Biodiversität und nachhaltige Waldnutzung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Biodiversität und nachhaltige Waldnutzung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministère de l’Environnement et Développement Durable
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2016

DR Kongo. Berggorilla in Nationalpark Kahuzi Biega © GIZ

Ausgangssituation
Der kongolesische Urwald ist eines der größten zusammenhängenden Tropenwaldgebiete der Erde. Er besticht nicht nur durch die Artenvielfalt seiner Flora und Fauna, sondern ist auch wichtig, um das Weltklima zu stabilisieren. Der als die „grüne Lunge“ bezeichnete Wald inmitten Afrikas ist jedoch von Brandrodung, Raubbau sowie Feuerholz- und Kohleproduktion bedroht.

Ein Teil des Tropenwalds wurde in verschiedenen Parks unter Schutz gestellt. Diese Gebiete sind vor allem durch die Gewinnung von Brennholz und Ackerland gefährdet. Zusätzlich schaden und gefährden Rebellen und Wilderei, illegaler Holzeinschlag und der Abbau von Rohstoffen wie z.B. Coltan den Wald.

Das Umweltministerium und die Naturschutzbehörden verfügen weder über eine ausreichende institutionelle Basis noch über geeignete Konzepte den Wald zu sichern und seine Biodiversität zu erhalten.

Ziel
Die für das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen verantwortlichen staatlichen Institutionen und nicht-staatlichen Akteure auf nationaler wie auch auf Provinzebene erfüllen ihre politischen und operativen Aufgaben besser.

DR Kongo. Eine Frau trägt Ernte aus dem Wald. © GIZ

Vorgehensweise
Die institutionellen Rahmenbedingungen werden durch einen Ansatz, bei dem mehrere Geber einbezogen werden, sowie einer strategischen und politischen Führung, bei denen die Aktivitäten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geplant und überwacht werden, verbessert. Regional werden die Aktivitäten im Konvergenzplan der Zentralafrikanische Waldkommission (Commission des Forêts d’Afrique Central, COMIFAC) eingegliedert.

Auf zentralstaatlicher Ebene unterstützt das Programm das Umweltministerium, die nationale Umweltschutz- und Forstpolitik umzusetzen und berät die Naturschutzbehörde fachlich, organisatorisch sowie finanziell.

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die GIZ die kongolesische Regierung in drei Schwerpunkten:

  1. Bei einer nachhaltigen und partizipativen Waldbewirtschaftung, Zertifizierung und Klimastrategien wie REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conversation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries). Hier arbeitet das Programm zusammen mit dem DFS Deutschen Forst Service.
  2. Die institutionellen Rahmenbedingungen und Transparenz zu verbessern, vor allem im Bereich des Personalmanagements des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung und der Naturschutzbehörde. In diesem Bereich wird das Programm von der GFA Consulting Group unterstützt.
  3. Das Schutzgebietsmanagement vor allem in sechs Naturschutzgebieten zu verbessern, von denen drei zum UNESCO Welterbe gehören.

Wirkungen
Über einen Zeitraum von drei Jahren begleitete die GIZ die kongolesischen Partner einen nationalen Sektorplan (PNEFEB) auszuarbeiten. Der Sektorplan bietet mehr Möglichkeiten ihre Pläne anzupassen und die Geber zu harmonisieren. Die Ausarbeitung und teilweise Umsetzung des PNEFEB auf Provinzebene trägt zur Stärkung der lokalen Governance in den Provinzen bei.

Die GIZ unterstützt die kongolesische Regierung, die Landnutzungsplanung und Ressourcenkartierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu verbessern.

Für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf lokaler Ebene wurde eine Kleinstkonzession mit einem mobilen Test Sägewerk in der Provinz Maniema errichtet. Dies führte zu ersten Einnahmen für die betroffene Gemeinde.

Mit dezentralen Strukturen des Umweltsektors in den Provinzen wurden auf lokaler Ebene zwei Modelle zum Management ausgewiesener Waldflächen für Nutz- und Brennholz eingeführt. Dies soll dazu beitragen, den Druck auf natürliche Waldflächen zu verringern, die Energieeffizienz zu fördern und Haushaltskosten zu reduzieren.

Durch die Initiative des Programmes werden degradierte Flächen in der Provinz Katanga in Zusammenarbeit mit einem Bergbauunternehmen und lokalen Gemeinden wieder aufgeforstet.

Ein Fortbildungsplan für die Mitarbeiter des Umweltministeriums wurde gemeinsam mit allen Direktionen und Organisationseinheiten des Ministeriums erarbeitet. Bereits mehr als 600 Mitarbeiter/innen wurden weitergebildet und können heute ihre Aufgaben besser ausführen. Das Programm hat ebenfalls Stellenbeschreibungen für zwei Drittel der Abteilungen des Umweltministeriums ausgearbeitet. Diese dienen als Basis um die parallel etablierten Strukturen für einen transparenten und objektiven Rekrutierungsprozess, sowie Leistungsbeurteilungen durchführen zu können. Insgesamt zielen die Interventionen im Bereich Personalmanagement darauf ab, eine gute Regierungsführung zu erreichen. .

Um die Qualität der Ausbildung zukünftiger Student/innen im Bereich Management natürlicher Ressourcen zu verbessern, wurden Kurse nach den Anforderungen des europäischen Bologna-Prozesses und gemeinsam mit dem Ministerium für höhere Bildung konzipiert. Die Kurse werden derzeit an drei Hochschulen und vier Fachhochschulen angeboten.

Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und engen Beziehung zur Parkverwaltung ist die GIZ auf nationaler Ebene zu einem wichtigen Partner geworden und unterstützt die Regierung, ein Netzwerk von Schutzgebieten aufzubauen. Im Umfeld des Parks wurde die Infrastruktur verbessert und es wurden Entwicklungspläne erstellt. Lokale Gemeinschaften werden so zu aktiven Betreibern des Parkschutzes.

DR Kongo. Junge Pirogue-Fahrer © GIZ

Kontakt

Ulrich Müller
ueli.mueller@giz.de