Förderung der guten Regierungsführung – Prävention von Gewalt gegen Frauen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der guten Regierungsführung – Handlungsfeld Prävention von Gewalt gegen Frauen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Economic Affairs Division (EAD)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2015

Ausgangssituation

Gewalt gegen Frauen ist in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa und in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (Federally Administered Tribal Areas, FATA) weiterhin hoch. Hierzu zählen vor allem häusliche Gewalt, Entführung und Mord. Hinzu kommen neue Formen von Gewalt, wie direkte Bedrohungen und Gewalttaten extremistischer Gruppen gegenüber Frauen und Mädchen. Vor allem für die FATA liegen keine Daten vor; die Dunkelziffer ist hoch. Konservative Gruppierungen machen ihren Einfluss geltend und behindern einen gesellschaftlichen und politischen Dialog zu Ursachen und Folgen der Gewalt gegen Frauen. Die mangelnde Leistungsfähigkeit der staatlichen Einrichtungen erschwert den Zugang für Frauen, insbesondere für Gewaltopfer, zu sozialen Dienstleistungen und Recht. Es fehlen zudem ausreichende Erfahrungen, um Gewalt gegen Frauen präventiv anzugehen.

Die Provinzregierung von Khyber Pakhtunkhwa und das FATA-Sekretariat haben erkannt, dass Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen sowie deren Schutz wichtig sind, damit Frauen, ihre Kinder und Familien ein friedliches Leben führen und Frauen ihre Potenziale entfalten können.

Ziel

Die Leistungsfähigkeit staatlicher Akteure zur Prävention von Gewalt gegen Frauen in Khyber Pakhtunkhwa und FATA ist gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt das Frauenministerium der Provinz Khyber Pakhtunkhwa und das FATA-Sekretariat, ihre Verantwortung und Aufgaben in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft wahrzunehmen. Dies umfasst sowohl die Prävention von Gewalt als auch den Schutz und die Wiedereingliederung von Frauen. Beide Partner werden unterstützt, den rechtlichen Rahmen an nationale und internationale Standards anzupassen beziehungsweise existierende Gesetze umzusetzen. Formelle und informelle Entscheidungsträger sowie Medien und religiöse Führer werden für die Ursachen und Folgen von Gewalt sensibilisiert. Sie werden unterstützt, in ihrem jeweiligen Umfeld Präventionsmaßnahmen konflikt- und gendersensibel durchzuführen. Es gilt, die Qualität und die Zugänglichkeit von medizinischen, sozioökonomischen und rechtlichen Dienstleistungen für Gewaltopfer zu erhöhen. Entscheidend ist, dass staatliche und eine Vielzahl zivilgesellschaftlicher Anbieter diese Leistungen abgestimmt erbringen.

Wirkungen

Im Rahmen der deutsch-pakistanischen Entwicklungszusammenarbeit wurden folgende Wirkungen erzielt:

  • Mithilfe von Fach- und Organisationsberatung unterstützt ein Komitee von Rechtsexperten die Provinzregierung, die Qualität rechtlicher Regelungen zur Prävention von und zum Schutz vor Gewalt zu erhöhen.
  • Durch Fach- und Kooperationsberatung setzen die Beamten des Frauenministeriums im Distrikt Nowshera das Gesetz zum Schutz von Frauen vor Belästigung am Arbeitsplatz um. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen.
  • Prozess- und Politikberatung haben das FATA-Sekretariat in die Lage versetzt, die Women Empowerment and Protection Policy für FATA, die sowohl Präventions- als auch Schutzmaßnahmen umfasst, zu verabschieden.
  • Die Regierung von Khyber Pakhtunkhwa und das FATA-Sekretariat verfügen über ein einheitliches Vorgehen und Format für die Berichterstattung zur UN-Konvention zur Beseitigung jeglicher Formen der Diskriminierung von Frauen.
  • Das Frauenministerium und das FATA-Sekretariat können mit aktualisierten Daten der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Dienstleistungsanbieter medizinische, psychosoziale, rechtliche und berufliche Beratung aufeinander abstimmen und damit den Zugang besser gewährleisten.
  • Fach- und Organisationsberatung bewirkten ein verbessertes Management und einheitliche Dienstleistungsstandards in den Frauenhäusern von Khyber Pakhtunkhwa. Hiervon profitieren pro Monat durchschnittlich 240 Frauen und ihre Kinder.
  • Die gendersensitive Berichterstattung zu Fällen von Gewalt gegen Frauen ist Unterrichtsinhalt der Journalistenausbildung an der Universität von Peschawar. 40 Journalistinnen und Journalisten sind bereits nach dem neuen Lehrplan ausgebildet worden.