpstationen regeln, sogenanntes Energieeinspar-Contracting. Durch die Einführung des Contractings wurde ein neues Marktsegment etabliert, in dem Spezialfirmen aus dem Bereich Energiemanagement mit klassischen Wasserversorgern zusammenarbeiten, um die Modernisierung der Wasserwirtschaft voranzubringen.

Bei der Ausweitung der Aktivitäten ist es gelungen, ein Einsparpotenzial von über 42.000 Megawattstunden zu identifizieren. Dies entspricht einem jährlichen Einsparpotenzial von über drei Millionen Euro an Energiekosten für die Wasserbehörde. Auf dieser Grundlage werden derzeit technische Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs für die Wasserinfrastruktur umgesetzt. Der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen zeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz auch wirtschaftliche Vorteile bietet.