Aufbau und Stärkung der Strukturen der Jugendarbeit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau und Stärkung der Strukturen der Jugendarbeit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Partner: Ministry of Culture, Youth and Sports (MCYS)
Gesamtlaufzeit: 2003 bis 2012

Ausgangssituation

Die seit Februar 2008 unabhängige Republik Kosovo gehört auch von der Bevölkerungszusammensetzung zu den jüngsten Staaten Europas. Mehr als die Hälfte der Bewohner ist unter 25 Jahre alt. Von den großen Herausforderungen des Landes sind diese Jugendlichen in besonderer Weise betroffen: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 70 Prozent, Jugendliche leiden unter interethnischen Konflikten und schlechten Bildungsmöglichkeiten. Vielen jungen Menschen fehlen zudem sowohl die Möglichkeiten als auch die Fähigkeiten, ihre Situation zu verändern und sich in politische Prozesse einzubringen. Nach dem militärischen Konflikt gab es zahlreiche Projekte zur Förderung Jugendlicher, von denen jedoch ein Großteil wegen Geldmangel und fehlender Unterstützung beendet werden musste.

Das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport erarbeitete mittlerweile ein Jugendgesetz (Law on Youth Empowerment and Participation – YEP) mit Verwaltungsvorschriften sowie die Kosovo-Jugendstrategie und einen Jugendaktionsplan (Kosovo Youth Strategy and Action Plan – KYSAP). Beides wurde von der Regierung verabschiedet. Auf kommunaler Ebene wurden erfolgreich Jugendreferenten ausgebildet. Im Ministerium und auf den Durchführungsebenen fehlen jedoch nach wie vor Kompetenzen und Potenziale; staatliche Akteure aus anderen Sektoren bieten zu wenig jugendspezifische Dienstleistungen an. Durch fehlende Kompetenzen und Ansprechpartner auf staatlicher Seite kann auch das erhebliche Potenzial von Jugendgruppen und Zivilgesellschaft für die Jugendförderung nicht genügend genutzt werden.

Ziel

Das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport setzt das neue Jugendgesetz und die dazugehörige Jugendstrategie und den Jugendaktionsplan erfolgreich um. Staatliche und zivilgesellschaftliche Institutionen und Organisationen arbeiten im Interesse von Jugendlichen zusammen und bieten verbesserte jugendorientierte Dienstleistungen an.

Vorgehensweise

Das Projekt hat das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport bei der partizipativen Entwicklung eines nationalen Jugendgesetzes und einer Jugendstrategie und -aktionsplan beraten und zu ihrer Verabschiedung im Parlament maßgeblich beigetragen. Zentrale Themenfelder der Strategie sind: Jugendpartizipation, ehrenamtliche Jugendarbeit, Jugendbeschäftigung, non-formale Bildung sowie Freizeit- und Kulturangebote für Jugendliche.

Bei der Umsetzung kooperiert das Projekt mit den Jugenddezernenten in den Gemeindeverwaltungen, den Jugendreferenten und mit den aktiven kosovarischen Nichtregierungsorganisationen (NRO). Trainingsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der staatlichen und nichtstaatlichen Jugendarbeit werden entwickelt und umgesetzt. Um eine bessere Koordination und damit höhere Effektivität der Jugendarbeit in Kosovo zu erzielen, ist die Vernetzung von Staat und Zivilgesellschaft ein besonderes Anliegen des Projekts.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Das neue Jugendgesetz sowie die dazugehörige Jugendstrategie und der Jugendaktionsplan sind für 2010 bis 2012 verabschiedet. Die strategischen Dokumente sichern den kosovarischen Jugendlichen Beteiligungsmöglichkeiten und Förderung zu, beispielsweise bei Jugendgesundheit, Jugendpartizipation, Bildung, Sicherheit, Jugendbeschäftigung, Kultur und Freizeit.

Durch die Ausbildung von Jugendreferenten und deren Vernetzung in den Gemeinden gibt es in Kosovo erstmals dezentrale Ansprechpartner für Jugendbelange.

In 80 Prozent der kosovarischen Gemeinden gibt es mittlerweile Jugendparlamente. Sie bieten für die Jugendlichen in ihren Gemeinden Aktivitäten an, wie zum Beispiel Kampagnen für Kinder- und Jugendrechte oder eine Überprüfung, ob es Gemeindeaktivitäten für Jugendliche gibt. Als Lobbygruppe und Partner der staatlichen Autoritäten treten die Jugendparlamente für die Belange von jungen Menschen ein. Regionale Jugendkooperationsnetzwerke sowie ein Jugendportal im Internet mit stetig steigenden Benutzerzahlen ermöglichen es den Jugendlichen, sich zu informieren und untereinander auszutauschen.

Durch das Projekt sind die kosovarischen Jugendlichen und Jugendorganisationen gestärkt worden und haben eine Stimme erhalten. Es sind außerdem staatliche wie nichtstaatliche nachhaltige Strukturen der Jugendförderung entstanden, durch die das Angebot und die Verbesserung von jugendorientierten Dienstleistungen auch in der Zukunft gesichert sind.

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