Unterstützung der friedlichen Entwicklung durch innovative Beschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der friedlichen Entwicklung durch innovative Beschäftigungsförderung (IEP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: Ministerium für Handel, Industrie und Umwelt
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Timor-Leste. Ölproduktion aus der Lichtnuss. © GIZ

Ausgangssituation

Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Timor-Leste dabei, die Ursachen von Konflikt, Fragilität und Gewalt zu überwinden, den gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu verbessern sowie Rahmenbedingungen für eine friedliche und inklusive Entwicklung zu schaffen. Als konzeptionelle Basis hierfür dienen die Leitlinien „Für eine kohärente Politik der Bundesregierung gegenüber fragilen Staaten“. Beschäftigungsförderung gilt als eine wesentliche Maßnahme der Friedensförderung.

Timor-Leste ist seit 2002 ein eigenständiger Staat. Der kleine, von Importen stark abhängige Inselstaat ist eines der ärmsten Länder Südostasiens. Außerhalb der Hauptstadt Dili leben die Menschen vor allem von Subsistenzlandwirtschaft.

Etwa 70 Prozent der timoresischen Bevölkerung leben in Armut. Wohlstand und Beschäftigungsmöglichkeiten sind vor allem zwischen der Hauptstadt und ländlichen Gebieten sehr ungleich verteilt. Der Staatshaushalt wird mit Einnahmen aus der Förderung der wenig arbeitsintensiven Őlvorkommen gedeckt. Die Bevölkerung findet kaum Arbeit. Der öffentliche Sektor ist zwar ein wichtiger Arbeitgeber mit vielen Arbeitskräften, insgesamt ist jedoch zu wenig Arbeit vorhanden. Der formelle Privatsektor ist klein und konzentriert sich vor allem auf Dienstleistungen in der Hauptstadt. Industriebetriebe gibt es kaum.

Die Bevölkerung wächst pro Jahr um 2,4 Prozent. Jährlich gibt es etwa 15.000 Schulabgängerinnen und Schulabgänger, aber nur rund 1.000 neue Arbeitsplätze. Starker Migrationsdruck aus den ländlichen Gebieten auf die Städte, hauptsächlich auf Dili, verschärft das Problem fehlender Arbeitsplätze. Die schwierige wirtschaftliche Situation gefährdet die friedliche Entwicklung des Landes.

Ziel

Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft sind in ausgewählten Sektoren und Regionen Timor-Lestes verbessert.

Vorgehensweise

Die Regierung Timor-Lestes legt in ihrem Strategieentwicklungsplan 2011–2030 einen Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Entwicklung. Das Entwicklungspotenzial im ländlichen Raum soll in Zukunft stärker genutzt werden. Das Projekt unterstützt die Partner dabei, die Situation in den ländlichen Gebieten nachhaltig zu verbessern.

Arbeitsmarktmechanismen werden gestärkt, die dazu beitragen, dass das Angebot an Arbeitskräften stärker der Nachfrage des Arbeitsmarktes entspricht. Im Zentrum steht die Förderung von Wertschöpfungsketten, die gemeinsam mit den Partnern ausgewählt werden. Mit diesem Ansatz können einzelne Produktionsschritte, aber auch neue Dienstleistungen und die Produktvermarktung gefördert werden.

Über Märkte soll eine stärkere Verbindung zwischen den ländlichen Regionen und den Distriktzentren sowie der Hauptstadt aufgebaut werden. In berufsbildenden Institutionen werden neben Fachkenntnissen verstärkt Fähigkeiten wie strategisches Denken und Kenntnisse marktwirtschaftlicher Grundprinzipien vermittelt. Die Chancen von Absolventinnen und Absolventen auf einen qualifizierten Arbeitsplatz werden so verbessert.

Das Projekt arbeitet mit den Zielgruppen in zwei Distrikten eng zusammen. Ein Entwicklungshelfer trägt dort jeweils durch langfristige Beratung und On-the-job-Training zur fachlichen und institionellen Stärkung der Partner bei.

Die Regierung von Timor-Leste will insbesondere die Rolle der Genossenschaften für die Entwicklung im ländlichen Raum stärken. In der Abteilung zur Förderung von Kooperativen, Kleinst- und Kleinunternehmen des Ministeriums für Handel, Industrie und Umwelt berät eine integrierte Fachkraft zum Management und Finanzwesen von Kooperativen, konzipiert Trainings und fördert den Austausch zwischen der nationalen Ebene und den Distrikten.

In Genossenschaften haben die Mitglieder auch die Möglichkeit, die friedliche Aushandlung von Konflikten und demokratische Entscheidungsfindungen zu erlernen.

Den größten Beitrag zur friedlichen Entwicklung des Landes leistet die Schaffung von mehr Beschäftigung.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Das Vorgängerprojekt zur Beschäftigungsförderung für Jugendliche, das Mitte 2013 beendet wurde, adressierte ähnliche Probleme. An landwirtschaftlichen Sekundarschulen wurde die Bildung von Produktionsgruppen gefördert. Viele Gruppen erwirtschaften inzwischen Einkommen und haben die Perspektive, als Genossenschaft registriert zu werden. Die Jugendlichen sind durch ihre praxisorientierte Ausbildung besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Diese Erfahrungen nutzt das neue Projekt im Bereich der Landwirtschaft sowie in anderen, noch zu ermittelnden Sektoren.

Timor-Leste. Junge Absolventen mit Setzlingen. © GIZ