Solare Kühlung für Industrie und Gewerbe

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Solare Kühlung für Industrie und Gewerbe
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanisches Umweltministerium; Jordanisches Ministerium für Energie und Bodenschätze
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2016

Ausgangssituation

In Jordanien nimmt die Nutzung von Klimaanlagen stark zu, so dass der jährliche Anstieg des Energieverbrauch des Landes zu 8 Prozent auf das Konto von Klimaanlagen geht. Gerade die Kühlung in gewerblich genutzten Gebäuden verursacht pro Jahr ca. 600.000 Tonnen CO2-Emissionen. Die in Jordanien und generell im Nahen Osten eingesetzten Kühlaggregate weisen nur eine geringe Energieeffizienz auf und laufen mit Kühlmitteln (insbesondere mit R22), die die Ozonschicht zerstören oder zum Klimawandel beitragen und von denen wegen der geringen Dichtheit der Aggregate jedes Jahr bis zu 35 Prozent in die Atmosphäre entweichen.

Gleichzeitig zählt Jordanien aufgrund seiner überdurchschnittlich hohen Sonneneinstrahlung von 5 bis 7 Kilowattstunden pro Quadratmeter (10 Prozent höher als der Durchschnitt in der MENA-Region) weltweit zu den Standorten mit optimalen Voraussetzungen für den Einsatz konzentrierter Solarenergie und daran gekoppelter Klimaanlagen.

Ziel

In Jordanien und der gesamten Region ist die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung von Klimaanlagen gelegt. Die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen und die Freisetzung von fluorierten Treibhausgasen wurden durch die Installation und den Betrieb von Kühlsystemen, die mit Solarenergie und natürlichen Kühlmitteln betrieben werden, gesenkt.

Vorgehensweise

Das Projekt gliedert sich in vier Maßnahmenfelder:

  • Technologietransfer und Demonstrationsprojekt: Im Rahmen eines Pilotprojekts werden hocheffiziente Kühl- und Klimaaggregate auf Solarenergiebasis installiert und effizient betrieben. Das Projekt wird lokale Kapazitäten (etwa Technologielieferanten) zur Installation und Wartung von Kühl- und Klimaanlagen mit solarer Energieversorgung schaffen. Gleichzeitig sollen tragfähige Partnerschaften zu Technologiefirmen, lokalen Unternehmen, Forschungsinstituten und zum öffentlichen Sektor aufgebaut werden.
  • Sektorstrategie: Eine wiederholbare Fallstudie wird durchgeführt und das Projekt wird Empfehlungen für eine Optimierung der Sektorstrategie sowie der Rechtsvorschriften unterbreiten.
  • Übertragung innerhalb Jordaniens und auf andere Länder der Region: Das Projekt erarbeitet eine spezifische Strategie sowie einen Aktionsplan zum Aufbau baugleicher Anlagen in anderen Teilen des Landes und der Region.
  • Monitoring: Das Projekt wird ein Monitoringsystem und eine entsprechende Strategie entwickeln und verlässliche Daten sammeln, die zur Sensibilisierung sowie für die Verbreitung der neuen Technik verwendet werden sollen.

Nach erfolgreicher Umsetzung des Pilotprojekts sollte es möglich sein, die Technik in allen großen gewerblichen Anwendungsbereichen einzusetzen, sofern die örtlichen Bedingungen dies zulassen. Es kann damit gerechnet werden, dass sich der Replikationsprozess finanziell nachhaltig gestalten lässt, weil er zu Verbesserungen bei der Energieeffizienz und zu einer Senkung der Betriebskosten führt.