Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: ProEcon – Verbesserung der Rahmenbedingungen im Privat- und Finanzsektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: kofinanziert von der Europäischen Union
Land: Mosambik
Politischer Träger: Ministério da Indústria e Comércio (MIC)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2021

Afrifruta

Ausgangssituation

Mosambik gehört nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Der größte Teil der Bevölkerung hat von den hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre nicht profitiert. Rund 70 Prozent der Menschen in Mosambik lebt in ländlichen Gebieten. Bei mehr als der Hälfte von ihnen liegt das Einkommen immer noch unterhalb der Armutsgrenze. Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) schaffen weder ausreichend Arbeitsplätze, noch können sie die Bevölkerung mit genügend Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs versorgen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: hohe bürokratische Hürden, Korruption, fehlende Infrastruktur, fehlende Dienstleistungen vor allem in den ländlichen Regionen und ein großer Mangel an unternehmerischer Kompetenz. Finanzdienstleistungen für KKMU im ländlichen Raum stehen kaum zur Verfügung. Die Betriebe können nicht expandieren und damit weder Arbeitsplätze noch Einkommen für die Bevölkerung schaffen. Um die Armut in Mosambik zu bekämpfen, müssen deshalb Entwicklungsimpulse für KKMU entstehen.

Ziel

Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen nutzen bessere Rahmenbedingungen für ein Wachstum, das allen Bevölkerungsschichten zugutekommt. Durch ein breitenwirksames, von der Privatwirtschaft getragenes, Wachstum steigt die Beschäftigung im Land, erhöhen sich die Einkommen und sinkt die Armut.

desenvlvimento do sistema financeiro

Vorgehensweise

Das Projekt bearbeitet drei Handlungsfelder parallel:

Es verbessert die politischen Rahmenbedingungen für KKMU. Dafür arbeitet es mit dem mosambikanischen Ministerium für Industrie und Handel sowie mit Provinz- und Gemeindeverwaltungen. Konkret berät und unterstützt das Projekt bei der Ausarbeitung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Verbesserung des Geschäftsklimas. Schulungen, Workshops und Organisationsberatung vermitteln den Partner*innen im Ministerium, der Zentralbank, in den Gemeinden sowie privatwirtschaftlichen Akteuren notwendiges Wissen, um Reformen und Veränderungen umzusetzen.

Weiterhin fördert das Vorhaben inklusive Geschäftsmodelle mit KKMU. Ziel ist es, schwächere Wirtschaftsakteure wie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder informelle Kleinstunternehmer*innen in die Zuliefererketten von etablierten mittleren beziehungsweise größeren Unternehmen zu integrieren. In Entwicklungspartnerschaften arbeitet das Projekt mit nationalen oder internationalen Unternehmen zusammen. Darüber hinaus fördert das Vorhaben die Verbesserung von Dienstleistungen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und KKMU im Agrarsektor. 

Außerdem unterstützt das Projekt die Zentralbank, den Bankenverband und ausgewählte Geschäftsbanken bei der Verbesserung des Zugangs von KKMU zu formellen Finanzdienstleistungen. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Entwicklung innovativer Vertriebsmodelle und neuer Finanzprodukte für KKMU im ländlichen Raum. Dabei kommt Spar- und Kreditgruppen, denen unter anderem finanzielle Grundbildung vermittelt wird, sowie Bankagentennetzwerken eine besondere Rolle zu. Ergänzend berät das Projekt die Zentralbank bei der Verbesserung der Regulierung für diesen Bereich. 

Die Consultingfirmen AFC Consultants International/Akademie Deutscher Genossenschaften und Como/Mierke Investment unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Das Projekt hat seine Aktivitäten durch eine EU-Kofinanzierung im Jahr 2019 über die bisherigen Provinzen Inhambane, Sofala und Manica hinaus auch auf Nampula und Zambezia ausgedehnt. 
 

Melhoria do ambiente de negocios

Wirkung

  • Zusammen mit dem Ministerium für Industrie und Handel, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft hat das Vorhaben wichtige Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas identifiziert und umgesetzt.
  • Das Projekt begleitete die Vereinfachung des Prozesses der Unternehmenslizenzierung national und in den Provinzen. Die Zahl der lizensierten Unternehmen in Mosambik erhöhte sich seit 2013 dadurch um über 40.000 Unternehmen. 
  • Das Verfahren zur Erteilung von Baugenehmigungen wurde vereinfacht und in acht Gemeinden pilotiert. Diese Partnergemeinden haben seit 2017 über 1.700 vereinfachte Baugenehmigungen vergeben.
  • Die an 18 Entwicklungspartnerschaften beteiligten Unternehmen konnten fast ausnahmslos ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Über 1.300 KKMU wurden seit 2017 in inklusive Geschäftsmodelle eigebunden. Erfolgreich entwickelte inklusive Geschäftsmodelle können nun adaptiert und weitere KKMU durch Investitionen einbezogen werden.
  • Im Bereich der Finanzsystementwicklung wurden Banken beim Auf- und Ausbau ihres Netzes von Bankagenten unterstützt, um ländlichen KKMU formelle Finanzdienstleistungen anzubieten. Hierdurch bieten in den Provinzen Manica, Sofala und Inhambane seit 2017 insgesamt über 200 neue Bankagenten Leistungen an. 
  • Darüber hinaus wurde die Anbindung von Spar- und Kreditgruppen an Banken gefördert. Über 54.000 bislang vom formalen Finanzsystem ausgeschlossene KKMU im ländlichen Raum, darunter mehr als 65 Prozent von Frauen geführte Unternehmen, erlangten dadurch Zugang zu Finanzdienstleistungen.