Investitions- und Exportförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Investitions- und Exportförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mazedonien
Politischer Träger: Wirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2012

Ausgangssituation

Nach der Unabhängigkeit Mazedoniens zeigte sich schnell, dass die Industrie aus jugoslawischen Zeiten wenig wettbewerbsfähig war. Dies trug zu geringem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit bei. Erst 2007 ließ höheres Wachstum auf eine Kehrtwende hoffen. Doch die internationale Wirtschaftskrise dämpfte die Wirtschaftsaktivitäten, insbesondere den Außenhandel und die Industrieproduktion, beträchtlich. Die Exporte gingen zurück, die Industrieproduktion brach ein. Inzwischen hat sich die Situation wieder verbessert. Doch nach wie vor beträgt die Arbeitslosenquote mehr als ein Drittel.

Die industriellen Arbeitsplätze sind durch geringe Wertschöpfung und Produktivität gefährdet, die Wettbewerbsfähigkeit beruht ausschließlich auf dem vergleichsweise niedrigen Lohnniveau. Ausländische Investitionen stärken die Automobilzulieferindustrie; diese muss aber noch Anschluss an regionale und internationale Märkte finden. Ein kleiner, aber vielversprechender IT/Software-Sektor bietet Arbeitsplätze mit Perspektiven, die ebenfalls von der Erschließung regionaler und internationaler Märkte abhängen. Der Textilsektor bedarf einer umfassenden Modernisierung, um seine durchaus vorhandenen Potenziale zukünftig wieder nutzbar zu machen.

Ziel

Die Wettbewerbsfähigkeit mazedonischer Unternehmen steigt in den Branchen Textil und Bekleidung, Automobilzulieferung und IT/Software. Bessere Wettbewerbsfähigkeit und zunehmende Investitionen sichern Beschäftigung und schaffen neue Arbeitsplätze. Die Einkommen steigen auf europäisches Niveau.

Vorgehensweise

Das Projekt verknüpft Investitions- und Exportförderung. Es konzentriert sich zum einen auf die branchenübergreifende Anwerbung von Investoren aus Deutschland und dem europäischen Ausland. Zum anderen qualifiziert es seine Partner, das Wirtschaftsministerium sowie die Investitionsagentur und Gemeinden, Standortmarketing im internationalen Wettbewerb um Investitionen zu planen und durchzuführen.

Für die Exportförderung wurden Branchen ausgewählt, die Entwicklungspotenziale bei der Beschäftigung haben, für Investoren attraktiv sind und im Mittelpunkt der mazedonischen Entwicklungsstrategie stehen: Bekleidungsindustrie, Automobilzulieferindustrie und IT/Software-Branche. Die Selbsthilfeorganisationen dieser Branchen wie Verbände und Cluster werden befähigt, bedarfsgerechte Beratungs- und Unterstützungsleistungen anzubieten, die insbesondere auf die Entwicklung und Ausweitung des Exportgeschäfts zielen. Vorgesehen sind außerdem Messebeteiligungen und sonstige Maßnahmen zur Förderung von Wirtschaftskontakten. Die Leistungen in den drei Sektoren werden maßgeblich durch die deutsche Consultingwirtschaft erbracht: durch Weis Consulting Assoc. GmbH in der Textil-/Bekleidungswirtschaft; durch die ARGE PEM GmbH/CARS in der Automobilzulieferindustrie und durch GOPA GmbH im IT/Softwaresektor.

Das Projekt unterstützt das mazedonische Wirtschaftsministerium, seine Investitions- und Exportförderungspolitik in konkrete Förderinstrumente zu übersetzen und mit anderen staatlichen und privaten Institutionen zusammenzuarbeiten.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch Direktansprache von deutschen Herstellern bei Messebeteiligungen konnten für die Bekleidungsindustrie mehr als zehn neue Exportaufträge mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 1,2 Millionen Euro generiert werden. Durch gezielte Reorganisationsmaßnahmen in ausgewählten Betrieben der Bekleidungsindustrie konnte die Arbeitsproduktivität und somit die Wettbewerbsfähigkeit deutlich gesteigert werden.

In der Automobilzulieferindustrie ist es gelungen, aus einer Arbeitsgruppe von Zulieferbetrieben in der Wirtschaftskammer Mazedoniens einen formalen Cluster mit 22 Unternehmen der Branche, drei Universitätsfakultäten und einem Forschungs- und Entwicklungszentrum zu formen.

Die Kammer in der IT/Software-Branche wird durch das Vorhaben bereits erfolgreich dabei unterstützt, eine nationale Exportstrategie für den ICT-Sektor zu entwickeln und umzusetzen.

Im Hinblick auf die Anwerbung von ausländischen Direktinvestitionen trug das Vorhaben durch die Beteiligung Mazedoniens an der internationalen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real 2008 in München zur Realisierung einer Investition in Höhe von 400.000 Euro bei.

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