Unterstützung des maritimen Bereichs in Timor-Leste

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beratung und Ausbildung für die Industrien des maritimen Bereichs in Timor-Leste
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: Ministerium für Verkehr und Kommunikation (MTC
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Timor-Leste. Praktische Übungen auf See sind wichtiger Teil der Ausbildung. © GIZ

Ausgangssituation

Sowohl für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Timor-Lestes, als auch für die Einbindung abgelegener Gebiete ins Land ist maritimer Transport von großer Bedeutung. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für weiteres Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung in Tourismus, Fischerei und Logistik ist unerlässlich. Darüber hinaus ist der Transport ein erklärtes Regierungsziel und im nationalen Entwicklungsplan von Timor-Leste verankert. Der maritime Sektor ist bisher nicht in der Lage Maßnahmen zu ergreifen, wie es auf der internationalen Bühne erwartet wird. Gut ausgebildete nautische Fachkräfte und Seeleute, sowie ein strukturierter rechtlicher Rahmen helfen dabei, einen nachhaltigen und zukunfsgerichteten maritimen Sektor zu entwickeln.

Ziel

Der maritime Sektor in Timor-Leste arbeitet zunehmend in Übereinstimmung mit international anerkannten Standards in Bezug auf die Gesetzgebung, die Institutionen und das Personal.

Vorgehensweise

Das Projekt „Beratung und Ausbildung für die Industrien des maritimen Bereichs in Timor-Leste“ kooperiert mit timoresischen Partnern. 
Das Ministerium für Verkehr und Kommunikation wird dabei beraten, wie es den notwendigen rechtlichen Rahmen schafft. Dies erfordert von den nationalen Schifffahrts- und Hafenbehörden in Übereinstimmung mit internationalen Standards vorzugehen. Die kürzlich gegründete Schifffahrtsverwaltung erhält technische Unterstützung beim Aufbau eines Schiffsregisters, das es Timor-Leste ermöglicht, Schiffe unter eigener Flagge zu registrieren. Ein Verfahren für die Schaffung eines Schiffsüberprüfungssystems und eines Zertifizierungssystems für Seeleute fällt ebenfalls in den Bereich der Projektmaßnahmen. 

Das Projekt unterstützt die Schifffahrtsbehörde bei der Verwaltung und dem Betrieb der von Deutschland finanzierten Berlin-Nakroma-Fähre, die die Hauptstadt Dili mit der Enklave Oeccusse verbindet. Das Fachpersonal wird im Rahmen des Projekts betriebsintern ausgebildet. Das Vorhaben unterstützt ebenso die Bemühungen, den Betrieb der Fähre internationalen Standards anzupassen. Beratung für die Entwicklung einer umfassenden Sicherheitsstrategie für den Hafen bedeutet die Arbeitsbedingungen im Hafen von Dili sicherer zu gestalten und die Wahrscheinlichkeit von Unfällen zu senken. 

Aufgrund des ausgeprägten Fachkräftemangels im maritimen Sektor unterstützt das Vorhaben ferner kurzfristige Maßnahmen zur Deckung des unmittelbaren Arbeitskräftebedarfs. Gleichzeitig wird die Deutsch-Timoresische Maritime Ausbildungseinheit (Timorese-German Maritime Training Unit - TGMTU), die im Verlauf des Vorgängerprojekts gegründet wurde beraten und entwickelt besondere Ausbildungskurse weiter, die für den Ausbau des Sektors notwendig sind. Der Staatssekretär für berufliche Bildung und Beschäftigungspolitik wird zu Studienabläufen und Kursinhalten, sowie bei der Ausrüstung der TGMTU beraten, um die Ausbildung gemäß internationalen Standards zu gewährleisten.

Das Konsortium AMBERO-RINA Consulting setzt das Projekt im Namen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH um.

Wirkung

Entscheidungsträger in Regierung und Parlament sind in Bezug auf die Ratifizierung maritimer Konventionen sensibilisiert. Zwei nationale Vorschriften und drei internationale Abkommen wurden bereits vom Ministerrat befürwortet. Bisher sind 54 timoresische Seeleute für die von Deutschland finanzierte Berlin-Nakroma-Fähre und andere Schiffe, die in nationalen Gewässern betrieben werden, ausgebildet worden.
Die neuen Anlagen der Deutsch-Timoresischen Maritimen Ausbildungseinheit sind ausgerüstet worden und werden in Übereinstimmung mit internationalen Standards betrieben. Seit Beginn des Projekts haben fast 1.300 Personen an verschiedenen Kursen zu Themen wie Sicherheit, Meeresumwelt, Warenumschlag usw. teilgenommen. 

Die Wartungsprozesse der Berlin-Nakroma-Fähre sind im Laufe der drei letzten Jahre wesentlich verbessert worden. Gegenwärtig wird die Fähre jährlich in einem Trockendock überholt, was internationalen Standards entspricht.