Erneuerbare Energieressourcen und Energieeffizienz in Kommunen Südosteuropas

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Capacity Building für die Nutzung erneuerbarer Energieressourcen und Energieeffizienz in Kommunen Südosteuropas
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien (ejR), Serbien
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2013

Südosteuropa. Biogasanlage. © GIZ

Ausgangssituation

Technisch veraltete, ineffiziente Energiesysteme in vielen Gemeinden Osteuropas sind signifikante Hemmnisse für die wirtschafte und soziale Entwicklung in der Region. Private und staatliche Haushalte sowie Unternehmen sind gleichermaßen von steigenden Energiekosten und in manchen Gebieten von unzuverlässiger Energieversorgung betroffen. Folgen sind sinkende Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, zunehmende soziale Instabilitäten sowie ausbleibende öffentliche Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Gesundheit.

Ziel

Durch Fortbildung, Dialogveranstaltungen und Netzwerkbildung wurden Fach- und Führungskräfte aus den Kommunalverwaltungen befähigt, für ihre Standorte geeignete Technologien und Konzepte für Maßnahmen der Energieeffizienz beziehungsweise für den Einsatz von erneuerbaren Energieressourcen zu identifizieren und Umsetzungsstrategien unter Beteiligung der Privatwirtschaft zu entwickeln.

Vorgehensweise

Das Projekt richtet sich an mittelgroße Gemeinden in Albanien (Shkodra), Bosnien und Herzegowina (Kakanj), Kosovo (Gjilan), Mazedonien (Strumica) und Serbien (Pancevo). Kommunen dieses Typs standen bisher nicht im Mittelpunkt des internationalen Know-how-Transfers, sie bieten jedoch aufgrund ihrer überschaubaren Strukturen ein geeignetes Umfeld für Innovation und Pilotmaßnahmen.

In Dialogveranstaltungen werden die beteiligten kommunalen Führungskräfte und die Bürger für den möglichen ökonomischen und ökologischen Gewinn durch Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien sensibilisiert. Fach- und Führungskräfte aus den Stadtverwaltungen werden durch Fortbildungen und Trainings anwendungsorientiert qualifiziert. Begleitende Beratung und Coaching tragen den unterschiedlichen Ausgangspositionen der Gemeinden Rechnung. Die Vernetzung der beteiligten Akteure sichert den regionalen Wissenstransfer und die Breitenwirkung des Projekts.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

In Mazedonien wurde die Gemeinde Strumica beim Aufbau und Betrieb eines städtischen Gasversorgungsnetzes beraten. Fach- und Führungskräfte des kommunalen Gasversorgungsunternehmens wurden in Kooperation mit der deutschen Gemeinde Garching im Rahmen einer Fortbildung und Studienreise in Deutschland qualifiziert. Die Bürgermeisterin von Garching hat vorgeschlagen, eine Städtepartnerschaft mit Strumica aufzubauen.

Die Gemeinde Pancevo (Serbien) wurde bei ihrer Initiative zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien bei der Energieversorgung der Kommune unterstützt. Im Rahmen einer Pre-feasibility-Studie konnten die Biomassepotenziale für Pancevo verifiziert und Kontakt mit potenziellen Investoren für eine Biogasanalage aufgenommen werden.

Kakanj (Bosnien und Herzegowina) wird von dem Projekt bei der Erarbeitung eines „Aktionsplans für Nachhaltige Energie“ begleitet, wozu sich die Gemeinde mit ihrem Beitritt zur europäischen Initiative „Konvent der Bürgermeister“ verpflichtet hat. Das Projekt unterstützt die Stadtverwaltung bei diesem komplexen Vorhaben sowohl mit technischer Expertise als auch mit Coaching und Organisationsberatung.

In Shkodra (Albanien) hat die Stadtverwaltung mithilfe des Vorhabens einen kommunalen Energieplan erarbeitet. Weitere Unterstützungsmaßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit der verschiedenen Verwaltungseinheiten innerhalb der Gemeinde sowie zur Einbindung der Privatwirtschaft sind in Vorbereitung.

In Gjilan (Kosovo) begleitet das Vorhaben die Stadtverwaltung bei der Durchführung von Energieaudits für kommunale Liegenschaften. Diese Audits sollen als Basis für die Ausgestaltung des zukünftigen kommunalen Systems der Energieversorgung dienen. Eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Systems liegt vor, der Datenerhebungsprozess für ein Pilotaudit ist angelaufen.

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