Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Privatsektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Privatsektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Politischer Träger: Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Energie
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

Nach Schätzungen der Weltbank lebt fast die Hälfte der Bevölkerung Kosovos in Armut, rund 40 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos oder chronisch unterbeschäftigt, insbesondere Jugendliche und Frauen. Die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Entwicklung sind nach wie vor wenig förderlich. Die meisten Sektoren der kosovarischen Wirtschaft befinden sich im Strukturwandel. Im internationalen Vergleich sind Produktivität der Unternehmen und Produktqualitäten niedrig, die Produktionskosten dagegen relativ hoch. Nur wenige Unternehmen sind ausreichend wettbewerbsfähig, um sich auf Binnen- oder Exportmärkten zu behaupten und damit zu Beschäftigungsgenerierung und Einkommenssteigerung beizutragen. In einigen Sektoren, wie dem inländischen Tourismus sowie bei der Produktion und Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln, gibt es Potenziale für Beschäftigungs- und Einkommenssteigerungen.

Bei der Entwicklung von Strukturen der verfassten Wirtschaft konnten in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielt werden. Schwach sind weiterhin die horizontale und vertikale Kooperation zwischen den Unternehmen in den Sektoren sowie der Dialog zwischen Unternehmen, Verbänden und Regierung. Die staatlichen Institutionen zur Wirtschaftsförderung, wie KMU-Agentur, Export- und Investitionsagentur, haben aufgrund fehlender Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit wirksame Förderprogramme noch nicht in ausreichendem Maße umsetzen können. Strategien und Förderansätze zur wirtschaftlichen Entwicklung der Sektoren sind entsprechend unzureichend abgestimmt, sektorale gesetzliche und regulative Rahmenbedingungen unvollständig oder mangelhaft. Weitere strukturelle Probleme gibt es bei: der Rechtssicherheit von Investitionen, der Landnutzung, teuren Kredite für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), der Konkurrenz auf dem Binnenmarkt durch billigere und häufig qualitativ bessere Importprodukte, nichttarifäre Handelsbeschränkungen und Barrieren auf regionalen Märkten, wenig Fortbildungsmöglichkeiten und Dienstleistungen für Unternehmerinnen und Unternehmer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie bei unzureichend entwickelten Infrastrukturen außerhalb der Hauptstadt Pristina. Diese Faktoren führen insgesamt dazu, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsektoren sehr niedrig ist.

Ziel

In ausgewählten Sektoren Kosovos ist die Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

Vorgehensweise

Um eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen, sollen institutionelle Leistungsfähigkeit und Ressourcen zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung ausgewählter Sektoren gestärkt werden. Folgende Leistungen werden dazu angeboten:

  • Beratung bei der Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Erarbeitung von sektoralen Förderstrategien auf nationaler Ebene
  • Unterstützung der Wirtschaftskammer Kosovo bei der Entwicklung eines für den Privatsektor besser geeigneten Dienstleistungsangebots und bei der Organisationsentwicklung zum effektiven Privatsektor-Lobbyisten
  • Stärkung von Verbänden der wertschöpfenden Sektoren zum Erbringen von besseren Dienstleistungen innerhalb dieser Sektoren
  • Förderung von Institutionen zur Unternehmerfortbildung
  • Entwickeln von Beratungsmodulen zur Unternehmensberatung in ausgewählten Sektoren
  • Beratung zur Etablierung von Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagementmechanismen, um die Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit kosovarischer Produkte zu gewähren
  • Unterstützung und Beratung bei der Entwicklung und Durchführung von Marketingkampagnen für Produkte aus Kosovo (Kosovo Branding)

Das Vorhaben bildet gemeinsam mit dem Vorhaben „Ländliche Wirtschaftsentwicklung“ einen programmähnlichen Ansatz. Mit dem Vorhaben „Berufliche Bildung“, in dem der Privatsektor stärker in die Gestaltung beruflicher Bildungs- und Trainingsangebote eingebunden werden soll, gibt es ebenfalls enge Kooperationen.

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