Verbesserung der Rahmenbedingungen im Privat- und Finanzsektor in Mosambik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: ProEcon – Verbesserung der Rahmenbedingungen im Privat- und Finanzsektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mosambik
Politischer Träger: Ministério da Indústria e Comércio (MIC)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2019

Ausgangssituation

Mosambik ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Der größte Teil der Bevölkerung, von der 70 Prozent in ländlichen Gebieten lebt, hat nicht von den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre profitiert. Bei mehr als der Hälfte der Menschen liegt das Einkommen immer noch unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) schaffen weder ausreichend Arbeitsplätze, noch können sie die Bevölkerung mit genügend Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs versorgen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: hohe bürokratische Hürden, Korruption, fehlende Infrastruktur, fehlende Dienstleistungen vor allem in den ländlichen Regionen und ein großer Mangel an unternehmerischer Kompetenz. Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum stehen kaum zur Verfügung. Die Betriebe können nicht expandieren und damit weder Arbeitsplätze noch Einkommen für die Bevölkerung schaffen. Um die Armut in Mosambik zu bekämpfen, müssen deshalb Entwicklungsimpulse für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen entstehen.

Ziel

Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen nutzen bessere Rahmenbedingungen für ein Wachstum, das allen Bevölkerungsschichten zugutekommt. Durch ein breitenwirksames, von der Privatwirtschaft getragenes, Wachstum steigt die Beschäftigung im Land, erhöhen sich die Einkommen und sinkt die Armut.

Vorgehensweise

Das Projekt bearbeitet drei Handlungsfelder parallel:

  1. Es verbessert die politischen Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Industrie und Handel sowie mit Provinz- und Gemeinderegierungen.
  2. Es fördert Geschäftsmodelle für kleine und mittlere Unternehmen durch Kooperationen mit der Privatwirtschaft, die benachteiligte Bevölkerungsschichten und kleinste Betriebe mit einbeziehen.
  3. Mit Banken entwickelt das Projekt das Finanzsysteme, damit kleine und mittlere Unternehmen einfacher und schneller Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen erhalten.

Das Projekt unterstützt das Ministerium für Industrie und Handel, die mosambikanische Zentralbank sowie ausgewählte Gemeinden. Es berät und unterstützt sie bei der Ausarbeitung und Umsetzung der nationalen Strategie zur Verbesserung des Geschäftsklimas. Schulungen, Workshops und Organisationsberatung vermitteln den Partnern im Ministerium, der Zentralbank und in den Gemeinden das Know-how und die Voraussetzungen, um die notwendigen Reformen umzusetzen.

In Entwicklungspartnerschaften mit der Privatwirtschaft arbeitet das Projekt mit nationalen oder internationalen Unternehmen zusammen. Hier integrieren die Partner kleine und mittlere Unternehmen in landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten sowie in die vor- und nachgelagerte Rohstoffindustrien und in den Tourismussektor.

Im Bereich der Finanzsystementwicklung werden über innovative Vertriebsmodelle neue Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum entwickelt und eingeführt. Das Projekt berät die Zentralbank bei der Verbesserung des Verbraucherschutzes und der finanziellen Grundbildung.

Die Consultingfirmen AFC Consultants International/Akademie Deutscher Genossenschaften und Como/Mierke Investment unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkung

Das Projekt kann auf erreichten Wirkungen aus den vorherigen Jahren aufbauen. Zusammen mit dem Ministerium für Industrie und Handel, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft wurden wichtige Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas identifiziert und umgesetzt.

Das Projekt begleitete die Vereinfachung von Unternehmenslizenzierung auf nationaler und auf Provinzebene. Die Zahl der lizensierten Unternehmen in Mosambik erhöhte sich seit 2013 dadurch um über 37.000 Unternehmen. Das Verfahren zur Erteilung von Baugenehmigungen wurde vereinfacht und in acht Gemeinden pilotiert.

Die an 15 Entwicklungspartnerschaften beteiligten Unternehmen konnten fast ausnahmslos ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Erfolgreich entwickelte inklusive Geschäftsmodelle können nun repliziert und miteinander verbunden werden.

Im Bereich der Finanzsystementwicklung wurden die rechtlichen Grundlagen zum Aufbau von privaten Kreditinformationsbüros geschaffen. Darüber hinaus wurde die Anbindung von Spar- und Kreditgruppen an Banken gefördert sowie der Aufbau eines Agentennetzes für Banken, um der ländlichen Bevölkerung formelle Finanzdienstleistungen anzubieten. Über 11.000, bislang vom formalen Finanzsystem ausgeschlossene, Personen im ländlichen Raum, darunter mehr als 7.500 Frauen, erlangten dadurch Zugang zu Finanzdienstleistungen.