Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Industrie- und Handelskammern in Anatolien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Industrie- und Handelskammern in Anatolien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Türkei
Politischer Träger: Küçük ve Orta Ölçekli Sanayi Geliştirme ve Destekleme İdaresi Başkanlığı (KOSGEB) (Small and Medium Industry Development Organisation)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2012

Ausgangssituation

In den letzten Jahren hat sich die Türkei wirtschaftlich stabilisiert. Der Wettbewerbsdruck auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist jedoch erheblich gewachsen. Die Regierung will die Wettbewerbsfähigkeit türkischer KMU insgesamt stärken und die für die privatwirtschaftliche Regionalentwicklung zuständigen Unterstützungsorganisationen befähigen, ihre Leistungen qualitativ hochwertig und bedarfsorientiert anzubieten.

Die Industrie- und Handelskammern sind zwar aufgrund der Pflichtmitgliedschaft ihrer Unternehmen finanziell ausreichend ausgestattet, besitzen jedoch zu wenig Erfahrungswissen, um ihren Mitgliedsfirmen zeitgemäße und qualitativ hochwertige Dienste anzubieten. Oftmals gehen die Leistungen der Kammern nicht über das Ausstellen von Exportzertifikaten hinaus. Weitere Aufgaben wie die Beratung ihrer Mitgliedsunternehmen in betriebswirtschaftlichen und technischen Fragen, die Entwicklung von Trainingsmaßnahmen oder die Vermittlung von Kontakten zu möglichen europäischen Kunden – einschließlich der Organisation von Messen und Messebeteiligungen – bleiben unerfüllt.

Die mangelnde Leistungsfähigkeit der Kammern hat zur Folge, dass die KMU ihre Marktpotenziale nicht ausreichend nutzen können und so in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Ziel

In den Industrie- und Handelskammern sind Organisationsstruktur, Dienstleistungsangebot und Qualifikation der Mitarbeiter verbessert.

Vorgehensweise

Methodisch setzt die Maßnahme bei der Vermittlung von Lernerfahrungen und Know-how an. Die in der ersten Förderungsphase des Vorhabens „Wirtschaftsförderung in Anatolien“ generierten Lernerfahrungen sollen jetzt den teilnehmenden Industrie- und Handelskammern vermittelt werden. Dies geschieht im Rahmen von runden Tischen, Betriebsvergleichen, Informationsreisen nach Deutschland, Gesprächsforen mit Führungspersonal von KMU-relevanten deutschen Organisationen und durch die Planung gemeinsamer Aktionen. Gleichzeitig werden die Industrie- und Handelskammern in einem Netzwerk zusammenarbeiten und ihre Erfahrungen austauschen und anwenden.

Die Beratungen durch deutsche KMU-relevante Organisationen, insbesondere durch Industrie- und Handelskammern, konzentriert sich im Wesentlichen auf die folgenden Bereiche:

  • Verbesserung der internen Ausschussarbeit der türkischen Kammern, einschließlich der Entwicklung von clusterbezogener Gremienarbeit in ausgewählten Branchen wie Konfektion/Textil und Steine/Marmor
  • Vermittlung von Maßnahmen zur Organisationsentwicklung der Kammern, wie zum Beispiel die Einführung von spezialisierten KMU-Förderabteilungen
  • Vermittlung von angepassten und praxisorientierten KMU-Fortbildungsansätzen, bei denen die Beratung der KMU einhergeht mit der Beratung des Fachpersonals von KMU-relevanten Organisationen

Das Vorhaben unterstützt die Qualifizierung der Führungskräfte sowie der Mitarbeiterinnen Mitarbeiter der teilnehmenden Kammern, bahnt Kontakte zwischen ihnen und möglichen Kooperationspartnern in Deutschland an und führt gemeinsame Aktionen beispielhaft durch.

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