Energieeffizienz-Beratung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energieeffizienz-Beratung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Ministerium für Außenhandel und Internationale Wirtschaftsbeziehungen (MoFTER)
Land: Bosnien und Herzegowina
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2016

Bosnien und Herzegowina. Mit Holzabfällen betriebenes Fernwärmeheizwerk in Livno. © GIZ

Ausgangssituation

Obwohl Bosnien und Herzegowina über große Energieressourcen verfügt und eines der wenigen Strom exportierenden Länder auf dem Balkan ist, ist die Energieversorgung nicht nachhaltig. Wegen der ineffizienten Nutzung steigt der Stromverbrauch an. Holz und Kohle als Brennstoffe führen zu Luftverschmutzung.

Für eine Veränderung dieser Situation fehlen politische Rahmenbedingungen, Richtlinien und Förderprogramme, aber auch Kenntnisse und praktische Erfahrungen auf nationaler und kommunaler Ebene. Die Vernetzung und Kooperation der beteiligten Akteure ist sehr gering, sodass bisher keine nationale Energiestrategie existiert. Landesweit werden die Potenziale von Energieeffizienz auf lokaler Ebene unzureichend genutzt. Gleichzeitig sind die Kommunen wichtige Fürsprecher für das Thema Energieeffizienz, denn neben dem Beitrag zum Klimaschutz trägt effizienter Umgang mit Energie auch zur Entlastung angespannter kommunaler Budgets bei.

Ziel

Die Rolle der Kommunen als treibende Kraft für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen ist gestärkt.

Vorgehensweise

Politischer Träger ist das gesamtstaatliche Ministerium für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen (MoFTER) mit Sitz in Sarajevo. Wichtige Durchführungspartner sind ausgewählte Kommunen in beiden Entitäten, die Kommunalverbände und die Energie- und Bauministerien der beiden Entitäten des Landes sowie andere energierelevante Institutionen wie zum Beispiel Universitäten.

Zentraler Bestandteil des Vorhabens sind Beratungs- und Schulungsleistungen für die Kommunen und Ministerien sowie die Förderung strukturbildender Maßnahmen zum Aufbau und Betrieb eines kommunalen Energiemanagementsystems. Dazu gehört zum Beispiel die Verbesserung der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit von betroffenen Arbeitseinheiten, etwa für Wasserversorgung, Gebäudemanagement oder Straßenbeleuchtung, in den städtischen Verwaltungen.

Die Beratung versetzt die Kommunen in die Lage, einschlägige Datenerhebungs-, Analyse- und Planungsinstrumente zu nutzen, um Potenziale zur Erhöhung der Energieeffizienz zu identifizieren sowie entsprechende Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Die Kommunalverbände sowie andere energierelevante Institutionen und Netzwerke werden bei der systematischen Auswertung von Ergebnissen und Erfahrungen aus dem Energiemanagement sowie bei der Verbreitung und dem Einsatz von Instrumenten gefördert. Die entsprechenden Fachministerien werden bei der Erstellung und Umsetzung von energierelevanten Gesetzen und Regularien beraten.

Das Vorhaben schafft Plattformen für den Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und Energieexperten. So werden die Erfahrungen für andere Kommunen nutzbar gemacht und in Vorschläge eingearbeitet, deren Realisierung die Kommunen in die Lage versetzt, die wirtschaftlichen, rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für erhöhte Energieeffizienz zu schaffen.

Die Consultingfirma GFA unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkung

  • Die Kenntnisse und Fähigkeiten einer Vielzahl beteiligter Akteure, zum Beispiel der Vertreter der Kommunalverbände und der Kommunen, in der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz haben sich deutlich verbessert.
  • Die vom Projekt geförderten Pilotgemeinden haben nach europäischem Standard Aktionspläne zur nachhaltigen Energienutzung eingeführt (Sustainable Energy Action Plans, SEAPs). Erste Erfolge, wie die Reduktion von CO2-Emissionen, sind bereits erreicht.
  • Die Bürgermeister einiger Gemeinden treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über die technische Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen und über Möglichkeiten zur politischen und finanziellen Förderung.