Lokale Selbstverwaltung und Wirtschaftsförderung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für lokale Selbstverwaltung und Wirtschaftsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bosnien und Herzegowina
Politischer Träger: Ministerium für Außenhandel und wirtschaftliche Beziehungen (MoFTER)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

Bosnien und Herzegowina hat in den vergangenen Jahren bei der Umsetzung politischer und ökonomischer Reformen kaum Fortschritte erzielt. In internationalen Rankings, in denen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beurteilt wird, belegt Bosnien und Herzegowina in Europa stets die hintersten Plätze, zum Beispiel den letzten Rang von 46 Ländern im Doing Business Index 2015 (Gesamt: 107 von 189 Ländern).

Produktivität und Qualität der Produkte lokaler Unternehmen genügen derzeit häufig nicht den Anforderungen internationaler Märkte. Andererseits besteht in einigen Sektoren – Möbelherstellung, Metallverarbeitungsindustrie, Lebensmittelproduktion, landwirtschaftlicher Anbau von Baum- und Beerenobst – das Potenzial, sowohl den heimischen Markt zu bedienen als auch Produkte in die EU und weitere Länder zu exportieren. Öffentliche Institutionen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft müssten intensiver zusammenarbeiten, um die wirtschaftliche Leistung zu steigern und den Standort Bosnien und Herzegowina gemeinsam attraktiv zu gestalten. Gerade die öffentliche Verwaltung sieht sich nicht als Motor für wirtschaftliche Entwicklung und geht daher die strukturellen Probleme nicht in ausreichendem Maße an.

Ziel

Ausgewählte Standorte in Bosnien und Herzegowina verbessern ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich auf drei Pilotregionen in Bosnien und Herzegowina, in denen schrittweise Methoden und Konzepte der kommunalen Wirtschaftsförderung und Wertschöpfungskettenentwicklung umgesetzt werden. Gemeinden werden in ihrer interkommunalen Zusammenarbeit und in ihren Dialogen mit lokalen Unternehmen unterstützt, damit sie strategische Maßnahmen gemeinsam und partizipativ planen und umsetzen.

Darüber hinaus fördert die GIZ die Kooperation der Gemeinden mit weiteren relevanten Institutionen, zum Beispiel mit Regionalentwicklungsagenturen, Ministerien und Wirtschaftsverbänden. So werden die erarbeiteten Konzepte landesweit verbreitet und gemeinsam erarbeitete Initiativen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt.

Wirkung

Im Norden Bosnien-Herzegowinas haben sich vier Gemeinden und deren KMU-Sektor zu einer Local Action Group (LAG) zusammengeschlossen, um insbesondere landwirtschaftliche Produkte der Region gemeinsam zu vermarkten und neue Vermarktungspotenziale zu erschließen.

In Zentralbosnien betreiben drei Gemeinden entitätsübergreifend Standortmarketing unter dem Namen „Business Excellence Area (BEAR)“. Ihre Bemühungen sind im Frühjahr 2014 auch vom Foreign Direct Investment Magazine der Financial Times Group anerkannt worden. BEAR zählt demnach mittlerweile zu den attraktivsten Investitionsstandorten Europas, was sich in tatsächlichen Investitionen in den Gemeinden niederschlägt.