Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit und EU-Kompatibilität serbischer KMU

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit und EU-Kompatibilität serbischer KMU (ACCESS)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Wirtschaft der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2016

Ausgangssituation

Nach vielen Jahren staatswirtschaftlicher Prägung fehlen in Serbien privatwirtschaftliche Impulse, international wettbewerbsfähige Unternehmen, eine moderne Industriestruktur und Innovationskraft. Das Land ist seit 2012 Beitrittskandidat der Europäischen Union (EU). 2014 werden die Verhandlungen zu den einzelnen Kapiteln des Acquis communautaire, der Gesamtheit des EU-Rechts, aufgenommen.

Von der EU-Annäherung und der späteren Integration erhofft sich Serbien eine wirtschaftliche Belebung, vor allem um die prekäre Beschäftigungssituation zu entschärfen. Wirtschaftliche Dynamik entsteht durch die Transformation und Reformen im Rahmen der EU-Assoziierung, exportorientierte Sektoren, beispielsweise die IT-Branche, und die organische Landwirtschaft.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit serbischer KMU in ausgewählten Sektoren auf nationalen, regionalen und EU-Märkten sind verbessert.

Vorgehensweise

Um sein Ziel zu erreichen, agiert das Vorhaben in drei Handlungsfeldern:

  1. Politik- und Strategieberatung zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
  2. Verbesserung der nationalen Qualitätsinfrastruktur, in enger Kooperation mit dem Vorhaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)
  3. Verbesserung des Dienstleistungsangebotes für KMU bei Qualitätsinfrastruktur und Schlüsseltechnologien

Die Interventionen konzentrieren sich auf Informationstechnologie und nachhaltige Agrarwirtschaft, beispielsweise Ökolandbau und genfreie Agrarerzeugnisse. Potenzialbranche sind Energieeffizienz-Technologien und -Dienstleistungen.

Wirkungen

  • Mit Unterstützung des Vorhabens wurden bislang folgende Ergebnisse erreicht:
  • 3 nationale Strategien und Aktionspläne, für IT, Biolandwirtschaft und Qualitätsinfrastruktur, wurden entwickelt und Umsetzungsschritte durchgeführt.
  • 3 neue Existenzgründungsinitiativen werden gefördert, 700 Unternehmer sind in Maßnahmen einbezogen, daraus gingen 35 Start-Up-Neugründungen hervor, mit über 1 Million Euro Kapitalzufuhr aus internationalem Venture Capital.
  • Serbische Konformitätsbewertungsstellen zur Zertifizierung serbischer Hersteller wurden von der EU anerkannt. Alle serbischen Zertifikate werden künftig in der EU akzeptiert. Möglich wurde dies durch die Unterzeichnung des Multi-Lateral-Agreement zwischen der Akkreditierungsstelle Serbiens (ATS) und dem European Accreditation (EA).
  • Mit der EU-Anerkennung der serbischen Biokontrollstelle (Organic Control System, OCS) können Hersteller von Bioagrarprodukten ohne Einzelberechtigungen auf den EU-Markt exportieren.
  • 94 Prozent (Mai 2014) aller harmonisierten europäischen Normen wurden vom serbischen Standardinstitut übernommen und stehen der serbischen (Privat-)Wirtschaft zur Verfügung.
  • In Kragujevac wurde, in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Koblenz, eine Business-Akademie gegründet.
  • Die Stärkung der Absorptionskapazität von EU-Mitteln bei Partnerorganisationen führte zu mehr als 30 Anträgen, von denen 14 mit über 260.000 Euro an Fördermitteln erfolgreich waren.

Serbien. Handlungsfelder und wichtige Sektoren wie Biolandwirtschaft und IT, des Vorhabens zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit und EU-Kompatibilität von KMU. © GIZ
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