Beratung zur Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beratung zur Energieeffizienz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Montenegro
Politischer Träger: Wirtschaftsministerium Montenegros, Sektor für Energieeffizienz
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2013

Montenegro. Die Bildungskampagne Energy Tour führt interaktiven Unterricht an Schulen durch. Eine Lehrerin zeigt einem Schüler die Funktionsweise eines Generators, der unterschiedliche Lampen zum Leuchten bringt. © GIZ 2011

Ausgangssituation

In Montenegro sind die Tourismusbranche, die Stahl- und Aluminiumerzeugung sowie der Gebäudesektor sehr energieintensiv. Insbesondere Haushalte haben einen hohen Strombedarf für Heizung und Kühlung. Beispielsweise wird 48 Prozent des Heizenergiebedarfs über Strom gedeckt, weitere 42 Prozent über Biomasse. Der Stromsektor ist in Teilen liberalisiert, die Strompreise sind im EU-Vergleich niedrig, aber in der Tendenz steigend. Montenegro muss ein Drittel seiner Energie zu hohen Kosten importieren.

Die ineffiziente Energienutzung behindert den Wettbewerb und die Entwicklung des produzierenden Gewerbes. Der Stromversorger ist nicht in der Lage, die wachsende Nachfrage und die ineffiziente Energienutzung durch Steigerung der Erzeugungskapazitäten auszugleichen. Mit Ausnahme der Hydroenergie werden die Potenziale erneuerbarer Energiequellen bisher kaum genutzt. Ähnliches gilt für die Einsparpotenziale in der Industrie, den kleinen und mittelständischen Unternehmen und den Privathaushalten. Energieeinsparungen zwischen 20 und 40 Prozent sind kurzfristig möglich. Entsprechende Lösungen müssen weiterentwickelt und umgesetzt werden.

Ziel

Die montenegrinische Regierung setzt die Ziele aus dem Energieeffizienz-Aktionsplan 2010–2012 erfolgreich um.

Vorgehensweise

Das Thema Energieeffizienz hat vorrangige Bedeutung für die montenegrinische Regierung. Mithilfe der Energiestrategie 2025, des Energieeffizienz-Gesetzes und des Energieeffizienz-Aktionsplans 2010–2012 sollen mehrere Ziele erreicht werden:

  • Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch wird kontinuierlich erhöht.
  • Durch Energie-Einsparstrategien wird dem Energieverbrauchsanstieg entgegengewirkt.
  • Die Voraussetzungen für eine Verbreitung ausgewählter energiesparender Technologien werden verbessert.
  • Es gibt Ausbildungsangebote im Bereich erneuerbare Energien und das Thema wird in Schulen thematisiert; ferner wird die Öffentlichkeit sensibilisiert.
  • Ökologische Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden unterstützt.

Das Projekt berät das Partnerministerium bei der Umsetzung der im Aktionsplan definierten Maßnahmen. Der Träger und die Durchführungsorganisationen werden bei der Entwicklung institutioneller Politik- und Umsetzungsrichtlinien unterstützt.

Mit Unterstützung des Vorhabens wird vorrangig die Energieeffizienzsteigerung des privaten und öffentlichen Gebäudesektors betrieben. Internationale Fachkräfte unterstützten lokale Energieberater on-the-job. Erfolgsgeschichten (Best Practices) und Erfahrungsberichte (Lessons Learned) sind die Basis für Ausbildungsinhalte und die Vermittlung international anerkannter Standards zur Energieeinsparung.

Gemeinsam mit dem Privatsektor und mit Gemeinden werden Projekte zur Einführung energieeffizienter Technologien, etwa zur Wärmeerzeugung aus solarer Warmwasseraufbereitung, fachlich unterstützt.

Schwerpunkte der Fördermaßnahmen sind Personalentwicklung, Vermittlung internationaler Lernerfahrungen, Einbindung privatwirtschaftlicher Initiative bei Entwicklung und Einsatz angepasster Technologien sowie Qualitätskontrolle. Dem Ausloten und Erschließen neuer Märkte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien wird höchste Aufmerksamkeit gewidmet.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die montenegrinische Regierung hat einen umfangreichen Energieeffizienz-Aktionsplan für den Zeitraum 2010 bis 2012 erarbeitet. Grundlage für die Aktivitäten ist das vom Projekt erarbeitete und 2012 durch das Parlament verabschiedete Energieeffizienz-Gesetz.

Montenegro. Der Energy Bus fährt im Rahmen der Bildungskampagne Energy Tour durchs Land. Außerdem werden Gebäude-Energieaudits, insbesondere für Schulen, erstellt. © GIZ 2010

Unter Federführung des Wirtschaftsministeriums wurden vom Projekt drei internationale Konferenzen zum Thema Energieeffizienz veranstaltet. Durch Medien- und Bildungskampagnen wurde das Bewusstsein für Energieeffizienz in der Bevölkerung gefördert. Ein interaktives Unterrichtsprogramm zu Klimawandel und Energieeffizienz wird landesweit an allen Schulen durchgeführt.

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Weitere Informationen

Energetska Efikasnost u Crnoj Gori

Website des montenegrinischen Wirtschaftsministeriums zum Thema Energieeffizienz

www.energetska-efikasnost.me/...