Landwirtschaftliche Wasserproduktivität als Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Landwirtschaftliche Wasserproduktivität als Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ägyptisches Ministerium für Landwirtschaft und Landgewinnung
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Ausgangssituation
In Ägypten ist arides Trockenklima vorherrschend, mit geringen Niederschlägen (unter 130 Millimeter pro Jahr) im nördlichen Nildelta. 95 Prozent des Brauchwassers wird aus dem Nil gewonnen. Die schnell wachsende Bevölkerung und die stagnierende Wirtschaft Ägyptens führen zu einer Verknappung der natürlichen Ressourcen, insbesondere zu Wasserknappheit. Verschlimmert wird die Situation noch durch den Klimawandel: Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) prognostiziert steigende Temperaturen, eine Erhöhung des Meeresspiegels, Eindringen von Salzwasser in das Grundwasser der Küstenregionen und zunehmende Versalzung landwirtschaftlicher Kulturflächen.

Die ägyptische Regierung hat bereits erste Schritte unternommen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Strategien sind in Erarbeitung, ein nationales Komitee für den Klimawandel wurde eingerichtet. 2010 wurde eine nationale Umwelt-, Wirtschafts- und Entwicklungsstudie erstellt und das zweite nationale Kommuniqué an die UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) übermittelt.

Ziel
Sowohl die Bauern im Nildelta als auch die zuständige Verwaltung und landwirtschaftliche Organisationen sind besser in der Lage, zu einer effizienten Nutzung von Wasser in der Landwirtschaft beizutragen und die landwirtschaftliche Produktion an den Klimawandel anzupassen.

Vorgehensweise
Das Programm implementiert Strategien zur Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Bauern an sich verändernde Klimaparameter. Auf nationaler Ebene befasst sich das Vorhaben mit Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen und Strategien, mit Instrumenten und Maßnahmen zur Veränderung von Entscheidungsprozessen und Handlungen zur Vermeidung oder Minimierung möglicher Schäden des Klimawandels.

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Bereitstellung von Informationen und Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen für Bauern zu folgenden Themen: effektive und ressourcenschonende Landwirtschafts- und Bewässerungsmethoden, geeignete Auswahl von Kulturpflanzen, Düngermittelnutzung und Fruchtfolge
  • Entwicklung von Leitlinien zur Wiederverwendung landwirtschaftlichen Abwassers und zur Wiederverwertung von Siedlungsabwässern in der Landwirtschaft
  • Transfer von Wissen und Informationen zur besseren Planung und Steuerung von Adaptionsprozessen
  • Stärkung des gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins im Hinblick auf effizientere Nutzung von Wasser, Erhaltung der Wasserqualität und angepasste nachhaltige Abfallwirtschaft

Sämtliche Aktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren, Projekten anderer Geber (wie Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung, Weltbank) und weiteren von der GIZ durchgeführten Programmen umgesetzt.

Wirkungen
  • Es wurde eine Studie durchgeführt, die die existierenden Richtlinien zur Wiederverwendung von Abwasser in der Landwirtschaft untersucht und Optionen identifiziert hat, wie das Landwirtschaftsministerium seine Forschungsinstitutionen und seine Beratungsdienste effizienter einsetzen kann.
  • Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium wurde eine Aufgaben- und Zuständigkeitsbeschreibung des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes verabschiedet. Der Beratungsdienst kann nun zu einer Steigerung der Wasserproduktivität durch angepasste, verbesserte Anbau- und Bewässerungsmaßnahmen unter gleichzeitigem Schutz der Böden und Wasserressourcen beitragen.
  • In zwei Gouvernoraten (Beheira und Kafr El-Sheikh) werden landwirtschaftliche Beratungen in Form von „Farmer-Field-Schools“ direkt in den Betrieben angeboten. Bäuerinnen werden erstmals in den Mittelpunkt der Beratung gestellt.
  • 350 in Komitees organisierte Kleinbauern (davon 50 Prozent Frauen) setzen in zwei aufeinanderfolgenden Pflanzzeiten auf der Hälfte ihrer Anbaufläche eine vom landwirtschaftlichen Beratungsdienst vorgeschlagene Anbaumethode ein, die der effizienten und somit klimawandelangepassten Nutzung von Wasser dient.

Kontakt

Andreas Kuck
andreas.kuck@giz.de